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Investoren geben Spanien-Pavillon auf

Nach Brand Investoren geben Spanien-Pavillon auf

Gerade hatten die hannoverschen Projektentwickler vom Unternehmen Schramm & ­Schoen den Spanischen Pavillon gekauft, da zerstörte ein Brand die Anlage. Jetzt sind die Investoren kurzfristig vom Kaufvertrag zurückgetreten. Was wird nun aus der Immobilie?

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„Wer immer den Pavillon angezündet hat, hat es geschafft, uns rauszudrängen“: Ruine des früheren Spanischen Pavillons.

Quelle: Kremkau

Hannover. Nach dem  verheerenden Feuer im Spanischen Pavillon stehen die Zeichen im Expo-Park auf Stillstand: Die hannoverschen Projektentwickler, die Immobilie und Grundstück gerade gekauft hatten, sind jetzt vom Kaufvertrag zurückgetreten. „Das finanzielle Risiko ist für uns nicht kalkulierbar“, sagt Christian ­Schoen vom Unternehmen Schramm & ­Schoen. Damit fällt das Eigentum wieder an einen französischen Investor zurück, der schon in den Vorjahren keine sichtbaren Anstrengungen zur Entwicklung der Immobilie unternommen hatte.

Der ehemalige spanische Pavillon auf dem Expo-Gelände ist bei einem Großbrand weitgehend zerstört worden. Die Feuerwehr konnte den Brand trotz eines Großaufgebots an Einsatzkräften und Fahrzeugen nur langsam eindämmen.

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„Wir haben die Reißleine gezogen“, sagt Schoen. Dem Unternehmen sei die Entscheidung nicht leicht gefallen. „Wir geben nur ungern auf, aber wir wollen uns auch nicht verheben.“ Schramm & Schoen ist ein von zwei Architekten geführtes mittelständisches Unternehmen mit 20 Mitarbeitern, das sich auf die Entwicklung von Problemimmobilien fokussiert hat. „Wir haben keine Angst vor großen Projekten - aber wer auch immer den Pavillon angezündet hat, hat es geschafft, uns rauszudrängen“, bedauert Schoen.

Für den Expo-Park, das Gelände der Nationenpavillons während der Weltausstellung, ist diese Entwicklung ein weiterer Rückschlag. Während die Pavillons im Eigentum der städtischen Firma Expo-Grund in Nutzung oder vermarktet sind, machen die Pavillons im Privatbesitz Probleme. In Sichtweite der Brandruine steht der architektonisch markante Holländische Pavillon, der mangels Entwicklungsperspektiven immer mehr verkommt. Auch für den gelben Litauischen Pavillon und den von Glaskuben flankierten Dänischen Pavillon gibt es noch keine neuen Nutzer.

Der Spanische Pavillon auf dem Gelände des Expo-Parks war nach jüngsten Erkenntnissen der Brandermittler mutwillig angezündet worden. Zwar hatte es auch in den Jahren zuvor immer wieder kleine Feuer im Gebäude gegeben, allerdings hatten die nie einen Vollbrand ausgelöst. Diesmal aber gehen die Ermittler von einer gezielten Brandstiftung aus - mit verheerenden Folgen. Das Gebäude ist schwer einsturzgefährdet, die markante Fassade nicht mehr zu retten. Die Immobilie ist bei der hannoverschen VGH versichert, die den Schaden regulieren muss.

Für den Käufer Schramm & Schoen läuft die Frist zum Rücktritt jetzt ab, die jeder Immobilienkaufvertrag bei einer „wesentlichen Verschlechterung des Kaufgegenstands“ vorsieht. „Wir können nicht absehen, welche Kosten auf uns zukommen werden, daher nutzen wir nach langem Überlegen diese Option“, sagt Schoen.

Das Unternehmen hatte verschiedene Nutzungsmöglichkeiten durchgespielt. Interner Favorit war eine Vermietung an das Oldtimermuseum Mobile Welten, das auf der Suche nach einem Gelände und Räumen ist. Alternativ war die Einrichtung eines großen Archivgebäudes für einen Firmenkunden angedacht worden, aber auch ein Abriss und ein anschließender Neubau von Büros mit Studentenwohnungen war Teil der Überlegungen.

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