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Aus der Stadt Jazz in Hannover begeistert 30.000 Menschen
Hannover Aus der Stadt Jazz in Hannover begeistert 30.000 Menschen
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20:56 02.06.2011
Den fulminanten Abschluss übernahm die niederländische Saxofonistin Candy Dulfer – die mit ihrer Version von Alicia Keys „New York“ bewies, dass sie aus einem Jazz-Fest eine Open-Air-Party samt Lindy-Hop-Tanzeinlagen machen kann. Quelle: Steiner
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Petrus muss ein Jazzer sein. Anders lässt es sich nicht erklären, dass pünktlich zum 40-jährigen Bestehen der kostenlosen Open-Air-Veranstaltung die Sonne auf dem Trammplatz gestern schon um 10 Uhr morgens strahlte und Lust aufs Flanieren, Klönen und Swingen zu Jazz-Musik unter wolkenfreiem Himmel machte. Und so kamen laut Polizei und Veranstalter gut 30.000 Menschen mit Sonnenbrillen und Sommerhüten, um „enercity Swinging Hannover“ am Neuen Rathaus zu erleben. Fast hätte es sogar für einen neuen Besucherrekord gereicht. Der Friedrichswall musste auch in diesem Jahr extra abgesperrt werden.

Die Zuschauer erlebten gemütlich in Liegestühlen oder auf Picknickdecken sitzend – manche kauten mutig Gemüse – den Auftritt des Knut Richter Swingtett aus Hannover zum entspannten Einstieg in den Tag. Hörten vom Ensemble Joe Wulf & The Gentlemen Of Swing Klassiker wie „Down In Honky Tonk Town“ und Songs wie „That’s Why I Like New Orleans“ und lauschten mit einem Lächeln im Gesicht – und trotz immer schwerer werdenden Kindern auf den Schultern – der Hannover Bigband um Lothar Krist. „Hannover hat etwas Beständiges, hier bleibt man guten Veranstaltungen treu“, lobte der langjährige Begleiter des Festes. „Außerdem wird hier so schön friedlich gefeiert, dass wir Security nicht nötig haben“, sagte der NDR-Musikredakteur.

Krist behielt Recht. Das Publikum hatte wenig mit grölenden Vatertagsgrüppchen gemein, von denen so manche am Donnerstag mit reichlich Proviant durch die City zogen. Zwar hatten auch auf dem Trammplatz einige Besucher einen Bollerwagen dabei, doch lagen darin Rucksäcke der kleinen Besucher und Schirme – zur Sicherheit. Und als die zweijährige Liara Begitt aus Linden auch noch das Prinzip des Seifenblasenspenders verstand, kam endgültig ausgelassene Volksfeststimmung auf.

Das passte zum entspannten, aber anspruchsvollen Bühnenprogramm. Denn neben Klassikern boten die Bands auch in diesem Jahr die für den Jazz am Trammplatz charakteristischen Musikspezialitäten, die es wohl so nur in Hannover zu hören gibt. So spielte Posaunist Joe Wulf mit seinem erst fünfjährigen Stiefsohn Paul Esch und der international gefeierten Jazzröhre Romy Camerun eine Swing-Version der „Moritat von Mackie Messer“ aus Brechts „Dreigroschenoper“. Weiter ging es mit einem ungewöhnlichen Auftritt des A-cappella-Quartetts Maybebop. Die vier sangen zunächst eine eigenwillige Nummer namens „Es tanzt ein Bebop-Butzemann“, um dann erstmalig vier arrangierte Stücke mit der Hannover Bigband vorzutragen. So cool haben die Besucher den Cindy & Bert-Schlager „Immer wieder Sonntags“ wohl noch nie gehört. Später unterstützten die Wise Guys gemeinsam mit Blues-Sängerin Sharrie Williams den Saxofonisten Sax Gordon Beadle. Den fulminanten Abschluss übernahm die niederländische Saxofonistin Candy Dulfer – die mit ihrer Version von Alicia Keys „New York“ bewies, dass sie aus einem Jazz-Fest eine Open-Air-Party samt Lindy-Hop-Tanzeinlagen machen kann.

„An meiner Haarfarbe erkennen Sie, dass wir das schon etwas länger machen“, wies Bürgermeister Bernd Strauch auf das 40-jährige Bestehen des Festes hin und dankte Sponsoren und ehrenamtlichen Organisatoren wie Nicolas Sempff und Uwe Thedsen vom Jazz Club Hannover. „Natürlich danken wir auch Mike Gehrke, der sich diese Veranstaltung ausgedacht hat“, rief Strauch den Tausenden Gästen entgegen – und schaute lächelnd in den Himmel.

Jan Sedelies

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