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"Nacht von Hannover": 1200 Radler bei Jedermann-Rennen

Fahrrad-Rennen am Sonntag "Nacht von Hannover": 1200 Radler bei Jedermann-Rennen

Strahlender Sonnenschein, mehr als 20 Grad, Techno-Beats vor dem Neuen Rathaus: 1200 Renn- und Hobbyradler sind am Sonntag zwei unterschiedlich lange Runden durch die südliche Region Hannover gefahren - bei heißem Sommerwetter und mit viel Unterstützung in Stadt und Dörfern.

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Quelle: Zgoll

1206 Teilnehmer hatten sich angemeldet, um an einem der drei ProAm-Rennen durch die südliche Region Hannover teilzunehmen: an Stadler- und HAZ-Jedermann-Cup, die um 10.20 Uhr begannen und 70 Kilometer lang sind, oder beim Swiss-Life-Rennen, das über eine Distanz von 114 Kilometer geht und um drei Minuten nach elf startete. Die Route wurde aufgrund des Hochwassers im südlichen Hannover kurzfristig geändert und führte nun durch Ricklingen, nicht mehr durch Döhren und das alte Dorf von Hemmingen. Um kurz nach 12 Uhr stand der erste Sieger fest, und er hat den passendsten Namen, den man sich nur denken kann: Gunnar Sieg aus Hamberge (bei Lübeck) passierte die Ziellinie auf dem Friedrichswall als Spitzenreiter der 70-Kilometer-Tour. "In den Dörfern auf der Strecke haben die Zuschauer richtig viel Radau gemacht, das war Spitze", lobte der 42-Jährige, noch völlig außer Atem.

Über 1000 Teilnehmer fahren bei der HAZ-Jedermann-Tour mit. An etlichen Fanfesten in Stadt und Region werden die Fahrer angefeuert.

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483 Teilnehmer zählte der Stadler-Cup, bei dem die Zeit gemessen wird, 71 nicht ganz so ehrgeizige Amateur-Radsportler waren beim gleich langen HAZ-Jedermann-Rennen dabei. Die längere Runde von 114 Kilometern bewältigten 652 Teilnehmer. Bei einer Mittagstemperatur von 26 Grad im Schatten beklagten einige Fahrer nach der Zielankunft, dass sie die Hitze unterschätzt und zu wenig Flüssigkeit mit auf die Tour genommen hatten - der Sommer in der Region ist halt sehr wechselhaft. Die meisten Teilnehmer sind zwischen 25 und 40 Jahre alt, der Frauenteil liegt bei nur elf Prozent. Karl Schormann aus Löhne zählte von vornherein zu den Gewinnern dieses Tages: Er hat schon stolze 80 Jahre auf dem Buckel. Die älteste Radlerin kommt aus Garbsen: Gabriele Lambrecht ist 64 Jahre alt. Die schnellste Frau beim Stadler-Cup ist Nanja Emde, sie schafft eine Zeit von 1:43:20,4. Nach der langen Runde, die auch über den Nienstädter Pass führt, hat Jasmin Brauns mit einer Zeit von 2:57:13,1 die Nase vorn.

Die weitaus meisten Zuschauer im Stadtgebiet von Hannover waren am Friedrichswall zu finden. Finja Winterholler aus Hessisch-Oldendorf hatte sich aber einen ganz exklusiven Platz ausgesucht, um ihrem Mann Andreas einen Gruß auf die Strecke mitzugeben - sie stand an einem Absperrgitter am Friederikenplatz, das 14 Monate alte Töchterchen Ida auf dem Arm. "Mein Mann ist Triathlet, ebenso wie ich auch", erzählt die 32-Jährige, "und das Jedermann-Rennen in Hannover ist für ihn ein willkommenes Training."

Während die Rennradler an Mutter und Tochter vorbeisausten, herrscht auf den anderen Spuren der Lavesallee Stillstand: Die Autofahrer standen im Stau, sie mussten sich andere Wege suchen, um an ihr Ziel zu kommen.

