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Jung, selbstbewusst und ohne Auto

Lorenz Hansen ist „Unternehmer des Jahres“ Jung, selbstbewusst und ohne Auto

Lorenz Hansen hat kein Auto, er braucht auch keins, sagt er. „Ich komme morgens mit dem Fahrrad oder der Bahn zur Arbeit“, erzählt der 38-Jährige. Für Termine hält das Familienunternehmen Gundlach Carsharing-Wagen bereit.

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„Einer muss Chef sein“: Lorenz Hansen (Mitte) bekommt den Preis aus den Händen von Sandra Schirmer und Kay Uplegger von den Familienunternehmen

Quelle: Decker

Nachhaltigkeit ist dem jungen Unternehmer wichtig, das gilt fürs Private genauso wie fürs Geschäft. „Wir haben jüngst zwei Windräder gekauft, sodass unsere Firma jetzt CO2 neutral ist“, erzählt Hansen stolz.

Dass er jetzt den Preis „Unternehmer des Jahres“ vom hannoverschen Regionalkreis des Familienunternehmerverbands ASU verliehen bekommt, freut ihn. „Gerade vor dem Hintergrund, dass ich noch relativ jung bin“, sagt Hansen. Der hannoversche Vorsitzende der „Familienunternehmer“, Kay Uplegger, betont: „Der Preis wird nicht für ein herausragendes Ergebnis im letzten Jahr verliehen sondern für eine langfristig gute Strategie.“

Lorenz Hansen entwickle Bewährtes durch innovative Impulse weiter – das kommt an beim Familienunternehmerverband. Als der „Unternehmer des Jahres“ vor 13 Jahren das erste Mal in der Region Hannover ausgezeichnet wurde, war Dirk Rossmann der Preisträger. Ein Jahr später folgte Hörgeräte-Unternehmer Martin Kind.

Im Gegensatz zu den beiden prominenten Vorgängern ist Lorenz Hansen kein Gründer. Er führt die Geschäfte der Firmengruppe Gundlach in fünfter Generation. 1890 wurde sie als kleiner Maurerbetrieb von Hansens Ururgroßvater in Hannover gegründet, und ist seitdem zu einem bedeutenden Bau- und Wohnungsverwaltungsunternehmen mit mehr als 130 Mitarbeitern herangewachsen. „Als Familienunternehmer habe ich die Möglichkeit, meine Werte zu verfolgen. Das geht in einer Aktiengesellschaft nicht“, erklärt er.

Nach seinem Architekturstudium an der Universität Hannover absolvierte Hansen noch ein einjähriges Fernstudium zum Immobilienökonom an der European Business School in Berlin, und stieg anschließend im Unternehmen seines Vaters als Abteilungsleiter ein. Nach nur zwei Jahren Übergangszeit übernahm er die Geschäftsführung zusammen mit seinem kaufmännischen Partner Frank Eretge, das war im Jahr 2007. „Mein Vater hat erkannt, dass ein gesunder Wechsel dann funktioniert, wenn sich die ältere Generation zum richtigen Zeitpunkt zurückzieht“, erzählt er – wohl wissend, dass das nicht immer so ist. Kay Uplegger ist da der gleichen Meinung: „Die Zusammenarbeit von Vater und Sohn funktioniert selten gut, wenn beide gleichberechtigt sind. Einer muss der Chef sein.“

Lorenz Hansen schaut selbstbewusst durch seine braune Rahmenbrille, wenn er von der Unternehmenskultur im Hause Gundlach erzählt. „Bei mir stehen die Mitarbeiter im Fokus, wir wollen zusammen das Unternehmen gestalten.“ Mitbestimmung und Diskussion seien ihm wichtig. „Ich tue so ziemlich alles für meine Mitarbeiter, und das wissen die auch“, ist sich der großgewachsene Mann sicher. In Kürze wird eine Kindertagesstätte der Firma für die Mitarbeiter eröffnet. „Das war ein großer Traum von mir“, sagt der Familienvater.

Anne Grüneberg

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