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Jährlich bis zu vier Bombenevakuierungen

Gezielte Suche Jährlich bis zu vier Bombenevakuierungen

Nach der Bombenräumung ist vor der Bombenräumung: Nachdem am Montag auch die letzten Patienten in ihre Vahrenwalder Seniorenresidenz zurückgekehrt waren, war die größte Evakuierung Hannovers nach dem Krieg abgeschlossen. Die Stadt kündigt an, jährlich bis zu vier Bombenentschärfungen durchzuführen.

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Einsatzspektakel: Vor allem für Kinder barg die große Evakuierung auch viele spannende Momente. Foto: Dillenberg

Quelle: Dillenberg

Hannover. Einen Tag nach Hannovers größter Evakuierungsaktion kehrt allmählich wieder Normalität ein. Als Letzte kehrten Montag die 36 übergewichtigen Patienten aus der Vahrenwalder Seniorenresidenz Alloheim zurück in die Rotermundstraße. „Wegen der besonderen Anforderungen wurde der Rücktransport erst am Montagvormittag abgeschlossen“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Hintz. Es benötigte spezielle Kranken- und Rettungswagen, um die zwischen 160 und 300 Kilogramm schweren Patienten vom Adipositaszentrum des Nordstadt-Krankenhauses zurück zum Alloheim zu bringen. Wegen des enormen Aufwandes waren die 36 Bewohner bereits am Sonnabend verlegt worden.

Es ist die größte Evakuierungsmaßnahme in Hannover seit dem Zweiten Weltkrieg: 50.000 Menschen im Norden der Stadt müssen am Sonntag wegen einer Bombenräumung ihre Wohnungen verlassen, weil auf einem Baugrundstück in Vahrenwald mehrere Blindgänger vermutet werden.

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Insgesamt sind die Planer sehr zufrieden mit dem Verlauf der zweitgrößten Evakuierung Deutschlands - nur die Augsburger im Dezember 2016 war mit 54.000 Betroffenen größer. „Bei der Anzahl an Menschen hatten wir mit einem größeren Zeitaufwand gerechnet“, sagt Feuerwehrsprecher Clemens Hoppe. Am Sonntag konnten ab 18 Uhr alle 50.000 Anwohner aus Vahrenwald, der List und Nordstadt zurück in ihre Wohnungen.

Auch die Polizei zieht ein positives Fazit: „Alle Anwohner haben gut mitgemacht und ihre Wohnungen zügig verlassen“, sagt Behördensprecher Philipp Hasse. Die Polizei ging ab 9 Uhr von Tür zu Tür, um sicherzustellen, dass sich niemand mehr im Sperrgebiet befindet. Gegenüber der HAZ gaben im Nachhinein zwar vereinzelt Personen an, während der Entschärfung in ihren Wohnungen geblieben zu sein, „aber wir können das nicht bestätigen“, sagt Hasse.

Das sind die Helfer bei der Bombenräumung in Vahrenwald.

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2436 hauptberufliche und ehrenamtliche Helfer von Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen waren mehr als 13 Stunden lang im Einsatz, um die Evakuierung sicherzustellen - darunter allein 500 Johanniter an fünf Standorten. „Überall herrschte eine gute Stimmung, und das Wetter hat auch mitgespielt“, sagt Johanniter-Sprecherin Frauke Engel. Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) würdigt den unproblematischen Ablauf der Evakuierung und das breite Unterhaltungsprogramm: „Das war ein guter Tag für Hannover.“

Drei Blindgänger sind am Sonntag auf der Baustelle an der Wedelstraße unschädlich gemacht worden. Die Stadt will künftig wieder gezielt nach Bomben suchen. Der Plan ist, jährlich bis zu vier Entschärfungen durchzuführen - jeder Stadtteil soll dabei pro Jahr nur einmal beeinträchtigt werden. Spontanfunde sind allerdings noch nicht miteingerechnet.

Von Peer Hellerling

Was passiert mit den drei Bomben?

Die drei Bomben, die am Sonntag auf der Baustelle an der Wedelstraße entschärft wurden, sind noch am selben Abend ins Zwischenlager nach Munster gebracht worden, teilt Marcus Rausch mit. Er ist Sprengmeister des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KBD).
Die britischen Fliegerbomben – zwei Fünf-Zentner- und ein Zehn-Zentner-Sprengsatz – werden später von einer zivilen Fachfirma zerstört. „Dazu werden sie klein geschnitten und dann verbrannt“, sagt Sprengmeister Rausch.
Zwei Zünder konnten am Sonntag relativ problemlos entschärft werden, bei der dritten Bombe musste ein Wasserstrahlschneidegerät eingesetzt werden und den verformten Zünder abtrennen. Zusätzlich hatte sich der Schlagbolzen bereits in den Detonator gebohrt.
Die Alliierten flogen während des Zweiten Weltkriegs 125 Luftangriffe auf Hannover. 6728 Menschen starben, 51,2 Prozent der Wohnungen wurden stark beschädigt.

pah

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