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Aus der Stadt In Hannovers Studentenwohnheimen wird es eng
Hannover Aus der Stadt In Hannovers Studentenwohnheimen wird es eng
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23:27 15.07.2011
Von Juliane Kaune
Auswärtige Studenten sollen bei der Vergabe von Wohnheimplätzen – wie hier am Bischofsholer Damm – bevorzugt werden. Quelle: Martin Steiner
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Hannover

An manchen Standorten gebe es schon jetzt Wartezeiten von bis zu einem halben Jahr. „Die Situation wird sich nun verschärfen.“

Im Vergleich zum Vorjahr hat das Studentenwerk bereits deutlich mehr Anfragen nach den günstigen Wohnheimzimmern registriert. 1226 Bewerbungen sind bisher eingegangen, 877 waren es 2010 zum gleichen Zeitpunkt. Mit einem weiteren Ansturm rechnet Hoffmann ab der zweiten Augustwoche, wenn die beiden größten hannoverschen Hochschulen, die Leibniz-Uni und die Fachhochschule (FHH), ihre Zusagen für die zulassungsbeschränkten Studiengänge verschickt haben. Er schätzt, dass zu Beginn des Wintersemesters bis zu 2400 Studenten nach Wohnheimplätzen suchen werden – im Vorjahr waren es rund 1800. Erfahrungsgemäß werden zum Semesterwechsel aber nur um die 700 der insgesamt 2315 in der Regel voll belegten Wohnheimplätze wieder frei.

Bisher habe sich die Situation nach den ersten Wochen eines neuen Semesters stets „einigermaßen eingependelt“, erklärt Hoffmann. Entweder hätten die Erstsemester doch an einem anderen Ort einen Studienplatz erhalten und ihre Anfrage nach einem Wohnheimzimmer zurückgezogen. Oder sie hätten Alternativen auf dem privaten Wohnungsmarkt gefunden. Vor allem Wohngemeinschaften sind beliebt: Ein Drittel der 34.000 Studenten, die an den sechs hannoverschen Hochschulen eingeschrieben sind, lebt in einer WG. Durch die deutlich steigende Nachfrage aus dem doppelten Abi-Jahrgang sei die Lage in diesem Jahr aber angespannter, sagt Hoffmann.

Probleme sieht er vor allem bei den ausländischen Studenten, die zurzeit rund 60 Prozent der Wohnheimbewohner stellen. Für sie sei es besonders schwierig, auf dem freien Markt an günstigen Wohnraum zu kommen. Bei der Vergabe der Plätze sollen sie verstärkt berücksichtigt werden. Zudem will das Studentenwerk darauf achten, dass die Bewerbungen von Erstsemestern kommen. Auch die Nähe des Wohnorts soll eine Rolle spielen. „Wer die Möglichkeit zu pendeln hat, braucht nicht so dringend ein Zimmer wie jemand, der nicht aus der Region kommt“, sagt Hoffmann. Um Engpässe zu umgehen, könnten Studenten für einige Zeit auch in die Jugendherberge ausweichen. Zudem verhandelt er mit Wohnungsbaugesellschaften wie der GBH über kleine, günstige Wohnungen zu Studententarifen. Ein Wohnheimzimmer kostet zwischen 157 und 337 Euro Warmmiete pro Monat.

Im Verhältnis zur Studentenzahl hätten Bund und Land in der Vergangenheit zu wenig in Wohnheimbauten in Hannover investiert, beklagt Hoffmann. Die Versorgungsquote liegt mit 8,16 Prozent weit unter dem Landesdurchschnitt – in Göttingen sind es 20,19 Prozent, in Oldenburg 18,91 und in Braunschweig 14,84 Prozent. Nach einer Gesetzesänderung scheidet der Bund als Geldgeber aus. Weil es auch vom Land keine Signale für eine Finanzierung gibt und sich bisher kein Privatinvestor gefunden hat, liegen die Pläne für zwei Neubauten mit 250 Plätzen auf Eis.

Unter www.studentenwerk-hannover.de gibt es eine Börse mit Wohnheimplätzen, Wohnungen und WG-Zimmern. Inserate können kostenlos geschaltet werden. Infos unter Telefon 0511-7688971.

17 Prozent mehr Bewerber an FHH

Die Zahl der Bewerber für einen Studienplatz an der Fachhochschule Hannover (FHH) ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 17 Prozent gestiegen. 13.177 Kandidaten hatten sich bis zum Freitagmorgen für einen der 2263 Studienplätze angemeldet. Im Jahr zuvor waren es 11.266 Bewerber auf 1692 Plätze. Burkhard Keese, Dezernatsleiter der Studierendenverwaltung, führt die Zunahme im Wesentlichen auf den doppelten AbiJahrgang zurück. Im Zuge des Hochschulpaktes hat die FHH ihre freien Plätze zum Wintersemester 2011/12 aufgestockt.

Besonders begehrt ist der Studiengang Soziale Arbeit mit 3966 Bewerbungen auf 100 Plätze, gefolgt von Betriebswirtschaftslehre (2231 Bewerbungen auf 116 Plätze) und Public Relations (1233 Bewerbungen auf 59 Plätze). Auch in diesen Fächern wurde die Zahl der Studienplätze mithilfe des Hochschulpaktes erhöht, teilweise sogar verdoppelt.

Die Bewerbungsfrist für zulassungsbeschränkte Studiengänge endete bundesweit am 15. Juli um Mitternacht. Die Leibniz-Uni konnte ihre Bewerberzahlen am Freitag noch nicht nennen. Die Hochschule rechnet mit 35 bis 40 Prozent mehr Erstsemestern und hat die Kapazitäten um 1180 Plätze erhöht.

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