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Jugendlicher muss für demolierte Schultür zahlen

Pestalozzischule in Anderten Jugendlicher muss für demolierte Schultür zahlen

Ein Schüler, der eine Eingangstür der Anderter Pestalozzischule aus den Angeln hob, muss der Stadt Hannover die Reparaturkosten von 298,51 Euro erstatten. Der heute 17-Jährige hatte sich geweigert, für die Folgen seines Wutausbruchs im Dezember 2014 geradezustehen, also verklagte ihn die Stadt. 

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 Symbolbild

Quelle: dpa

Hannover. Amtsrichterin Catharina Erps machte nach der Vernehmung von drei Zeugen - Schulleiter, Lehrerin, Hausmeister - nicht viel Federlesens und verkündete das Urteil unmittelbar. Ungewöhnlich sind solche Schadensersatzprozesse nicht. So verzeichnete die Verwaltung 2015 aufgrund von Vandalismus und unsachgemäßer Behandlung insgesamt rund 240 Schäden an Schulgebäuden sowie 139 Sachschäden an Mobiliar. Die Stadt konnte 166 Schul- dige ermitteln und von ihnen ein Drittel der Schadenssumme von gut 223 000 Euro eintreiben. Zu Gebäudeschäden zählen die Zerstörung von Glasscheiben, Türen und Waschbecken sowie das Beschmieren von Wänden mit Graffiti oder die Verwüstungen nach Einbrüchen und Bränden. 2015 belief sich die entsprechende Schadenssumme an hannoverschen Schulen auf insgesamt 168 000 Euro, 72 Schuldige wurden in Regress genommen. Die Schäden an Computern, Sportgeräten, Feuerlöschern und Schulmobiliar betrugen insgesamt 55 000 Euro, hier mussten 94 Verursacher haften.

Nicht in Regress genommen werden nach Auskunft von Sprecherin Anja Menge lediglich Schüler, die noch nicht sieben Jahre alt sind. Ein geringfügiger Anteil von Schäden gehe auf das Konto von Lieferanten oder Mietern - beispielsweise Sportler, die eine Turnhalle nutzen. Die meisten Eltern, deren Kinder etwas ausgefressen haben, bekommen die von der Stadt geforderten Kosten von ihrer Haftpflichtversicherung erstattet; allerdings gibt es auch Familien, die keine solche Versicherung abgeschlossen haben.

Der Pestalozzischüler war zum Bedauern aller Beteiligten nicht im Gericht erschienen: Gerne hätte man ihm noch einmal ins Gewissen geredet und ihn ermahnt, seine Emotionen besser zu kontrollieren. Das war dem verhaltensauffälligen Jungen an jenem Freitag kurz vor Beginn der Weihnachtsferien überhaupt nicht gelungen. Im Vorfeld der Tür-Attacke hatte der damals 16-Jährige ein erzieherisches Gespräch beim Rektor, das mit einem Stuhl-Umwerfen vonseiten des Neuntklässlers endete. Dann eilte er zornbebend Richtung Eisteichweg und donnerte die Eingangstür so heftig gegen den Türstopper, dass zwei von drei Scharnieren aus der Verankerung gerissen wurden. „Eigentlich sind wir eine relativ ruhige Schule“, sagte Rektor Rainer Lubert vor Gericht - doch gegen Wutausbrüche schwieriger Schüler ist oft kein Kraut gewachsen.

Wütend war gegen Prozessende auch der Anwalt des Jugendlichen, der die Schuld seines Mandanten infrage stellte. Weil der von dem 17-Jährigen zu zahlende Betrag unter der Grenze von 600 Euro liegt, kann er keine Berufung einlegen.

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