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Aus der Stadt Ist jetzt Schluss mit stinkenden Schultoiletten?
Hannover Aus der Stadt Ist jetzt Schluss mit stinkenden Schultoiletten?
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00:15 26.09.2017
Von Andreas Schinkel
In der Döhrener Dietrich-Bonhoeffer-Realschule hatte die Stadt mit geruchshemmender Farbe versucht, dem Uringestank entgegenzuwirken – ohne Erfolg. Nun kommt sie auf die Liste der Sanierungsfälle. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Übel riechende Urinale, rissige Fliesen, dreckige Wände - der Zustand etlicher Schultoiletten ist von Eltern, Lehrern und Ratsopposition häufig kritisiert worden. Jetzt wird die Stadtverwaltung tätig. Das Gebäudemanagement arbeitet derzeit an einem Sanierungsplan für Hannovers Schultoiletten. Eine große Zahl von WC-Anlagen habe man sich angesehen, derzeit werde eine Prioritätenliste erstellt, bestätigt Stadtsprecher Dennis Dix auf Nachfrage der HAZ. Die Liste soll den politischen Gremien noch in diesem Jahr vorgelegt werden. Bezahlt werden die Arbeiten aus dem üblichen Investitionshaushalt der Stadt.

Mängelliste mit 104 Schulen

Tatsächlich scheint die Not groß zu sein. Das zeigt eine detaillierte Umfrage der CDU in 104 hannoverschen Schulen. „Wir haben Hausmeister und Lehrer angeschrieben und danach noch einmal das Gespräch gesucht“, sagt CDU-Wirtschaftsexperte Jens-Michael Emmelmann. Am Ende habe es aus allen Schulen Rückmeldungen gegeben, teilweise sogar mit Briefen zu den Mängeln. „Die Betroffenen sind frustriert, weil die Stadtverwaltung 20 Jahre lang nichts getan hat“, sagt Emmelmann. 76 Prozent der befragten Schulen klagten über Geruchsbelästigungen in den WCs.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass es insbesondere im Grundschulbereich schlecht aussieht. So gibt es in der Grundschule Am Lindener Markt sechs Kindertoiletten, in denen noch Linoleumboden verlegt ist. Der Belag sei schwer zu reinigen, entsprechend hoch sei die Geruchsbelästigung, heißt es in der Mängelliste. In der Gebrüder-Körting-Schule wurde in den Sechzigerjahren unterhalb der Bodenfliesen eine Dämmschicht aus Kork verlegt. Die Ausdünstungen nach etlichen Jahren seien kaum erträglich. Auch viele Duschen in den Schulturnhallen sind zum Teil marode. Die Hausmeister weisen darauf hin, dass auch Schüler die Toiletten willentlich verschmutzen und WC-Kabinen beschädigen.

Ein schwieriger Fall ist die Grundschule Suthwiesenstraße. Sie soll zwar komplett erneuert werden - aber erst in einigen Jahren. Die Sanitäranlagen befinden sich aber in einem sehr schlechten Zustand, die Geruchsbelästigung ist enorm. „Hier muss die Stadt sofort Geld in die Hand nehmen, um die WCs zu sanieren“, sagt CDU-Schulpolitikerin Stefanie Matz.

Das sieht die SPD anders. „Wenn in einigen Jahren eine Schule neu gebaut wird, macht es keinen Sinn, die Toiletten zu sanieren“, sagt SPD-Wirtschaftsexperte Florian Spiegelhauer. Grundsätzlich begrüßt er die geplante Sanierungsliste der Stadt. Auch bei den Grünen herrscht Erleichterung, dass es jetzt losgeht mit der Toilettenreparatur. „Das ist immer unser Ansinnen gewesen“, sagt Grünen-Wirtschaftsexpertin Elisabeth Clausen-Muradian. Die Umsetzung sei aber eine Frage der organisatorischen Kapazität gewesen.

Im Gebäudemanagement wurden kürzlich 65 neue Personalstellen geschaffen, 42 davon sind besetzt. Die FDP macht dennoch Druck. „Mir geht das alles viel zu langsam“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke.

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