Der Sieger des 114-Kilometer-Rennens kommt aus der Region Hannover. Er heißt Hendrik Eggers ist der 2. Vorsitzende von Blau-Gelb Langenhagen - und war im Vorjahr Niedersachsenmeister in den Kategorien Berg, Bahn und Trasse. "Das heutige Rennen führte durch unser Trainingsgebiet, da kenne ich fast jeden Zentimeter", erklärt der 30-jährige Lizenzfahrer nach dem Rennen. Das Swiss-Life-Rennen sei aber durchaus herausfordernd gewesen, was auch viel mit dem starken und böigen Wind zu tun hatte: "Ohne Windschattenfahren und viel Teamarbeit kann man da nichts besehen." Seine Zeit: 2:41:33,2.

Geänderte Streckenführung wegen des Hochwassers

Die geänderte Streckenführung hatte eine weitere organisatorische Änderung nach sich gezogen: Die ersten 7,5 Kilometer durch das Stadtgebiet mussten die Radler der beiden Rennblöcke noch hinter einem Führungsfahrzeug bleiben. Zu groß war den Organisatoren der Event-Agentur Eichels das Risiko, dass etwa in der Stammestraße noch Autos von Anwohnern im Wege stehen könnten. "Die Strecke war aber vernünftig abgesperrt, nur einmal hat ein Transporter für eine etwas brenzlige Situation gesorgt", berichtet der Zweitplatzierte des 70-Kilometer-Rennens, Björn Behm aus Hamburg. Und die Strecke selbst? "War landschaftlich wirklich schön", lobt der 29-Jährige. Und wenn man dann von den Teilnehmern eines Fanfestes an der Strecke mit rhythmischem Getrommel begrüßt werde, dann "spornt das total an".

Auch diejenigen, die mehr als zweieinhalb Stunden für den kleineren Rundkurs brauchten, ernteten beim Zieleinlauf noch wohlwollenden Applaus vom Publikum. "Ich würde für die 70 Kilometer ja fast einen ganzen Tag brauchen", meint eine Hobbyradlerin aus Bothfeld hinter der Absperrung. Die ersten aus dem HAZ-Jedermann-Tross überfuhren die Ziellinie am Rathaus nach zweidreiviertel Stunden - auch nicht schlecht. Und dann gab es noch Teilnehmer wie Ercan Tahtakesen, die sich ihre ganz eigenen Ziele gesteckt hatten, jenseits aller rekordverdächtigen Zeiten. Der 50-Jährige war mit einem Elliptigo auf die Piste gegangen, einer Art Crosstrainer auf Rädern. "Das Gerät kommt aus Kalifornien und wurde von Triathleten entwickelt" erzählt der Bremer, "aber mehr als 30 Kilometer pro Stunde kann man damit nicht fahren." Die Kraftanstrengung, das Unikum durch die Region Hannover zu steuern, war dafür umso größer.

Die besten Bilder vom Rennen und den Zuschauern: Radprofis aus Deutschland und und Europa zeigen bei der "Die Nacht von Hannover" 2017 am Neuen Rathaus ihr Können. 

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Fanfeste auf dem Trammplatz und entlang der Strecke

Hervorragende Stimmung herrschte auch bei Fanfesten an der Jedermann-Strecke. In Gehrden an der Ronnenberger Straße, Pattensen an der Schöneberger Straße und in Wennigsen auf dem Parkplatz des Restaurants Pinkenburg gab es Musik, Hüpfburgen und andere Attraktionen für Kinder sowie etwas gegen Hunger und Durst. In Wennigsen und Gehrden war auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) präsent und kodierte Fahrräder der Besucher. Entlang der Strecke wurden die Fahrer mit Trommeln lautstark angefeuert - diese dankten es und winkten gut gelaunt zurück. Präsentiert wurden die Feste von der HAZ

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Fotostrecke Gehrden: Lautstarke Unterstützung bei HAZ-Fanfesten

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miz/r.

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