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Aus der Stadt Renovierungsplan für das VHS-Gebäude steht
Hannover Aus der Stadt Renovierungsplan für das VHS-Gebäude steht
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00:16 07.02.2016
Von Conrad von Meding
Geschäfte und Büros , Wohnungen und eine lichte Hülle fürs Foyer: Beim Siegerentwurf ist nicht nur die Fassade neu. Quelle: Simulation: RTW
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Hannover.

Noch im Februar soll der Kaufvertrag zwischen Stadt und Investor Gregor Baum unterschrieben werden. Dann soll möglichst bald der Umbau des seit acht Jahren wegen Baufälligkeit eingerüsteten ehemaligen Volkshochschulgebäudes am Friedrichswall gegenüber vom Rathaus beginnen. 20 Millionen Euro will Baum in die Immobilie investieren. 15 Architekturbüros hatten Entwürfe für die Nutzung des Gebäudes erarbeitet. Gestern stellte Baum mit Baudezernent Uwe Bodemann den Siegerentwurf vor - „für das Haus, das durch sein Eingerüstetsein bekannt ist“. Alle Entwürfe sind bis Mitte Februar in der Bauverwaltung zu besichtigen.

„Für mich ist dieser Standort etwas ganz Besonderes“, sagte Immobilienentwickler Baum, der Vorsitzende des Hannoverschen Rennvereins: „Ich bin Südstädter, und gegenüber vom Rathaus gestalten zu dürfen ist etwas ganz Spezielles.“ Baum hatte sich ebenso wie beim nahen Sparkassen-Bau am Aegi in einem Bieterverfahren gegen mehrere Konkurrenten durchgesetzt und als Höchstbietender den Zuschlag bekommen.

Das Gebäude gilt als schwierig. Einerseits wegen des benachbarten Hotelbaus, der ab März für 22 Monate Flüchtlingsunterkunft wird und anschließend komplett modernisiert wird. Er wolle mit dem Berliner Investor Kontakt aufnehmen und sich abstimmen, sagte Baum gestern. Andererseits aber auch wegen der Immobilie selbst. Der Nachkriegsbau beinhaltet mit dem Fragment des Borgentrick-Turms und einem Stück Stadtmauer Teile des ältesten profanen Bau­erbes der Stadt. Dazu steht innen noch das Sechzigerjahrefoyer mit der rückwärtigen Buntglaswand von Gerhard Wendland unter Denkmalschutz.

Die Jury habe lange und sehr kontrovers um den besten Entwurf gerungen, berichtete die Juryvorsitzende und Architekturprofessorin Ulla Luther aus Berlin gestern. Am Ende hat der hannoversche Architekt Peter Teicher (RTW Architekten) überzeugt. Er betonte, dass es mitnichten nur um eine neue Fassade gehe, sondern um ein völlig neues Nutzungskonzept. War bisher fast ausschließlich die Volkshochschule im Haus, soll es künftig Nutzungen mit Läden, Büros, Wohnungen und Gastronomie geben. Kniffelig war zudem die Aufgabe, ein zusätzliches Treppenhaus einzuplanen, um alle Bereiche intelligent zugänglich zu machen.

Teicher hat zum Friedrichswall unten ein Geschäft und oben Büros vorgesehen und plant lange, schlanke Fenster über die zwei unteren Geschosse. Er schneidet zudem die bisher geschlossene Westwand des hohen Gebäudeteils für ein großes Fenster oben und einen Zugang unten auf, lässt am Seitenflügel viel Licht ins alte Foyer und plant zum Köbelinger Markt hin gaubenartige Loggien mit Balkonen. Stadtbaurat Bodemann lobte die „Entschlossenheit des Entwurfs“. Investor Baum staunte, wie vielfältig die Planerideen seien: „Es sind fast alle Baustile vertreten - und in einem Entwurf sogar fast alle Baustile zusammen.“

So unterschiedlich 
waren die Entwürfe

„In einem Entwurf sind sogar alle Baustile vertreten“, stichelte Investor Gregor Baum. Architekt Axel Nieberg plante zur Altstadt hin bogenförmige Durchblicke, die Gebäudeecke wollte er mit einer 15-Meter-Kolonnade schließen, das höchste Geschoss wie einen Kasten hervorheben. Durchgefallen.

„Wohltuend anders“ sei Architekt Claus Schulze mit dem Umbau umgegangen, lobte die Juryvorsitzende Ulla Luther. Er hat die Gebäudeecke an der Passage zwischen Rathaus und Altstadt aufgebrochen. Der Rest aber war der Jury zu konventionell – dritter Platz.

Mit der Idee schlanker Fenster im unteren Gebäudeteil ist Architekturprofessor Jörg Friedrich noch entschlossener umgegangen als der Siegerentwurf, doch habe die schwarze Fassade dem Investor Sorgen bereitet, hieß es gestern. Deshalb: Auch erster Platz, aber den Auftrag bekommt RTW.

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