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Initiative kämpft gegen strengen Leinenzwang

Brut- und Setzzeit Initiative kämpft gegen strengen Leinenzwang

Am 1. April beginnt wieder die Leinenpflicht wegen der Brut- und Setzzeit. Eine Initiative hatte im Jahr 2014 rund 15.000 Unterschriften gegen die Anleinpflicht gesammelt – das Land hat darauf aber bisher nicht reagiert.
Das wollen die Initiatoren aber nicht hinnehmen.

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„Über meinen kleinen Havanesen lacht sich jedes Kaninchen kaputt“: Hundebesitzer auf der Alten Bult. Fotos: Franson

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Noch vier Tage können Hundebesitzer ihre Tiere in Wäldern und auf Feldwegen laufen lassen. Danach müssen diese für 15 Wochen an die Leine. Ab dem 1. April beginnt die Brut- und Setzzeit - damit greift landesweit wieder eines der schärfsten Leinenzwangsgesetze im Bundesgebiet. Dass eine Initiative hannoverscher Hundehalter schon vor drei Jahren 15.000 Unterschriften gesammelt hat, um die Regeln zu lockern, hat das Land bisher unbeeindruckt gelassen. Die Initiatoren der Petition sind frustriert: „Wir fühlen uns von Politik und Verwaltung nicht ernst genommen“, sagt Ingo Nolte, Professor an der Tierärztlichen Hochschule, der sich als Privatmann gegen die Leinenpflicht engagiert.

Bald ist das freie Laufen für Hannovers Hunde vorbei. Die Leinenpflicht gilt bis Mitte Juni. 

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Die Hundefreunde setzen nun erneut auf politischen Druck: „Wir werden vor der Landtagswahl besonders präsent sein“, kündigt Nolte an. Erst vor vier Wochen haben er und seine Mitstreiter wieder an das Landwirtschaftsministerium geschrieben, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Die Antwort steht aus. Auf eine Anfrage der HAZ reagierte das Ministerium gestern umgehend: „Zurzeit bestehen keine Bestrebungen des Landtages, an der allgemeinen Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit Veränderungen vorzunehmen“, heißt es. Bereits vor einem Jahr hatte der Landtag die Petition der hannoverschen Initiatoren abgelehnt - mit Verweis auf die geltende Rechtslage.

Die Leinenpflicht, die bis zum 15. Juli in der freien Landschaft gilt, soll am Boden brütende Vögel, Hasen und Rotwild vor streunenden Hunden schützen. „Diese pauschale Regelung wird den Tatsachen nicht gerecht“, sagt Nolte. Er ist sicher, dass verantwortungsbewusste Halter mit gut erzogenen Hunden selbst entscheiden können, ob sie ihr Tier an die Leine legen müssen. „Ich hatte eine Golden-Retriever-Hündin, die musste an die Leine - meine jetzige hört dagegen aufs Wort. Und über meinen kleinen Havanesen lacht sich jedes Kaninchen kaputt.“ Tatsächliche Gefahrenquellen für Wild und Vögel seien vor allem der Autoverkehr oder landwirtschaftliche Maschinen.

Zwar regelt ein Landesgesetz die Leinenpflicht. Gleichwohl setze die Stadt Hannover die Vorgaben „besonders streng“ um, meint Nolte. Dass auch auf den als Hundefreilaufflächen ausgewiesenen Gebieten am Kronsberg und im Bornumer Holz zur Brut- und Setzzeit Leinenzwang gilt, liegt daran, dass diese in der freien Landschaft und im Wald zu finden sind. Die übrigen Auslaufflächen in der Stadt liegen in öffentlichen Parks oder auf Grünflächen, dort ist rund ums Jahr keine Leine nötig.

Der Professor will den Kampf nicht aufgeben. Eine Klage will die Initiative, zu der auch die frühere Bürgermeisterin Hilde Moennig gehört, aber nicht anstrengen. „Das würde ewig dauern.“

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