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Aus der Stadt Jeder fünfte Pädagoge wird Opfer von Gewalt
Hannover Aus der Stadt Jeder fünfte Pädagoge wird Opfer von Gewalt
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02:15 06.02.2017
Von Saskia Döhner
Letztes Mittel Gewalt: Schläge gegen Mitschüler, aber auch gegen Pädagogen kommen quer durch die Schulformen vor. Quelle: dpa, Symbolbild
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Hannover

Das kommt nicht nur in sogenannten Problemvierteln vor und zieht sich quer durch alle Schulformen. Es gibt schon Siebenjährige, die ihre Lehrer als „Arschloch“ bezeichnen, ihnen Schuhe an den Kopf werfen oder sie mit Zweigen attackieren. Respektsperson Lehrer? Das war einmal.

Schüler provozieren

Wer mit hannoverschen Schulleitern spricht, hört aber noch etwas anderes: Mehr noch als einzelne Gewaltattacken macht den Schulen jedoch eine fast alltägliche Diszi­plinlosigkeit vieler Kinder zu schaffen. Da kommen Schüler immer wieder zu spät, dehnen die Fünf-Minuten-Pause auf das Doppelte aus, provozieren durch Essen im Unterricht, werfen Papierkügelchen oder vergessen permanent ihre Sportsachen. Mit festen Klassenregeln, Elterngesprächen und pädagogischen Konzepten versuchen Schulen, dies einzudämmen. Mancherorts gibt es Trainingsräume, in denen Schüler über ihr Verhalten nachdenken sollen.
An einem Gymnasium in Hannover war auf einer Klassenkonferenz beschlossen worden, dass Eltern ihre Kinder sofort abholen müssen, wenn sie trotz wiederholter Ermahnung im Unterricht essen, Kaugummi kauen oder frech gegen Lehrer sind. So sollte der Lärmpegel in der Klasse gesenkt werden. Tatsächlich wurde vor Kurzem eine Siebtklässlerin wegen Kaugummikauens nach Hause geschickt. Eltern protestierten, und die Landesschulbehörde entschied, dass das Vorgehen mit der Schulpflicht nicht vereinbar sei. Vor derartigen Sanktionen seien Klassenkonferenzen nötig. Die Regelung ist inzwischen wieder aufgehoben. Nur wenn ein Schüler gewalttätig gegen Lehrer und Mitschüler geworden ist, kann er vom Schulleiter bis zur Klassenkonferenz suspendiert werden. Viele Rektoren möchten sich lieber nicht offen zum Thema äußern, zu sehr ist man um den Ruf der eigenen Schule besorgt.

Lehrer reagieren hilflos

Eine Schulleiterin spricht von „Hilfeschreien“ von Kindern aus schwierigen sozialen Verhältnissen, nicht von Disziplinlosigkeit. Wenn ein Störenfried der Schule verwiesen werde, gerate er oft in eine Abwärtsspirale, sagt eine andere Leiterin. Oft gebe es bald wieder neue Probleme. Manche Schulen griffen aber zur Suspendierung, weil die eigenen Lehrer mit ihrer Geduld am Ende seien. Ein Rektor hat auch im Umgang der Schüler untereinander eine gewissen Verrohung beobachtet. So seien unter Jungen „Geburtstagsschläge“ üblich. Wer Geburtstag habe, bekomme so viele Schläge auf den Arm, wie alt er geworden sei. „Für die Kinder ist das Spaß, aber blaue Flecke sind ernst.“     

Abgestufte Sanktionen

Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen möglich: Wenn Schüler den Unterricht beeinträchtigen oder ihre Pflichten verletzen, kann dies unterschiedlich geahndet werden. Da sind zum einen Erziehungsmittel, die von einzelnen Lehrern oder einer Klassenkonferenz beschlossen werden können. Dies sind beispielsweise Putzdienst oder das Abschreiben der Schulordnung.

Darüber hinaus gibt es Ordnungsmaßnahmen. Darunter fallen der Ausschluss bis zu einem Monat vom Unterricht, die Überweisung in eine Parallelklasse, der Ausschluss von bis zu drei Monaten vom Unterricht sowie außerunterrichtlichen Angeboten, die Überweisung an eine andere Schule derselben Schulform, der Schulverweis oder die Verweisung von allen Schulen. Die neue Schule muss für das Kind in einer Stunde erreichbar sein. Dem Wechsel in eine Parallelklasse muss der Schulleiter zustimmen, der Überweisung an eine andere Schule oder dem Verweis die Landesschulbehörde.

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