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„Das schwierigste Fach ist Pause“

Interview mit den HAZ-Schulexperten „Das schwierigste Fach ist Pause“

Seit ihrer Einschulung trifft sich die HAZ einmal im Jahr mit Magali und Chanel, um mit ihnen zu diskutieren. Am Mittwoch bekommen die beiden Drittklässlerinnen ihr Zeugnis – mit Zensuren. Ein Interview über Ferien, die Liebe zu Mathe und Sexualkunde.

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Chanel Mai Pham (links, 9,5 Jahre) und Magali Domeier (8,5 Jahre) im Interview mit Hannah Suppa.

Quelle: Nico Herzog

Chanel: Hallo! Wir wollen mit dir über die Klassenfahrt reden und über die Ferien!

Na dann, schießt los.

Chanel: Also, wir waren auf Klassenfahrt auf einer Ritterburg – da gab es auch einen Streichelzoo, einen Volleyballplatz und Pfeeeerde (Chanel schaut verzückt). Und es gab da Hochbetten!

Jetzt mal eins nach dem anderen: Wo wart ihr denn auf Klassenfahrt?

Magali: Schloss Altenhausen bei Magdeburg war das. Vier Tage waren wir da, alle dritten Klassen.

Wie viele Kinder haben denn in einem Zimmer geschlafen?

Chanel: Ich war fünf! Hhhhm … Bananeneis! (Löffelt sich durch den Eisbecher)

Das war ja eure erste Klassenfahrt. Hattet ihr Heimweh?

Chanel: Ich nur ein einziges Mal. Da sind mir ein paar Tränchen runtergekullert. Aber mehr nicht! (sehr vehement)

Magali: Das war total fies. Ein paar Mädchen hatten Heimweh, und dann wollte ich sie trösten - und musste dann auch weinen. Das war, bevor wir uns im Schloss verlaufen haben.

Chanel: Heimweh ist auch ansteckbar!

Im Schloss verlaufen? Das klingt ja gruselig!

Magali: Das war in tiefster Nacht! Wir wussten nicht, wo wir langlaufen. Da waren dreitausend Millionen Türen.

Chanel: Ihr habt mir ja nicht geglaubt, dass man da die Treppe runtergehen soll!

Magali: Aber irgendwann haben wir die Lehrer gefunden. Dann war alles gut.

Wie tröstet man eigentlich jemand, der Heimweh hat?

Chanel: Einfach sagen: „Komm, nur noch dieser eine Tag!“ Heimweh ist ja, wenn man irgendwo anders schläft …

Magali (beendet Chanels Satz): … und man seine Eltern nicht hat und dann zu denen will.

Chanel: Man erinnert sich dann an die früheren Erinnerungen.

Seid ihr denn ferienreif?

Beide: Jaaaaaa!

Warum?

Magali: Ich hab keinen Bock mehr, jeden Tag so früh aufzustehen und abends so früh ins Bett zu gehen. In den Ferien muss ich ja nix lernen.

Chanel: Ich mag die Ferien! Da hat man so viel Freizeit. Auch wenn ich Mathe vermisse.

Sechs Wochen frei - das ist ja ganz schön lang. Was macht ihr denn in den Ferien?

Chanel: Ich fahre auf den Reiterhof zu meinem Lieblingspferd Cookie - und dann fahr ich mit meiner Mama nach Polen zu unserer Familie.

Magali: Wir gehen wandern in Österreich! Da freue ich mich schon drauf.

Was habt ihr denn gerade für Themen in der Schule?

Chanel: Sexualkunde! Das ist so ein spannendes Thema! (Magali verdreht die Augen)

Magali: Och nöö, Channi. (kichert)

Chanel: Wir lernen da ganz viel über den Körper. Die Scheide besitzt eine Gebärmutter und Eierstöcke und so (schreit recht laut, und die Gäste am Nachbartisch schauen belustigt rüber). Mein Lieblingsfach ist aber Mathe. Ich liebe Mathe! Ich könnte in Mathezahlen versinken!

Magali: Ich ver … was auch immer das heißt … eher in Deutsch.

Wie ist das denn mit den Jungs so in der Klasse?

Magali: Die ärgern mich immer. Und sagen „Doofmeier“ zu mir, weil ich Domeier mit Nachnamen heiße. Das sagen fast alle Jungs zu mir.

