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Jeder vierte Hochbahnsteig in Hannover bröckelt

Sanierung kostet Millionen Jeder vierte Hochbahnsteig in Hannover bröckelt

Das ist der Schock unmittelbar vor der Kommunalwahl: Knapp jeder vierte bestehende Hochbahnsteig in Hannover ist ein Sanierungsfall. Nun muss die Infrastrukturgesellschaft (Infra) der Region Hannover ein millionenschweres Sanierungsprogramm auflegen. Dabei sind viele der betroffenen Hochborde noch nicht einmal zehn Jahre alt. 

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Hannover Infra muss den erst 16 Jahre alten Hochbahnsteig in Herrenhausen wegen Frostschäden komplett sanieren

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Quelle: Michael Thomas

Hannover. Knapp jeder vierte bestehende Hochbahnsteig im hannoverschen Stadtbahnnetz ist ein Sanierungsfall. Das hat die Infrastrukturgesellschaft (Infra) der Region Hannover mithilfe von Experten herausgefunden. Damit kommt auf Hannover in den kommenden Jahren wieder eine Vielzahl von Großbaustellen zu. Der Großteil der betroffenen Hochborde wurde in den Jahren zwischen 1999 und 2008 gebaut, einige sind mithin nicht einmal zehn Jahre alt. „Wir werden drei Anlagen pro Jahr sanieren“, sagt Infra-Geschäftsführer Stefan Harcke. Über die Kosten lässt sich noch nichts Genaues sagen. Die Infra kalkuliert mit einem Durchschnittswert von rund 300.000 Euro, womit sich eine Gesamtsumme von 12 Millionen Euro ergäbe.

Auf das Problem gestoßen war die Infra im Frühjahr 2015, als der Hochbahnsteig an den Herrenhäuser Gärten aufwendig saniert werden musste. Dort sind spezielle Natursteinplatten in Mörtel auf einer Betonplatte verlegt worden. In die Konstruktion ist in den Wintermonaten Wasser mit Streusalzanteilen eingedrungen. Dieses hat zunächst Mörtel und Beton angegriffen. „Wenn dann auch noch die Stahlarmierung im Beton rostet, stimmt die Statik nicht mehr“, erläutert Harke. Materialspannungen durch wechselndes Tau- und Frostwetter hätten den Prozess beschleunigt.

Nachdem dies feststand, hat die Infra auf Beton spezialisierte Gutachterfirmen mit einer Bestandsaufnahme beauftragt. Genauer untersucht wurden vor allem diejenigen Hochbahnsteige, bei denen dasselbe Konstruktionsprinzip wie in Herrenhausen angewendet wurde. Herausgekommen sind die 30 Problemfälle, die fast ausnahmslos auf der A-Strecke (Linien 3, 7, 9 und 17) und der B-Strecke (Linien 1, 2, 8 und 18) liegen.

Die Arbeiten beginnen demnächst

Die Sanierung dürfte in den meisten Fällen ähnlich laufen wie in Herrenhausen und damit größeren Umfangs sein. Während der Arbeiten, die sich am Großen Garten über mehrere Monate hinzogen, konnten die Hochbahnsteige nicht benutzt werden. Stattdessen richteten die Monteure eine Ersatzhaltestelle ein. Beim ersten aktuellen Sanierungsfall, der Anlage an der Oldenburger Allee in Lahe, ist das auch der Fall. Die Arbeiten beginnen demnächst.

Infra und Üstra passt das Ganze überhaupt nicht, weil im Stadtbahnnetz durch Neubaustrecken wie der D-Linie, Gleissanierungen und den Bau weiterer Hochbahnsteige ohnehin kein Mangel an Baustellen herrscht. Durch die fälligen Sanierungen wird die Verkehrslogistik bei der Stadtbahn in den kommenden Jahren noch schwieriger.

Auf den Millionenkosten werden die Infra und damit letztendlich die Region Hannover als ihr Eigentümer wohl sitzen bleiben. „Die Konstruktionsweise der Hochbahnsteige war bis 2010 Stand der Technik und ist nicht nur in Hannover angewendet worden“, sagt Harcke. Zudem sind entsprechende Gewährleistungsfristen abgelaufen.

Diese Haltestellen sind Sanierungsfälle

A-Strecke, nordöstlicher Teil: Lortzingstraße (von 2005), Pelikanstraße (2005), Spannhagengarten (2007), Klingerstraße (2007), Paracelsusweg (2006), Stadtfriedhof Lahe, Oldenburger Allee, Opelstraße, Ernst-Grote-Straße, Altwarmbüchen (alle 2006).
A-Strecke, südwestlicher Teil: Linden/Fischerhof (2006), Schünemannplatz (2008), Wallensteinstraße (2005), Barthold-Knaust-Straße (2003), Körtingsdorfer Weg (1999).
B-Strecke, nördlicher Teil: Büttnerstraße (Baujahr 2002), Niedersachsenring (2002), Dragonerstraße (2001), Vahrenwalder Platz (2001).
B-Strecke, südlicher Teil: Döhrener Turm (2004), Fiedelerstraße (2004), Bothmerstraße (2002), Am Mittelfelde (2002), Am Brabrinke (1992), Werner-von-Siemens-Platz (1992), Eichstraße (1992), Laatzen/Krankenhaus, Neuer Schlag, Ginsterweg (alle 1999).
C-Strecke, nördlicher Teil: Fenskestraße (1999).
Von diesen Bahnsteigen sind acht sogenannte Mittelbahnsteige, also einteilige Anlagen, an denen die Bahnen beidseitig halten. Der Rest sind Seitenbahnsteige, also zweiteilig.     

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