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Investor übernimmt Altenwohnanlage

Lister St.-Nikolai-Stift Investor übernimmt Altenwohnanlage

Eine der ältesten Stiftungen Hannovers gibt die wohl prägnanteste seiner Altenwohnanlagen auf. Das St.-Nikolai-Stift hat sein Wohnstift in der Drostestraße mit rund 250 Wohnungen verkauft.

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Verkauft: Die Seniorenwohnanlage an der Drostestraße in der List.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Die Stiftung hat den Zweck, preiswerten Wohnraum für bedürftige Senioren anzubieten. Die Mieter der kleinen Wohnungen haben meist Anspruch auf eine Sozialwohnung und zahlen bisher für rund 30 Quadratmeter 150 Euro Grundmiete plus 70 Euro Betreuungsentgelt für Dienstleistungen wie Behördengänge. Zusätzlich können die Bewohner bei den Johannitern Pflegeleistungen oder Essen bestellen.

Mit dem Verkauf der Wohnanlage in bester Lister Lage reduziert das St.-Nikolai-Stift seinen Bestand drastisch. „In ein paar Jahren stehen dort Investitionen an, die uns in Schwierigkeiten gebracht hätten“, erklärt Geschäftsführer Marco Schmidt. Die denkmalgeschützten Gebäude sind meist Ende des 19. Jahrhunderts entstanden und bilden zwischen Kollenrodtstraße, Bürgerstraße, Edenstraße und Drostestraße ein eigenes Carree mit grünem Innenhof. Nur einer der vier Flügel stammt aus der Nachkriegszeit.

Als Käufer firmiert eine „GBR Drostestraße“, hinter der dem Vernehmen nach ein bekannter hannoverscher Investor stehen soll. „Das ist ein seriöser Käufer mit Bezug zu Sozialimmobilien. Wir hätten das Wohnstift nicht an eine Heuschrecke verkauft“, betont Schmidt. Zur Kaufsumme bewahrt der Geschäftsführer Stillschweigen, auch dazu, wie die Stiftung mit dem Geld umgehen wird. Eine Entscheidung des Vorstands dazu steht noch aus. Das Eigentum an den Gebäuden geht zum 1. Juni an den neuen Besitzer über.

Für die Mieter, die jetzt per Aushang von den Veränderungen erfuhren, hat das St.-Nikolai-Stift mit dem Käufer einen zehnjährigen Bestandsschutz vereinbart. „Eine Luxussanierung ist ausgeschlossen und die Miete in dieser Zeit gedeckelt“, sagt Schmidt. Nach Informationen der HAZ kann die Kaltmiete von jetzt 4,94 auf maximal 5,50 Euro pro Quadratmeter steigen. Die Betreuung durch St.-Nikolai-Stift und Johanniter bleibt bis 2026 gewährleistet. Die Kindertagesstätte im Gebäude ist auf Betreiben der Stadt abgesichert.

„Eine Stiftung muss so wirtschaftlich handeln, dass sie ihr Vermögen erhält. Und das ist nicht immer gegeben, wenn sie eine Immobilie behält“, sagt Claus Conrad, Verwaltungsleiter des St.-Nikolai-Stifts. Das Innenministerium als Aufsichtsbehörde für Stiftungen habe dem Verkauf zugestimmt. Die Wohnstifte Bödekerstraße, Alte Herrenhäuser Straße sowie Appelstraße bleiben im Besitz der Stiftung, außerdem der Neue St.-Nikolai-Friedhof in der Nordstadt.

Gegründet wurde das St.-Nikolai-Stift vor mehr als 700 Jahren als Leprastation vor den damaligen Toren der Stadt. Die Nikolaikapelle an der Goseriede und der alte Nikolaifriedhof zeugen bis heute davon. Selbst der Name des Klagesmarkts leitet sich von Stiftspatron, dem heiligen Nikolaus (niederdeutsch Klaas), ab.

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