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In der MHH wird jetzt mit 3-D-Brillen operiert

Neue Operationstechnik In der MHH wird jetzt mit 3-D-Brillen operiert

Die Frauenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat am Donnerstag zwei neue Operationssäle mit der neusten technischen Ausstattung in Betrieb genommen. In den beiden Sälen steht die modernste Kamera-, Monitor- und Robotertechnik für die sogenannte Schlüssellochchirurgie zur Verfügung.

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Das OP-Team ist in einem neu ausgestatteten Saal im Einsatz.

Quelle: MHH/Kaiser

Hannover. Bei dieser Operationstechnik sind keine großen Schnitte im Körper nötig, die Ärzte operieren stattdessen mit einem sogenannten Endoskop und extrem verkleinerten Instrumenten durch kleinste Schnitte - wie durch ein Schlüsselloch.

Der Direktor der Frauenklinik, Prof. Peter Hillemanns, hob die 3-D-Bilder hervor, die das Endoskop aus dem Körper überträgt. „Das macht bei der Arbeit vieles einfacher“, berichtet er. Bisher waren die Bilder aus dem Endoskop lediglich zweidimensional, jetzt tragen die OP-Teams in der Frauenklinik 3-D-Brillen. „Das ist keine Spielerei, sondern macht vieles einfacher und schneller“, betont Hillemanns. Die Gewebestrukturen seien besser zu erkennen, die Operationen würden deutlich präziser. Das Endoskop hat einen Durchmesser von rund zehn Millimetern. Die Instrumente, die der Chirurg nutzt, sind noch kleiner, die Zangen und Scheren haben einen Durchmesser von rund fünf Millimetern.

Die Medizinische Hochschule Hannover stellt eine neue Operationstechnik für Schlüssellochchirurgie vor.

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Ein Roboter in den Operationssälen hält jetzt die Kamera, die Roboterarme können per Joystick gesteuert werden. Bisher hatte die Kamera der Assistenzarzt gehalten, da sei der Arm auch schon mal müde geworden, berichtet Hillemanns. Mit der neuen Technik sei „jegliches Zittern“ ausgeschlossen.

Außerdem gibt es jetzt deutliche Verbesserungen für onkologische Operationen. Denn die Ärzte können mithilfe einer Flüssigkeit die sogenannten Wächterlymphknoten färben und dadurch sichtbar machen. Die Wächterlymphknoten liegen in der Nähe eines Krebstumors und sind meist die ersten, die von Krebszellen befallen werden.

Prof. Hillemanns berichtet noch über einen weiteren Vorteil der neuen Technik: Die dreidimensionalen Monitorbilder aus dem Körper der Patienten können einfach auf andere Bildschirme übertragen werden, zum Beispiel ins Büro des Klinikchefs oder in Hörsäle.

„Diese Technologie ist wichtig bei der guten technischen Versorgung ländlicher Bereiche“, sagt der Vizepräsident der MHH, Andreas Tecklenburg. Mithilfe von Übertragungen aus kleineren Krankenhäusern zu Spezialisten zum Beispiel in Hannover könne das Wissen ganz einfach transportiert werden.

Die Ausstattung der beiden Operationssäle hat rund 500.000 Euro gekostet, die Hälfte davon hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft übernommen, die andere Hälfte hat die MHH bezahlt. In der Frauenklinik sind pro Woche 40 solcher Eingriffe geplant. Neben den beiden neu ausgestatteten OP-Sälen verfügt die Frauenklinik noch über einen dritten OP-Saal, in dem vor allem offene Operationen im Beckenbereich und brustchirurgische Eingriffe durchgeführt werden.

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