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Aus der Stadt Investoren reißen sich um ZOB-Areal
Hannover Aus der Stadt Investoren reißen sich um ZOB-Areal
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21:29 02.04.2009
Von Conrad von Meding
Platz der Begierde: das ZOB-Areal Quelle: Ralf Decker

Das vom Land geplante Fachgerichtszentrum ist nach dem Scheitern der Pläne für das Bredero-Hochhaus dabei nur eine mögliche Nutzung. Hamburger Investoren wollen dem Vernehmen nach ein weiteres Hotel auf der Fläche errichten. Und auch ein mittelständisches Unternehmen will bauen, es verhandelt bereits mit der Stadt – allerdings nicht über das Gerichtszentrum. Die SPD-Fraktionen im Rat der Stadt und im Landtag haben darum bereits Sorge, dass das Gelände für ein solches Zentrum bald verloren sein könnte. Sie fordern Stadt und Land auf, ihr Handeln abzustimmen. 6500 Quadratmeter misst das Grundstück am Fuße des alten Fernsehturms. Es liegt so prominent, dass die Stadt es nach einer Verlegung des Busbahnhofs gerne für eine Firmenzentrale oder ähnlich repräsentative Bauten genutzt sehen will. Grundsätzlich ist dort auch das Fachgerichtszentrum, in dem das Land fünf hannoversche Gerichte bündeln will, denkbar.

Nachdem die Pläne für einen Einzug der Gerichte in das benachbarte Bredero-Hochhaus überraschend gescheitert waren, prüft jetzt das Land, ob es das Fachgerichtszentrum gemeinsam mit privaten Investoren bauen kann. Mehrere Interessenten wollen von der Stadt denn auch eine sogenannte Anhandgabe des Grundstücks – eine Art Reservierungsbestätigung, um dann mit dem Land über einen Neubau verhandeln zu können.

Doch offenbar ist die Stadt schon weiter und verhandelt mit einem einzelnen Interessenten über den Kauf, der andere Pläne hat. Wer es ist, will keiner sagen, auch die städtische Liegenschaftenchefin Kay de Cassan gibt sich zugeknöpft. „Wir können uns seit neuestem über mehrere Interessenten freuen“, sagt sie nur – und dass die Stadt auf eine Vereinfachung des Vergaberechts hoffe, um mit der Firma handelseinig werden zu können. Bisher müssen teure Grundstücksgeschäfte europaweit ausgeschrieben werden, bald soll die Bürokratie reduziert werden.

Weil nun auch noch bekannt wird, dass Hamburger Investoren über den Bau eines Hotels auf dem ZOB-Grundstück nachdenken, will die SPD-Landtagsfraktion von der Landesregierung wissen, wie es mit dem Fachgerichtszentrum weitergeht. Insbesondere sei „zu verhindern, dass derzeit mögliche Standorte wie zum Beispiel das ,Lister Dreieck‘ am ZOB“ anderen Verwertungen zugeführt werde. Auch der Fraktionsvize der SPD im hannoverschen Rat, Thomas Hermann, sieht dringenden Gesprächsbedarf: „Stadt und Land müssen ihre Vorhaben abstimmen – schließlich sind gute Flächen im Zentrum Mangelware, die nicht beliebig erweiterbar sind.“

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