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Fünf Hebammen kündigen zeitgleich

Geburtshilfe im Henriettenstift Fünf Hebammen kündigen zeitgleich

In einer konzertierten Aktion haben in der Geburtshilfe der Henriettenstiftung fünf Hebammen auf einen Schlag gekündigt. Grund sind nach Informationen der HAZ die schlechten Arbeitsbedingungen. 

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Hebamme bei der Arbeit.

Quelle: Derlin

Hannover.  Ein knappes Jahr war Ruhe, jetzt gibt es wieder eine Hiobsbotschaft für die Geburtshilfe der Henriettenstiftung. Fünf Hebammen haben zum Jahresende gekündigt, die Aktion war verabredet. Die Kündigungen sind nach Informationen der HAZ eine Folge der „schlechten Arbeitsbedingungen“ in der Geburtshilfe des Diakovere-Krankenhauses. 

Welche Auswirkungen die Kündigungen auf den Betrieb in der Geburtsklinik haben könnten, ist noch unklar. Die Geburtshilfe in der Henrittenstiftung ist ein sogenanntes Level-1-Zentrum für besondere Risikoschwangerschaften und für Frühgeburten. Als sich vor eineinhalb Jahren fünf Hebammen der Henriette zeitgleich krank meldeten, musste der Kreißsaal in Kirchrode ein Wochenende komplett geschlossen werden.

Jetzt beklagen die Hebammen die hohe Arbeitsbelastung und den Umgang der Vorgesetzten mit den Mitarbeitern. Beispielsweise sei die Nachtschicht häufig nur mit einer Hebamme besetzt, trotz der oftmals komplizierten und komplexen Fälle. Es sei derzeit keine Seltenheit, dass die diensthabende Hebamme am Morgen zum Ende ihrer Schicht wegen der hohen Belastung in Tränen ausbreche, wird aus der Henrittenstiftung berichtet. Unverständlich sei auch der Umgang der Klinikleitung mit Fehlern, die wegen der nächtlichen Überlastung entstanden seien. Nach Fehlern habe es ledigleich geheißen, dass die Mitarbeiterin andere Prioritäten setzen müsse, dann komme es auch nicht zu Fehlern. 

Die Geschäftsführung von Diakovere sieht das anders. Die Geburtshilfe in den Entbindungsstationen von Henriettenstiftung und Friederikenstift laufe entspannt, sagt Unternehmenssprecherin Maren Salberg. Auch die Nachtdienste seien mit zwei bis drei Hebammen adäquat abgedeckt.  Es gebe eine Rotation zwischen den beiden Standorten, wo insgesamt 53 Hebammen beschäftigt seien. „Bei einem so großen Team sind stetige Veränderungen, etwa durch Neuorientierung einzelner Mitarbeiter nicht auszuschließen“, betont Salberg. Die Geschäftsführung habe bereits Kontakt zu neuen Bewerberinnen aufgenommen, um für Ersatz zu sorgen. 

Bereits vor eineinhalb Jahren war die Henriettenstiftung wegen Hebammenmangels in die Schlagzeilen geraten. Fünf Hebammen hatten sich zeitgleich krank gemeldet, daraufhin musste die Henriette den Kreißsaal für 15 Stunden schließen. Zu diesem Zeitpunkt waren auch in der MHH alle Betten für Frühgeborene belegt. Daraufhin hatte Diakovere zunächst in der anderen Geburtsklinik im Friederikenstrift nachts keine Schwangeren aufgenommen. Anschließend hatte das Unternehmen versucht, zusätzliche Hebammen einzustellen. Unter anderem wurden italienische Geburtshelferinnen engagiert. 

Diakovere plant derzeit den Bau einer neuen Mutter-Kind-Klink. In dem Bau direkt am Kinderkrankenhaus auf der Bult sollen unter dem Namen Henrike die Geburtshilfeabteilungen von Henriettenstiftung und Friederikenstift zusammengelegt werden. Dadurch soll eine der größten Geburtskliniken Deutschlands entstehen. 

Von Mathias Klein

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