Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Instrumentlos musizieren

Internationale A-cappella-Woche startet in Hannover

Von Stefanie Kaune

Zum Auftakt der Internationalen A-cappella-Woche sind am Sonnabend Chöre an zehn Orten in der Innenstadt aufgetreten.Etwa am Kröpcke, in der Karmarschstraße oder vorm Historischen Museum, gaben kleine und große Chöre, junge und alte Sänger kostenlose Freiluftkonzerte.
„War das nicht toll?“: 350 Chormitglieder geben ein Überraschungsständchen in der Ernst-August-Galerie.

„War das nicht toll?“: 350 Chormitglieder geben ein Überraschungsständchen in der Ernst-August-Galerie.

© Steiner

Gerade noch ist es ein gewöhnlicher Einkaufssonnabend gewesen in der Ernst-August-Galerie. Die Menschen sind mit ihren Tüten durch die Gänge gebummelt, vor Schaufenstern stehen geblieben oder haben in den Cafés Pause gemacht – doch auf einmal ist etwas anders als sonst. Zunächst kaum vernehmbar, dann immer lauter drängen sich Stimmen, viele Stimmen, zwischen die Menschen im Einkaufszentrum. Sie haben nichts zu tun mit der Geräuschkulisse aus Reden, Lachen und Rufen, die hier sonst herrscht. Denn es sind Singstimmen, und sie gehören den rund 350 Chorsängern, die sich zum Auftakt der A-cappella-Woche eine Überraschung ausgedacht haben: Sie haben sich unter das Einkaufsvolk gemischt und zu singen begonnen. Ohne Ankündigung, einfach so.

Ein vielstimmiges Geburtstagslied ist zu hören rund um die Rolltreppenanlage beim Eingang zur Kurt-Schumacher-Straße. Dort haben sich die Sänger, die sich alle etwas Rotes angezogen haben, auf sämtliche Etagen verteilt, um zu verkünden: „Heute feiern wir Geburtstag, darum singen wir ein Lied.“ Schließlich ist die A-cappella-Woche in diesem Jahr zehn Jahre alt geworden. Ein Augenblick der Verwunderung, ein gemeinsames erstauntes Innehalten ist zu spüren beim Publikum, das bis eben noch nicht wusste, dass es eines ist. Doch dann wippen schon die ersten im Takt, lachen, freuen sich. Manche wissen nun vielleicht, warum sie zuvor von jungen Frauen in T-Shirts mit dem Aufdruck „A-cappella-Woche“ eine Broschüre in die Hand bekommen haben, anderen ist egal, was das alles zu bedeuten hat. Und einer strahlt übers ganze Gesicht: „War das nicht toll?“, freut sich Roger Cericius, Organisator der Woche.

Das kollektive Überraschungsständchen in der Ernst-August-Galerie war aber bei Weitem nicht der einzige Chorauftritt am Sonnabend in der Innenstadt – wenn auch der spektakulärste. An zehn Orten, etwa am Kröpcke, in der Karmarschstraße oder vorm Historischen Museum, gaben kleine und große Chöre, junge und alte Sänger zwischen 12 und 14 Uhr kurze, kostenlose Freiluftkonzerte unterm sonnigen Frühlingshimmel. Erstmals ist die A-cappella-Woche derart öffentlich jenseits der Konzerträume gestartet. „Wir wollen an den Ursprung des Ganzen erinnern – schließlich wurde unser Festival auf Anregung der Chorszene ins Leben gerufen“, sagt Cericius.

Besonders viel Aufmerksamkeit für Hannovers Singgemeinschaften zieht wohl der Chor „Knapp daneben“ auf sich. Einen großen goldenen Bilderrahmen haben die 30 Mitglieder zum Kröpcke mitgebracht, ein Sänger trägt ein Hirschgeweih, ein anderer die Uniform eines Museumswächters – und ist zugleich der Chorleiter. „Wir denken uns für unsere Programme immer ein Thema aus, dieses Mal spielt es im Museum“, erklärt Frieder Bleyl. „Museumsreif – ein Chor fällt aus dem Rahmen“ heißt der aktuelle Titel. In dieser Kulisse lässt sich dann das Volkslied „O Täler weit“ ebenso unterbringen wie Nina Hagens „Farbfilm“ in A-cappella-Version.

Als traditioneller versteht man sich beim gleichfalls gemischten Chor „Cappella Vocale“, der 1977 aus einer Eltern- und Lehrergruppe der Musikschule hervorgegangen ist. Vorm Historischen Museum werden klassische europäische Chorstücke gesungen. „Wunderbar“, finden Annemarie Simon und Dieter Gadde aus Misburg, die einen Chorbummel durch die Innenstadt unternehmen. Und auch ein Trio kann sich als Teil der Chorszene verstehen: Auf dem Platz der Weltausstellung bringen Inne Thomsen, Conny Allermann und Sascha Nicolaisen als Alt, Sopran und „Mann für alles“ Stücke von „Amazing Grace“ bis „Stand by me“ zu Gehör. „Trisolo“ nennen sich die drei jungen Leute, die seit 2005 semiprofessionell zusammenarbeiten und ansonsten anderen Berufen nachgehen. Immerhin: Sie haben ein Werbebanner aufgestellt, das nicht ohne Wirkung bleibt. „Die würde ich gern für meine nächste Gartenparty engagieren“, sagt eine Zuhörerin.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Meistgelesene Hannover-Artikel

Anzeige

Videos aus Hannover

Kennen Sie Hannover?

Hannover von oben: Das neue Rathaus.

Aus der Vogelperspektive sehen bekannte Orte ganz anders aus. Wie gut kennen Sie Hannover? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Bilderrätsel.

Tipp für Vereine: Homepage aktuell halten

myheimat - Das Mitmachportal der Heimatzeitungen in HAZ und Neuer Presse

Viele Vereine kennen das Problem: Die eigene Internetseite ist veraltet, weil die Zeit dafür fehlt. Mit dem Mitmachportal unserer Zeitung lassen sich Pressearbeit und Pflege der Vereinshomepage in einem Schritt erledigen.

Anzeige

Welcher Stadtteil ist gemeint?

Stadtteilrätsel

Wie gut kennen Sie Hannover? Woche für Woche präsentieren wir Ihnen an dieser Stelle ein neues Rätsel. Beantworten Sie die Fragen und schicken Sie das Lösungswort an die Redaktion. Viel Spaß beim Rätseln!

Hannover in Zahlen

Hannover in Zahlen
  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 521.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
    30159 Hannover
    Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stephan Weil (SPD)


Top