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Aus der Stadt „Prinzessinnenbücher sind langweilig“
Hannover Aus der Stadt „Prinzessinnenbücher sind langweilig“
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19:18 16.11.2017
Von Jutta Rinas
Sie sind allesamt große Bücherfans: Karl (7), Jonas (7), Marlene (8), Rose (9), Philippa (8) und Timna (9) aus dem Hort Mengendamm. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Heute ist bundesweiter Vorlesetag. Eine neue Studie zeigt, dass fast alle Eltern Vorlesen wichtig finden. Wie ist das bei euch? Mögt ihr es, wenn euch vorgelesen wird?

Jonas: Also, ich lese ja eher meinen Eltern vor als andersrum.

Wieso das denn?

Jonas: Na, ich soll laut vorlesen, weil ich lesen lernen soll. Ich kann noch nicht so gut lesen.

Timna: Bei mir ist es so: Ich lese meinen Eltern vor und meine Eltern lesen mir vor.

Und wann macht wer was?

Timna: Wenn ich krank bin, lesen mir meine Eltern vor. Wenn ich dann selber lese, bekomme ich nämlich Kopfschmerzen. Und ich selber lese meinen Eltern vor, weil das meine Rechtschreibung verbessert. Die Aussprache von den Wörtern verbessert sich dann auch.

Wie ist das bei den anderen? Könnt ihr euch erinnern, wer euch früher vorgelesen hat? Mama, Papa, Oma?

Philippa: Mein Vater hat mir immer kleine Bücher auf Englisch vorgelesen. Er kommt aus Bristol. Glaub’ ich jedenfalls. Meine Mutter liest „Harry Potter“ vor. Erst wollten wir das gar nicht. Aber dann haben wir abgemacht, dass sie anfängt und weiter liest, wenn es gut ist.

Und?

Philippa: Es ist gut.

Marlene: Bei mir haben beide vorgelesen, als ich klein war. Wenn Mama lange bei der Arbeit war, hat Papa vorgelesen. Und umgekehrt. Aber ich lese jetzt schon ein paar Jahre alleine. Meine Eltern haben gemerkt, dass ich immer mit auf die Seiten gucke. Da haben sie manchmal absichtlich falsche Wörter gesagt. Das hab ich gemerkt - und dann haben sie mir Anfängerbücher mit Lücken gekauft. Da lesen erst die Eltern was und dann die Kinder.

Was findet ihr am Vorlesen schön?

Marlene: Dabei kann man sich so schön entspannen.

Rose: Genau. Und das Betonen der Wörter ist auch so schön. Da klingt die Geschichte gleich immer viel besser. Wenn ich im Kopf lese, betone ich ja nichts.

Stimmt es eigentlich, dass Jungs sich mehr für Kinderbücher über Autos und Bagger interessieren und Mädchen mehr für Prinzessinnen?

Karl: Nö. Ich interessier’ mich zum Beispiel gar nicht für Bagger oder Autos.

Wofür interessierst du dich denn?

Karl: „Harry Potter“.

Du bist sieben Jahre alt und liest schon „Harry Potter“?

Karl: Ja. Soll ich mal was vorlesen? (Liest die ersten Sätze aus dem mitgebrachten „Harry Potter“-Band „Kammer des Schreckens“ vor“.)

Danke schön! Und was ist so interessant an „Harry Potter“?

Karl: Ich find’ es einfach gut. Es ist spannend. Es ist toll.

Was lest ihr anderen gern?

Timna: Ich lese zum Beispiel gerne „Schule der Magischen Tiere“ von Margit Auer. Da geht es um Tiere, mit denen der Besitzer sprechen kann.

Marlene: Früher hab ich gerne Pferdebücher gelesen. Jetzt sind es eher lustige Krimis.

Und die Jungs?

Karl: Ich lese gerne Fantasybücher.

Jonas: Ich lese eigentlich gar nicht sooo gerne. Aber ich muss üben. Da ist „Drache Kokosnuss“ gut.

Und wie ist das nun mit Jungs- und Mädchenbüchern? Ihr Mädchen, interessiert ihr euch hauptsächlich für Prinzessinnenbücher?

(Mädchen, unisono): Neiiiin!

Timna: Manche Leute behaupten auch, Mädchen würden sich nicht für Fußballbücher interessieren. Das stimmt ja auch überhaupt nicht.

Karl: Aber Jungs interessieren sich mehr für „Harry Potter“.

Jonas: Das stimmt.

Mädchen, unisono: Stimmt nicht.

Okay, Jungs. Haben euch eure Eltern denn auch mal ein Prinzessinnenbuch vorgelesen?

Jonas: Nö. Prinzessinnenbücher sind langweilig. Ich mag eigentlich sowieso lieber Fernsehen. Und Filme.

Guckst du denn mehr Fernsehen, als dass du liest?

Jonas: Ich gucke schon auch viel Fernsehen. Aber wenn im Fernsehen in einem Film ein Schild eingeblendet wird, les’ ich auch, was da drauf steht.

Letzte Frage: Wie viele Bücher habt ihr eigentlich im Kinderzimmer stehen? Ihr könnt auch „ganz wenige“ sagen ...

Philippa: 50, 60, 70 bestimmt. Aber da sind auch viele ganz dünne dabei.

Marlene: Also, ich habe einen ganz großen Schrank voller Bücher. Die habe ich alle sortiert.

Wie denn? Alphabetisch?

Marlene: Nö. Nach Themen: witzig, lustig, Freundschaft, Abenteuer und so.

Rose: Soll ich die von meiner Schwester mitzählen? Dann sind es bestimmt 150.

Das sind aber wirklich sehr viele. Passen die denn alle überhaupt in eure Wohnung?

Rose: Da ist auch eine ganze Kiste mit Pixibüchern dabei. Das passt dann schon rein.

Interview: Jutta Rinas

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