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Aus der Stadt Hannover swingt auf dem Trammplatz
Hannover Aus der Stadt Hannover swingt auf dem Trammplatz
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21:11 25.05.2017
Die Knut Richters Jazzband spielte als erste Gruppe auf dem Trammplatz Quelle: Dillenberg
Hannover

Tosender Jubel bricht unter den Tausenden Menschen aus, die auf dem Trammplatz vor dem neuen Rathaus stehen, als Klaus Doldingers Passport die ersten Töne der Filmmusik von „Das Boot“ über den Platz klingen lässt. Der 81-jährige Komponist ist der unangefochtene Star des Jazz-Festivals Swinging Hannover. Zum 50. Jubiläum des Festivals dürfen Doldinger und die Band Passport nicht fehlen, und das Publikum feiert den Jazzkomponisten und die Musiker mit lautem Applaus und Zugabe-Rufen. „Unser Repertoire ist vergleichsweise groß“, erklärt Doldinger.

Auch am Abend vor dem Jazz-Festival trat er bereits auf – beim Jazzbandball im HCC-Kuppelsaal. „Aber wir spielen kein Lied zwei Mal“, verspricht der 81-Jährige, der am 1. Juni den Echo-Jazz für sein Lebenswerk bekommen wird. „Jeder kennt doch die ,Tatort‘-Melodie oder die ,Unendliche Geschichte‘“, erklärt Gunther Mai, der direkt an der Bühne und vor dem Neuen Rathaus steht, mit Blick auf Doldingers bekannteste Kompositionen. „Es ist etwas ganz Besonderes, so eine Jazz-Legende mal mit eigenen Augen zu sehen“, sagt der 67-Jährige.

Auf dem Trammplatz wird beim „Swinging Hannover“ gejazzt.

Auch wenn es schon vorher auf dem Trammplatz voll ist, bei Klaus Doldingers Auftritt wird es auch hinter der Bühne und auf dem Friedrichswall eng. „Ich glaube, die 40 000 Besucher vom letzten Jahr haben wir getoppt“, sagt Festival-Moderator und Jazz-Club-Mitglied Lothar Krist. „Eine Größe wie Klaus Doldinger lockt natürlich viele an“, fügt er an. 

Bereits zu Beginn des traditionellen Jazz-Festivals ist der Trammplatz gut besucht. Während Knut Richter’s Jazzband das Open-Air eröffnet, fangen einige Besucher bereits an zu tanzen. „Die Musik ist klasse, wer kann da schon stillstehen?“, fragt Jana Daume. Eine liebgewonnene Tradition des Jazz-Festivals ist der Auftritt des Workshopchors der Gospelkirche. Powerfrau Mette Risager aus Dänemark leitet den Chor. „Wir hatten insgesamt zwei Tage Zeit, das Programm auf die Beine zu stellen. Und es war eine tolle Zeit“, sagt Risager. Gemeinsam mit dem Gospelchor begleitet sie auch den Gottesdienst in der Marktkirche.

Viel Beifall ernten die Gospelsänger jeden Alters nach dem Gottesdienst auf der Bühne am Trammplatz, bevor das Programm mit Moderator Lothar Krist und seiner Hannover Bigband weitergeht. „Es ist unbeschreiblich, wie der Blick von der Bühne ist“, sagt Krist. Die Band gibt es seit 30 Jahren, „und doch ist es etwas Besonderes, hier oben zu stehen“, erklärt der Saxofonist und Bandleader.

Hermann wird Musikbotschafter

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Stefan Schostok bleibt Krist noch einen Moment auf der Bühne stehen. „2014 wurde Hannover zur Unesco City of Music“, sagt Schostok und erinnert an die prägende Arbeit des früheren Bürgermeisters und Jazz-Club-Vorsitzenden Bernd Strauch. „Sein Erbe wollen wir weitertragen, weshalb wir Thomas Hermann zum offiziellen Unesco City of Music Botschafter erklären“, sagt Schostok. „Damit rufen wir auch in Erinnerung, was Hannover musikalisch zu bieten hat“, findet Krist. Hannover biete hohes Niveau, „das vergisst man aber oft, weil man schon so dran gewohnt ist“, betont der Musiker. Nicht nur Klassisches, sondern auch Modernes komme in der Landeshauptstadt an.

Das stellt die Hip-Hop- und Funk-Band Pimpy Panda unter Beweis, die erstmalig vor so einem großen Publikum spielt. „Damit haben wir wirklich nicht gerechnet“, sagt Sänger Nico Gomez ungläubig, als er auf die jubelnde Menge blickt. Hunderte Menschen tanzen zu den eigenen Songs und Coverstücken der bunten Truppe. „You gotta move the Hüfte“, ruft Sängerin Alana Alexander und bringt damit auch die letzten Gäste in Bewegung. „Ich kann kaum noch stehen, aber das Festival war wieder einmal ein voller Erfolg“, findet Doris Meier, die bereits seit Stunden auf dem Trammplatz tanzt. „Auf Bonita & The Blues Shacks habe ich gewartet, sie gehören zu meinen Lieblingsgruppen“, erklärt die 54-Jährige und nutzt die letzten Energiereserven für einen Swing. Krist moderiert: „Hannover beweist wieder einmal, dass es die heimliche Hauptstadt des Jazz ist.“ Noch einmal Riesenapplaus.

An diesem Tag zieht es die Gemeindemitglieder traditionell ins Grüne: Mit zahlreichen Freiluftgottesdiensten feiern Christen den Himmelfahrtstag. Im Herrenhäuser Gartentheater versammelten sich trotz des bedeckten Himmels mehr als 500 Besucher zum Gottesdienst.

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