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Ist hier Platz
 für Flüchtlinge?

Stadt sucht nach Unterkünften Ist hier Platz
 für Flüchtlinge?

Bis Ende Januar verdoppelt sich die Zahl der Flüchtlinge, die in Hannover untergebracht werden. Aktuell sind es rund 3300 Hilfesuchende, dann werden es 7000 sein. Die Stadt sucht intensiv nach Unterkünften. Eine interne Liste zeigt, welche Standorte sich anbieten würden.

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Die 15 Meter hohen, konkav geschwungenen Glaswände des Deutschen Pavillons gelten als architektonisches Glanzstück. Jetzt ziehen wohl Flüchtlinge ein.

Quelle: HAZ (Archiv)

Hannover. Aus einer internen Liste, die der HAZ vorliegt, geht hervor, mit welchen Immobilieneigentümern die Stadt derzeit verhandelt.Oberbürgermeister Stefan Schostok hat die Objekte in dieser Woche den Spitzen der Ratspolitik vorgestellt.

Deutscher Pavillon: Die Büros im einstigen Vorzeigebau der Weltausstellung sind zwar komplett vermietet, der riesige Veranstaltungsbereich aber steht ungenutzt an der Expo-Plaza. Schuld ist unzureichender Brandschutz. Der verbietet zwar, dass Tausende in der großen Glashalle feiern – aber nicht, dass dort einige Hundert Menschen leben. Die Stadt schätzt, dass 350 Flüchtlinge dort untergebracht werden können.

Expo-Gelände: Der Deutsche Pavillion könnte 350 Flüchtlingen Platz bieten.

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Sophienklinik: Für die Belegbettenklinik entsteht derzeit ein Neubau neben dem Kinderkrankenhaus Auf der Bult. Die Stadt rechnet damit, spätestens Anfang 2016 rund 35 Menschen in dem alten Klinikgebäude in der Omptedastraße (Vahrenwald) unterbringen zu können.

Vahrenwald: Nach Auszug der Klinik könnten 35 Flüchtlinge einziehen.

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Altes Fernmeldehotel: Gespräche führt die Stadt nach HAZ-Informationen auch mit dem Finanzinvestor Aurelius, dem das Gebäude des GHotels auf dem alten Areal von Post/Telekom in der Lathusenstraße (Kleefeld) gehört. In dem Gebäude könnten 400 Flüchtlinge untergebracht werden. Allerdings läuft der Hotelbetrieb. Gerade erst seien alle Bäder erneuert worden, derzeit werde die Küche neu eingerichtet, hieß es gestern an der Rezeption überrascht. Offenbar hat Aurelius aber Verkaufsabsichten. Im städtischen Vermerk heißt es dazu: „teuer, sollte erworben werden, Verfügbarkeit offen“. Die Stadt hat bereits Hotels in der Lammstraße (Oststadt) und am Kronsberg (Bemerode) gekauft und dort Flüchtlinge untergebracht.

Bürohaus in der List: Konkreter dürften die Verhandlungen bei der ehemaligen VHV-Immobilie in der Constantinstraße 40 (List) sein. Dort könnten 250 Menschen unterkommen. Die meisten Etagen der Siebzigerjahre-Immobilie, die ein Investor gekauft hat, stehen leer. Verbliebener Hauptmieter ist das Regionsklinikum, das seinen Mietvertrag für mehrere Verwaltungsabteilungen bis 2017 verlängert hat. In der alten Cafeteria des Gebäudes kocht die gemeinnützige Gesellschaft Maschseekinder neuerdings Biokost für ihre beiden Kitas im Stadtbezirk Süd. Bei Klinikumsmitarbeitern heißt es zum geplanten Einzug von Flüchtlingen: „Wir würden uns über mehr Menschen in diesem Haus sehr freuen.“

List: Das alte VHV-Gebäude soll zum Quartier für 250 Menschen werden.

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Weitere Gebäude: Verhandelt wird offenbar derzeit über ein ehemaliges Autohaus an der Vahrenwalder Straße, das Platz für 150 Flüchtlinge bieten könnte, ein Möbelhaus mit Platz für 210 Menschen sowie eine Gewerbehalle am Tönniesberg. Genannt werden in der Auflistung auch die bereits bekannten Standorte wie das Gebäude des ehemaligen Grünflächenamts in der Langensalzastraße (Südstadt, 70 Plätze), das Gemeindehaus Christ-König (Bothfeld, 25 Plätze), das Wichernstift (Waldhausen, 80 Plätze), das provisorische Bettenhaus am Siloah-Standort (250 Plätze) oder die Containermodule der Nordstädter Lutherschule (60 Plätze, ab November).

Ebenfalls auf der Liste ist die Option, weitere Messehallen zu belegen. Ein Sprecher hatte aber gegenüber der HAZ bereits gesagt, dass bis nach den großen Frühjahrsmessen 2016 keine Kapazitäten frei sein werden. Die rund 250 Flüchtlinge, die derzeit in Halle 21 untergebracht sind, müssen wegen der Vorbereitung für die Infa in der nächsten Woche weichen. Sie werden in den ehemaligen Bau- und Gartenmarkt von Marktkauf in Badenstedt umziehen. Was die Nutzung von ehemaligen Gerichtsgebäuden betrifft, die durch die Eröffnung des zentralen Justizzentrums hinterm Amtsgericht frei geworden sind, nennt die Übersicht nur das alte Landesarbeitsgericht in der Siemensstraße (Südstadt). Offenbar sind die Verhandlungen aber schwierig.

Kaufland zieht in alten Famila-Markt: In Bornum gibt es einen neuen Nutzer für das große Gebäude, in dem bis Januar der Famila-Markt beheimatet war. Nach Angaben der Stadt im Bezirksrat hat Kaufland das Gebäude gemietet und jetzt eine Baugenehmigung für einen Umbau erhalten. Voraussichtlich ab Mitte 2016 sei mit einer Wiedereröffnung zu rechnen. Auf der Liste des Oberbürgermeisters steht die Immobilie noch als mögliche Flüchtlingsunterkunft – dieser Standort hat sich damit zerschlagen.

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