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Hannover hat wieder einen "Michelin"-Stern

Auszeichnung für "Jante" Hannover hat wieder einen "Michelin"-Stern

Nach elf Jahren hat Hannover endlich wieder einen "Michelin"-Stern für überragende Küche gewonnen. Das Jante von Tony Hohlfeld am Braunschweiger Platz hat die höchste Auszeichnung in die Stadt zurückgeholt. Und die Ole Deele in Burgwedel hat ihren Stern verteidigt.

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Gewinnertyp: Tony Hohlfeld in seinem Jante am Braunschweiger Platz.

Quelle: Frank Wilde

Hannover. Das kleine ehemalige Toilettenhäuschen am Braunschweiger Platz dürfte in den kommenden Monaten zum Magneten für die Freunde ausgezeichneter Küche werden. Dort, wo einst das Le Monde feine französische Küche darbot, ist seit August 2015 das Jante beheimatet: rustikale Holztische, eine fein nuancierte Einrichtung, kreative Gerichte – und eine Darbietung von Speisen und Weinen, die jetzt offenbar die gefürchteten Gastro-Kritiker des Restaurantführers „Michelin“ überzeugt hat.

„Das ist krass, überraschend, genial“, platze es aus dem 27-jährigen Jante-Chef Hohlfeld heraus: „Keiner von uns hat damit gerechnet, dass wir diese Auszeichnung bekommen.“ Und fügt bescheiden hinzu: „Sie gilt der Leistung unseres gesamten Teams.“ Gemeinsam mit seiner Mitgeschäftsführerin, der 26-jährigen Sommelière Mona Schrader, fuhr er Donnerstag zur Sternen-Verkündung nach Berlin.

Hohlfeld hat bereits Erfahrung mit der Auszeichnung. Er war bis 2015 Küchenchef in der Olen Deele in Burgwedel, wo 2011 Andreas Tuffentsammer mit einem jungen Team den begehrten Stern erstmals wieder in die Region zurückgeholt hatte. Hohlfeld verteidigte dort nach Tuffentsammers Ausscheiden die Auszeichnung, bevor er sich mit der kleinen Gastronomie an der Marienstraße selbstständig machte. Im Restaurant gab sich das Personal derweil zurückhaltend: Gefeiert werde erst am Freitagmittag, wenn die Chefs aus Berlin zurück seien. „Aber dann stoßen wir natürlich gemeinsam an“, sagte eine Mitarbeiterin. ( Lesen Sie hier unsere Restaurantkritik aus dem Jahr 2015 )

Einblicke in das Jante am Braunschweiger Platz in Hannover.

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Freude herrschte auch in der Olen Deele in Burgwedel. Das Restaurant von Inhaberin Elfrun Kühn hat seit 2011 nun schon zum sechsten Mal den „Michelin“-Stern erkämpft. In Branchenkreisen heißt es stets, den Stern zu halten sei schwieriger, als einen neu zu gewinnen. Tuffentsammer, der den Deelen-Stern erstmals geholt hat, arbeitet seit drei Jahren in Berlin als Gastro-Berater. Nach Hohlfeld hat es der 2015 geholte Küchenchef Benjamin Gallein zum zweiten Mal geschafft, die Qualität hoch und die Prüfer bei Laune zu halten. „Wir freuen uns über die erneute Auszeichnung für unser junges Team“, sagte Restaurantleiter Oliver Fabris am Abend, „aber wir freuen uns ganz ehrlich auch darüber, dass durch das Jante jetzt auch wieder ein Stern direkt nach Hannover gegangen ist.“

Erst im November hatte „Michelin“-Konkurrent „Gault Millau“ je 17 Punkte an die Insel von Norbert Schu, das Titus von Dieter Grubert und die Ole Deele verteilt. Auch da hatte das Jante bereits eine 14-Punkte-Auszeichnung erhalten. 15 Punkte sammelten da auch die erst zu Jahresbeginn eröffnete Wein-Basis in der Lärchenstraße, ebenso das Alte Jagdhaus von Stern und das Gasthaus Lege in Burgwedel-Thönse. Der „Gault Millau“ allerdings gilt als nicht ganz so hoch angesehenes Kritikerblatt wie der „Michelin“.

Das waren Hannovers letzte Sterne:  In den Neunzigerjahren hatte Joachim Stern (heute: Altes Jagdhaus) einen Michelin-Stern mit seinem damaligen Étoile in Döhren und gemeinsam mit seinem Vater im Georgenhof geholt. Norbert Schu (heute: Die Insel) holte bis 1994 jährlich Sterne, als er im Schweizerhof kochte. Und in den Achtzigerjahren leuchtete über Ekkehard Reimanns Clichy in der Oststadt regelmäßig ein „Michelin“-Stern. Im Umland gab es immerhin bis 2004 den begehrten Stern für das Merlin in Burgwedel unter Wilhelm Strohdach.

Noch mehr Sterne für Niedersachsen

Der „Guide Michelin“, Hotel- und Restaurantführer des französischen Reifenherstellers, gilt in Gourmetkreisen als „Bibel der Feinschmecker“. Insgesamt 292 ausgezeichnete Häuser listet die am Donnerstag veröffentlichte Ausgabe für 2017 auf, zwei mehr als im Vorjahr. Neu ausgezeichnet wurden 31 Restaurants, drei davon mit zwei Sternen: Das „Rutz“ in Berlin, das „Opus V“ in Mannheim und „Geisels Werneckhof“ in München. In Niedersachsen gelandet sind zwei Drei-Sterne-Auszeichnungen: für das La Vie in Osnabrück und das Aqua in Wolfsburg.

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