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„In Kirchen-Kitas ist der Teufel los“

Demo am Donnerstag „In Kirchen-Kitas ist der Teufel los“

Rund 1000 Mitarbeiter kirchlicher Krippen, Kitas und Horte wollen Donnerstagnachmittag vor einer Tagung der Landessynode im Henriettenstift in der Marienstraße für besseres Gehalt demonstrieren. Sie verdienen deutlich weniger als etwa Kollegen in städtischen Kitas. „In den Kitas ist wegen der Gehaltsunterschied der Teufel los“, heißt es.

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Symbolbild.

Quelle: dpa

Hannover. Eigentlich war für den Donnerstag ein Protesttag für die Beschäftigten der gesamten Landeskirche geplant. Denn in der Henriettenstiftung tagt die Landessysnode. Es wäre eine gute Gelegenheit für die Kirchenmitarbeiter, auf die Weigerung der Kirche aufmerksam zu machen, ihnen die reguläre Lohnsteigerung auszuzahlen.

„Jetzt sind die Mitarbeiter in den kirchlichen Kindertagesstätten in den Fokus geraten“, berichtet der Vorsitzende der Kirchengewerkschaft Niedersachsen, Werner Massow. Denn dort seien die Unterschiede zu den Beschäftigten im öffentlichen Dienst besonders deutlich, erläutert er. In Hannover liege der Monatsverdienst in einer evangelischen Kita derzeit häufig rund 400 Euro unter der Bezahlung in städtischen Kindertageseinrichtungen. „In den Kitas ist wegen der Gehaltsunterschied der Teufel los“, sagt Massow.

Er rechnet für den Donnerstag mit bis zu 1000 Erziehern, die vom Hauptbahnhof zur Henriettenstiftung in der Marienstraße ziehen. Eltern müssen sich deshalb in ganz Niedersachsen am Nachmittag auf geschlossene Kitas einstellen. Zeitgleich machen sich von der Friedenskirche im Zooviertel rund 200 Mitarbeiter des Stadtkirchenverbandes auf den Weg zur Henriettenstiftung. Dort soll es dann von 15.30 Uhr eine sogenannte Dialogdemonstration geben: Das heißt, dass Landesbischof Ralf Meister und die Präsidentin des Landeskirchenamtes, Stephanie Springer, mit den Demonstranten reden wollen. Im Vorfeld der Protestaktion hat Massow eine „neue Flexibilität“ der Landeskirche bei den Tarifen beobachtet. Der Gewerkschafter ist davon überzeugt, dass die Kirche etwas tun müsse, um als Arbeitgeber für junge Leute attraktiv zu bleiben.

Der Streit dauert seit Monaten an, die Gewerkschaft wirft dem Landeskirchenamt Erpressung vor. Die Kirchenverwaltung verlangt von den Mitarbeitern eine Beteiligung an der Altersversorgung, andernfalls werde die zum 1. März vereinbarte Tarifsteigerung von 2,3 Prozent nicht gezahlt. Die Kirche beharrt auf ihrer Position: Angesichts der zu erwartenden finanziellen Entwicklungen der Landeskirche sei es notwendig, rechtzeitig zu reagieren, sagte ein Sprecher.

Betroffen sind im Bereich der Landeskirche rund 23 000 Mitarbeiter, davon in der Region Hannover nach einer Schätzung der Gewerkschaft etwa 5000 Beschäftigte. Alle Mitarbeiter evangelischer Kindergärten, aber auch diejenigen des Landeskirchenamtes, die Diakone und Kirchenmusiker werden nach dem Tarif bezahlt.

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