Chanel: Schau mal, da ist Greta! (winken ihrer Freundin im Eiscafé)

Ihr bekommt jetzt Zeugnisse. Mit Noten sogar. Zum ersten Mal, oder?

Magali: Nööö. Das kennen wir schon.

Chanel: Ich weiß schon, dass ich in Musik, Kunst und Religion eine eins bekommen werde! Im ersten Halbjahr hatten wir schon Noten.

Magali: Ich finde das total aufregend. Neulich im Mathetest habe ich eine eins geschrieben.

Chanel: Beim Mathetest hab ich aus Versehen eine Zusatzaufgabe gemacht und dann eine 1 mit Sternchen bekommen. Ich liebe Mathe!

Aus Versehen zu viel gemacht?

Chanel: Wir sollten Aufgabe A oder B machen - und da habe ich einfach beide gemacht.

Magali: Das sagtest du schon. (verdreht die Augen)

Wie findet ihr das denn, dass ihr nun Noten bekommt?

Magali: Ja, endlich gibt es Noten! So weiß man, wie einen die Lehrer finden und ob man viel gelernt hat. Oder ob man noch mehr lernen muss.

Chanel: Das ist auch sehr gerecht mit den Noten.

Jetzt treffen wir uns jedes Jahr zum Quatschen. Und immer noch seid ihr die besten Freundinnen.

Chanel: Ja, wir sind ja sehr gut befreundet!

Und macht ihr auch zusammen die Schule weiter nach der vierten Klasse?

Magali: Das können wir ja leider nicht entscheiden.

Chanel: Meine Eltern schicken mich auf ein katholisches Gymnasium. Uuha, da ist ja Ananas im Eisbecher! (verzieht das Gesicht angewidert)

Wie war denn die dritte Klasse eigentlich so? Was war denn schwer?

Chanel: Das war schön, sehr schön. Besonders Mathe. Das schwierigste Fach ist: gar nichts.

Magali: Das schwierigste Fach ist Pause.

Hä?

Magali: Weil man sich da immer nicht einigen kann, mit wem man spielt und was. Wenn man sich verabredet hat, kann man sich nicht entscheiden, was man spielen soll. Und wenn man eine Idee hat, dann fehlen die Kinder dazu.

Und was spielt ihr so in der Pause?

Chanel: Pfeeeerd oder Mutter-Vater …

Magali: … nein! Also die Mädchen spielen das. Wir spielen Mutter-Pferd-Hund-Geschwister. Aber das ist ganz komisch. Mal spielen alle Kinder das, dann wieder was anderes.

Gibt es da so Schulhof-Spieltrends?

Magali: Genau! Einige Kinder spielen im Moment immer Verstecken-Abklatschen, davor war es Kletterfangen. Was auch toll ist: Jungs fangen die Mädchen ...

Chanel: … oder die Mädchen fangen die Jungs! Aber ich mag Pause nicht, Unterricht ist mir lieber.

Und wie geht es jetzt nach den Ferien weiter?

Chanel: Mit der Schule haben wir es leider bald schon hinter uns!

Magali: Chanel, wir sind doch dann erst in der vierten Klasse.

Chanel: Na gut. Und nach der Schule möchte ich Knochenärztin im Krankenhaus werden. Dann mach ich Knochen heile.

Magali: Mit Sekundenkleber? (kichert)

Ich wünsche Euch schöne Ferien!

Chanel und Magali

Chanel Mai Pham (9,5 Jahre) und Magali Domeier (8,5 Jahre) sind seit dem Kindergarten befreundet – und besuchen gemeinsam die Grundschule Wasserkampstraße in Kirchrode. Nach den Sommerferien kommen sie in die vierte Klasse. Ihren Verein „Freundeherz“, in dem nur sie beide Mitglieder sind, haben sie etwas schleifen lassen – die Freundschaft ist weiterhin eng. Besonders nach der Klassenfahrt in diesem Schuljahr. Die HAZ trifft die Mädchen seit 2011, um über die Schule zu diskutieren. Und das soll auch noch bis zum Abitur so weitergehen, sagen die zwei.

Kurz vor ihrer Einschulung im Jahr 2011 waren sie sich einig: „Die Schule ist doch pippieinfach“, sagten die Schulexperten damals im HAZ-Interview. Und auch sonst nehmen die beiden die Schule ganz lässig – im vergangenen Jahr betonten die beiden: „Wir sind weise“. Na denn!

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Von Redakteur Hannah Suppa

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