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Jugendliche sollen sich in Politik einbringen

Mehr Partizipation Jugendliche sollen sich in Politik einbringen

Hannover will in Zukunft Jugendliche stärker an politischen Entscheidungen beteiligen. „Wir wollen große Gruppen von Jugendlichen erreichen und Beteiligungsformen entwickeln, die dauerhaft funktionieren“, sagt Jugenddezernentin Rita Maria Rzyski.

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Im Herbst ist Hannover als eine von 16 Städten für die Teilnahme am Bundesprogramm „Jugendgerechte Kommunen“ ausgewählt worden.

Quelle: Thomas

Hannover. Mit einem Bollerwagen und Getränken sind sonst meist nur Vatertagsausflügler und Junggesellen-Abschiede unterwegs. Bald ziehen jedoch auch Gruppen von engagierten Jugendlichen durch die Stadt und bieten Gleichaltrigen Cola und Sprite an. „Wir wollen mit Jugendlichen ins Gespräch kommen, die sich sonst nicht öffentlich äußern und hören, welche Themen sie aktuell beschäftigen“, erklärt Moritz Griebler. Der 20-Jährige gehört zu einer größeren Gruppe von jungen Leuten, die andere Jugendliche stärker an Entscheidungen in der Stadt beteiligen wollen.

Im Herbst ist Hannover als eine von 16 Städten für die Teilnahme am Bundesprogramm „Jugendgerechte Kommunen“ ausgewählt worden. Bereits bei der Bewerbung haben Jugendliche kräftig mitgemischt. Drei Jahre lang wollen Mitarbeiter der Stadt gemeinsam mit jungen Leuten ausprobieren, wie Jugendliche stärker bei Entscheidungen mitreden könnten, die sie betreffen. „Wir wollen große Gruppen von Jugendlichen erreichen und Beteiligungsformen entwickeln, die dauerhaft funktionieren“, sagt Jugenddezernentin Rita Maria Rzyski.

Seit Oktober gab es bereits etliche Treffen, oft im Haus der Jugend, oder auch im Freien. Die Jugendlichen haben dabei offenbar schnell das Heft in die Hand genommen. Lange Eingangsreferate sind seitdem tabu. Außerdem muss vor der Arbeit Essen auf den Tisch. „Meist bestellen wir Pizza. Wir kommen ja direkt aus der Schule“, erklärt Svenja Wermter. Das Prinzip, Diskussionen mit Mahlzeiten zu verbinden und damit aufzulockern, wollen die Jugendlichen bei einigen ihrer Aktionen beibehalten. „Essen zieht Leute immer“, sagt Benita Kawalla. Die 17-Jährige hat gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr abgeschlossen und beginnt bald ein Politikstudium. Zu den Arbeitsgruppen mit Themen wie „Öffentlicher Raum“ können jederzeit weitere Jugendliche dazukommen.

Moritz Griebler sieht jedoch kritisch, dass die Beteiligung an politischen Entscheidungen oft viel Wissen voraussetzt. „Das müssen wir abbauen.“ Jugendparlamente wie in anderen Städten lehnt der Student deshalb ab. „Da machen nicht die mit, die mittags vor Galeria sitzen.“ Die bisher im Projekt Aktiven planen auch eine Tour durch die Jugendzentren, auf der sie über die Kommunalwahl informieren wollen.

Zwei Veranstaltungen laufen bereits diesen Monat:

Plätze erobern: Bei der Aktion „Platz nehmen!“ verlegen Jugendliche ihre Freizeitaktivitäten am 26. August auf den Kröpcke. BMX-Fahrer, Parcours-Leute, Breakdancer, Basketballer und Musiker aus den Jugendzentren machen sich von 16 bis 18 Uhr in der City breit. In der Kröpcke-Uhr will jeweils ein Jugendlicher mit einem Politiker diskutieren. Die Aktion findet zeitgleich auch in anderen Städten in Niedersachsen statt.

Mit Politikern kochen und reden: Beim Fest der Kulturen läuft am 27. August die Jugendkonferenz „Cook & Talk“ im Maschpark. An vier Kochinseln können Jugendliche mit Politikern vegetarische Gerichte zubereiten und dabei über Themen sprechen, die ihnen wichtig sind.

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