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Aus der Stadt „Ich sortiere Schuhe nicht gerne aus“
Hannover Aus der Stadt „Ich sortiere Schuhe nicht gerne aus“
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00:17 02.07.2017
Sortiert nicht gern aus, kauft lieber: Luka-Jonas Heske zeigt einen seiner Schuhe. Quelle: Alexander Körner

Sie organisieren zum zweiten Mal die größte Sneaker-Messe in Hannover. Was verbindet Sie mit dem Thema Schuhe?

Zu jedem meiner Schuhe habe ich eine besondere Erinnerung. Für den Nike Air Jordan Kaws habe ich eine Woche lang vor dem Overkill Store in Berlin-Kreuzberg gecampt. Da haben ein Kumpel, meine Freundin und ich uns einen alten VW-Bus gemietet. Wir saßen von Sonntag bis Freitag vor dem Laden. Von den Leuten, die da auch warteten und aus ganz Deutschland angereist waren, kannten wir eine Menge.

Seit wann sind Ihnen Schuhe so wichtig?

Turnschuhe trage ich schon lange. In der Schulzeit und in der Ausbildung war es natürlich immer etwas schwierig, sich teure Paare leisten zu können, weil ich noch kein Einkommen hatte.

Was ist Ihr teuerstes Paar?

Ich würde sagen, der eben genannte Kaws, der etwa 1500 Euro gekostet hat.

Wie viele Schuhe haben Sie denn insgesamt?

Etwa 180 Paar. Beim Umzug habe ich einige, die richtig verschlissen waren, weggeworfen. Aber sonst sortiere ich nicht gerne aus, ich kaufe lieber.

Und wie viele Schuhe sollte man mindestens haben?

Am besten sieben Paare - eins für jeden Tag in der Woche.

Sie wohnen in Berlin. Warum haben Sie sich entschieden, die Schuhmesse in Hannover zu veranstalten?

Ich bin in Linden aufgewachsen. Meine Schwestern, ein Großteil meiner Familie und viele Freunde wohnen noch hier. Und ich habe mit der Faust einen ziemlich gut gelegenen und sympathischen Standort gefunden. Linden ist ein sehr multikultureller, internationaler Stadtteil. Ich finde, Hannover hat in der Öffentlichkeit oft noch das Klischee der grauen Maus. Jeder kennt Hannover, weil man da mal umsteigt. Aber die Stadt wird oft nur belächelt. So kann man mal einen positiveren Fokus auf die Stadt und vor allem den Stadtteil legen.

Wie kamen Sie überhaupt dazu, so eine große Schuhmesse zu veranstalten?

Ich hatte zuerst die Idee, ein Sneaker-Geschäft in Hannover zu eröffnen. Ich habe mich mit den Leuten vom Overkill Store darüber unterhalten und alles vor- und durchrechnen lassen - Risiken und Kosten. Dann habe ich das für mich abgelehnt. Anschließend habe ich mich gefragt, warum denn nicht eine Messe organisieren. Gerade mit Overkill als Partner im Rücken. Selbst wenn es nicht funktionieren sollte - ich wollte das einfach probieren. Und die erste Messe lief erfreulicherweise sehr gut.

Wer gar kein Geld ausgeben, dabei aber besonders viel erleben möchte, hat in Hannover einige Möglichkeiten. In dieser Galerie finden Sie Tipps, wie man Hannover entdecken kann, ohne dass man dafür viel Geld ausgeben muss.

Was sind Ihre weiteren Pläne?

Ich warte jetzt die Veranstaltung ab, denke aber, dass ich die Messe auf lange Sicht in Hannover etablieren möchte.

Würden Sie Ihre komplette Schuhsammlung für eine Summe X verkaufen?

Meine Schuhe kann man nicht mit Geld aufwiegen. Es geht um die Erinnerungen und den Schuh selbst. Ein besonderer Schuh ist für mich zum Beispiel der Adidas NMD Primeknit. Ich habe eines der ersten Modelle ergattert, die damals rausgekommen sind. Den Schuh habe ich zum einen für mich gekauft und zum zweiten als Überraschung auch einen für meine Freundin. Ich würde den nie wegschmeißen, weil es das erste Paar war, mit dem ich meine Freundin überrascht habe.

Ist Ihre Freundin auch so schuhverliebt wie Sie?

Sie trägt gerne Schuhe, hat aber nicht viele: 14 Paar glaube ich. Ich habe sie nicht angesteckt, aber sie interessiert sich natürlich auch für Schuhe. Ich glaube, sonst könnte sie auch nicht meine Freundin sein.

Sie haben viele Tattoos am Körper. Haben Sie sich auch einen Schuh tätowiert?

Habe ich. Das ist ein Nike Airmax1. Ich wollte damals ein T-Shirt mitdesignen. Lindener Spezial ist mein Lieblingsbier, und der Nike Airmax war der Schuh mit meiner Lieblingssilhouette. Die Tätowiererin hat beide Motive für das T-Shirt gemalt. Und ich fand das so großartig, dass ich mir Schuh und Bier habe stechen lassen.

Interview: Alexander Reupke

Die größte Sneaker-Messe in Hannover

Am Sonnabend veranstaltet Luka-Jonas Heske die Messe Mesh & Laces zum zweiten Mal. In den Räumlichkeiten des Kulturzentrums Faust (Zur Bettfedernfabrik 3) sind nicht nur private Anbieter vertreten, auch die bekannten Shops Overkill aus Berlin, Glückstreter aus Bremen, Fussstolz, VCNTY und Adidas Originals aus Hannover bieten von 13 bis 19 Uhr seltene Schuhe zum Kauf an. Der Lindener Pub The Harp kreiert eigens für die Messe neue Burger. Es wird ein Barbier aus Berlin anwesend sein, der kostenlos Haare und Bärte schneidet. Und es werden etliche Preise verlost: Hauptgewinn ist ein Adidas Yeezy Zebra für 600 Euro. Graffiti-Künstler versehen einige Wände der Faust mit bunten Schuhen oder hannoverschen Motiven. Der Eintritt kostet mindestens 3 Euro – wer möchte, kann bis zu 
6 Euro zahlen.

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