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Ist Steintor-Täter Holger B. ein Neonazi?

Schießerei am Steintor Ist Steintor-Täter Holger B. ein Neonazi?

Die tödlichen Schüsse vom Steintor haben womöglich auch einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Bislang geht die Polizei davon aus, dass ein Streit über die Anzahl der deutschen und der italienischen Fußball-WM-Titel Auslöser für den Doppelmord gewesen ist. Nach HAZ-Informationen ist der mutmaßliche Täter Holger B. in der Vergangenheit durch rassistische Äußerungen aufgefallen.

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Holger B. sitzt noch immer in einem Gefängnis in Madrid und wartet auf seine Auslieferung.

Quelle: Michael Thomas

Ist Holger B., der mutmaßliche Doppelmörder vom Steintor in Hannover, ein Neonazi? Er soll in der Vergangenheit durch rassistische Äußerungen aufgefallen und im Besitz von Nazi-Fahnen und ähnlichen Emblemen gewesen sein. Am 3. Juli, zwei Tage, bevor er zwei Italiener in der Bar „Columbus“ mit Kopfschüssen regelrecht hinrichtete, hat Holger B. nach Beobachtungen von Zeugen im Steintor zwei Schwarze angepöbelt. Den Angaben zufolge hielt sich B. wenige Minuten nach dem Ende des WM-Viertelfinalspiels Deutschland-Argentinien vor dem „Bayern Stadl“ in der Scholvinstraße auf. Er war betrunken. „Als er zwei Schwarze sah, die eine Deutschland-Fahne schwenkten, tickte er aus“, sagt ein junger Mann, der nicht genannt werden möchte. Holger B. soll zu den beiden Männern gerannt sein und ihnen das Stück Stoff entrissen haben. „Dann hat er geschrieen: ,Ihr befleckt die deutsche Fahne‘“, sagt der Augenzeuge.

Außerdem soll der 42-Jährige den Schwarzen eine Tätowierung, ähnlich einem Hakenkreuz, auf seinem rechten Oberarm gezeigt haben. Eine langjährige Bekannte des Täters berichtet, dass in dessen Wohnung bereits vor Jahren eine Hakenkreuz- und eine SS-Flagge gehangen hätten. Außerdem habe er „Nazi-Literatur“ besessen, darunter auch eine Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“, sagt die Frau. Die Wände seiner ehemaligen Wohnung in Linden-Nord seien mit Wurfsternen, Messern und Nunchakus, japanischen Schlagwaffen, behängt gewesen. „Der Holger war früher regelmäßig in der Hooligan-Szene unterwegs“, meint ein Kneipenwirt aus Linden-Süd, bei dem B. regelmäßig verkehrte.

„Bislang haben wir keine Erkenntnisse, die in diese Richtung deuten“, sagt Oberstaatsanwältin Irene Silinger zu einem möglichen fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat. Der 42 Jahre alte Verdächtige sitzt noch immer in einem Gefängnis in Madrid und wartet auf seine Auslieferung. Er war nach den Schüssen auf die Insel Mallorca geflüchtet und hatte sich dort den Behörden gestellt.

Tobias Morchner, Rüdiger Meise

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