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Aus der Stadt „Ich mach’s nur mit ...!“
Hannover Aus der Stadt „Ich mach’s nur mit ...!“
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21:03 03.07.2014
Von Mathias Klein
Das kann doch nicht so schwer sein: Mit tierischer Verstärkung wirbt aha bei Hundehaltern dafür, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere aufzulesen. Quelle: Küpper
Hannover

Mit einer Plakataktion wollen der Abfallwirtschaftsbetrieb aha und die Stadt Hannover erreichen, dass auf den Gehwegen und Grünflächen in Hannover weniger Hundekot liegen bleibt. Auf mehr als 100 Plakaten in der Landeshauptstadt fordert Hund Jessy die Hundesbesitzer mit dem Slogan „Ich mach’s nur mit ...!“ dazu auf, beim Gassigehen immer eine Tüte für den Hundekot dabei zu haben und diese dann in einem der 5000 Papierkörbe im Stadtgebiet zu entsorgen.

Hundekot sei die Abfallart, die die Bürger am meisten ärgere, sagt aha-Chefin Kornelia Hülter. Nach ähnlichen Aktionen in den Jahren 2007 und 2009 startet aha jetzt bereits zum dritten Mal eine Plakataktion. „Das nützt etwas, es liegt weniger Hundekot in der Stadt herum“, meint sie. Allerdings gebe es noch Problemzonen: Die am meisten betroffenen Stadtteile sind laut aha Döhren (dort insbesondere der Fiedelerplatz), die List und Linden-Süd. Dabei gäbe es Abhilfe: Die städtische Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) weist auf die 105 Hundetütenspender im Stadtgebiet hin. Außerdem gebe es preiswerte Tüten in Tierhandlungen und Drogeriemärkten.

Die Stadt und der Abfallwirtschaftsbetrieb wollen es zunächst bei Appellen an die Vernunft der Hundebesitzer belassen, Strafen sind derzeit nicht geplant. In den vergangenen zwei Jahren haben die Abfallfahnder von aha keine Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Hundebesitzer in Gang gebracht. Ein liegen gelassener Hundehaufen könnte mit mindestens 50 Euro geahndet werden, hinzu kommen 28 Euro Verwaltungsgebühren. In schweren Wiederholungsfällen kann sogar eine Geldbuße von bis zu 5000 Euro verlangt werden.

Nach den Erfahrungen von Günter Wiegmann von der City-Hundeschule lassen vor allem jene Besitzer, die schon lange einen Hund haben, den Kot meist liegen. In seiner Hundeschule bringt er den Haltern ein Grundprinzip bei: „Man sollte immer einen Beutel dabei haben“, sagt er. Das könne man sich ganz einfach angewöhnen, findet Wiegmann: „Ich habe in jeder Hose eine Tüte.“

Leider aber sei es so, dass viele Hundebesitzer dieses Grundprinzip nach der Hundeschule wieder vergäßen. „Das ist wie bei der Fahrschule, nach der Prüfung machen die Leute vieles anders als vorher“, sagt er. Es habe sicher auch viel mit Bequemlichkeit zu tun. Das zählt aber für Wiegmann nicht. Denn auch aus der Sicht des Hundetrainers ist es ekelhaft, in eine „Tretmine“ aus Hundekot zu treten.

2,1 Millionen aus der Hundesteuer

In Hannover gibt es derzeit knapp 15 000 bei der Stadt gemeldete Hunde, regionsweit sind rund 45 000 Hunde registriert. Wie viele Hunde bei den Kommunen nicht angemeldet sind, ist unklar. Die gemeldeten Hunde in Hannover verursachen nach einer Berechnung des Abfallwirtschaftsbetriebs aha täglich Hinterlassenschaften von 7,5 Tonnen, wenn sie nicht aufgehoben werden.

Die Landeshauptstadt nimmt etwa 2,1 Millionen Euro im Jahr durch die Hundesteuer ein. Die Einnahmen sind allerdings nicht an einen bestimmten Zweck gebunden, wie zum Beispiel die Beseitigung von Hundekot oder der Einrichtung von Hundeauslaufflächen.

In Hannover kostet der erste Hund 132 Euro pro Jahr, für den zweiten und jeden weiteren Hund müssen die Bürger jährlich jeweils 240 Euro Hundesteuer bezahlen. Für besonders gefährliche Hunde wie zum Beispiel sogenannte Kampfhunde sind 600 Euro pro Hund und Jahr fällig. mak

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