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Jugendtrainer veruntreut Mannschaftskasse

Gerichtsurteil Jugendtrainer veruntreut Mannschaftskasse

Der Jugendtrainer versprach seinen Spielern der C-Jugend von Arminia Hannover ein Trainingslager und eine Abschlussfahrt. Doch Pierre-Alexander K. steckte das Geld einfach ein. Das Amtsgericht verurteilte ihn deshalb – und wegen anderer Delikte – zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung.

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Hatte verschlafen, wirkte verschlafen: Pierre-Alexander K.Foto: Zgoll

Quelle: Zgoll

Hannover. Sportlich verlief die Saison 2014/15 für die C-Junioren der Altersklasse U 15 durchaus erfolgreich, die Spieler von Arminia Hannover eilten von Sieg zu Sieg. Doch am Ende war die Truppe so demoralisiert, dass einige der Jungs die Fußballschuhe an den Nagel hängten. Schuld war ihr Trainer, der eine Mannschaftskasse einrichtete - und sich die von August 2014 bis Juni 2015 eingezahlten 1375 Euro in die eigene Tasche steckte. Mittwoch wurde der Betrüger Pierre-Alexander K. - auch wegen anderer Straftaten - vom Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt, zudem muss der 28-Jährige 100 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.

14 Eltern als Zeugen geladen

10 Euro, so die Vorgabe des Trainers im Jahr 2014, sollte jeder der 19 Jugendlichen allmonatlich in bar mitbringen, K. packte die Scheine in einen Briefumschlag, war sein eigener Kassenwart. Doch die Gegenleistungen, die er in Aussicht stellte, wurden nie erbracht. Ein Trainingslager in England entpuppte sich ebenso als heiße Luft wie die Teilnahme an Turnieren oder die Abschlussfahrt in den Heidepark Soltau. Die Spieler waren enttäuscht, ihre Eltern empört.

14 dieser Eltern hatte Amtsrichterin Svenja Tittelbach-Helmrich als Zeugen geladen. Doch weil K. alle Tatvorwürfe einräumte, mussten sie nicht aussagen. Am Rande des Prozesses berichteten einige Mütter, dass K. in der U15 offenbar ein strenges Regiment führte und sogar einen Strafenkatalog aufstellte. Vergehen wie unentschuldigtes Fehlen oder das Vergessen des Trikots wurden mit Geldbußen belegt; selbst für ein Zuspätkommen sollten die Jugendlichen 25 Euro zahlen. Doch weil die Eltern misstrauisch wurden, konnte K. hier offenbar keine nennenswerten Beträge einstreichen. „Windig“ sei dieser Trainer gewesen, so kritisierten die Mütter gestern, habe ihnen Lüge über Lüge aufgetischt. Und die Verantwortlichen von Arminia Hannover? Hätten sich bis heute nicht bei ihnen entschuldigt.

Betrug an vielen Fronten

Verurteilt wurde K. Mittwoch nicht nur wegen der Unterschlagung, sondern auch wegen dreifachen Schwarzfahrens und drei Betrügereien. So kassierte der Hartz-IV-Empfänger im Juli 2015 zweimal Geld vom Jobcenter - angeblich hatte ihn ein Scheck über 229 Euro nicht erreicht. Im November wurden ihm über das Internetportal Ebay 130 Euro für ein Mobiltelefon überwiesen, das er nie verschickte; wenige Wochen später zahlte er in einem Supermarkt 53 Euro per Lastschrift - doch sein Konto war leer. Zudem war Mann ohne Berufsausbildung seit 2010 schon mehrfach zu Geldstrafen verurteilt worden und saß auch schon zwei Wochen in Haft: wegen Betrugs, Schwarzfahrens und Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Dabei hatte K. sogar zwei Unfälle verursacht.

Mittwoch kam der Angeklagte erst zwei Stunden später ins Gericht, weil er verschlafen hatte, wirkte auch während der Verhandlung völlig verdruckst. „Ihre Methode scheint zu sein, bei Problemen den Kopf in den Sand zu stecken und zu gucken, was passiert“, meinte Richterin Tittelbach-Helmrich. Um K. bei der Erfüllung seiner Auflagen inklusive einer Schadenswiedergutmachung zu unterstützen, stellte sie ihm deshalb einen Bewährungshelfer zur Seite.

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