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Aus der Stadt Junge Frau erfindet sexuelle Belästigung
Hannover Aus der Stadt Junge Frau erfindet sexuelle Belästigung
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06:15 30.06.2017
Von Susanna Bauch
Die junge Frau entschuldigte sich bei dem Angeklagten. Quelle: Archiv
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Hannover

Warum sie den Hausmeister einer Fastfood-Kette in Vahrenwald der sexuellen Belästigung bezichtigt hat, weiß Jennifer B. nicht mehr. Sie entschuldigt sich bei Quent C., einem Vietnamesen, der seit 15 Jahren in der Filiale arbeitet. Sie gestehe die Schuld ein, etwas Unrechtes gesagt zu haben. Und sie spricht von einem Filmriss, der eine genaue Erinnerung an das Geschehen vom November vergangenen Jahres unmöglich mache.

Vermeintlicher Vorfall auf Toilette

Die Version mit dem Filmriss nimmt ihr Richter Ulrich Kleinert in der gestrigen Verhandlung wegen falscher Verdächtigung im Amtsgericht nicht ganz ab. „Einen Filmriss haben hier viele, immer, wenn ihnen etwas peinlich ist“, sagt der Richter. Vor der Erinnerungslücke war die Abiturientin und berufstätige Frau mit zwei Bekannten in dem Fastfood-Restaurant zum Essen. Die 24-Jährige ging zur Toilette und berichtete ihren Begleitern danach, dass sie in einer WC-Kabine sexuell belästigt worden sei. Sie sparte auch später bei der Aussage vor der Polizei nicht mit Details. Sie sei von Hausmeister C. an die Wand gedrückt, geküsst und unsittlich an der Brust und zwischen den Beinen berührt worden, was sie als ekelerregend und beschämend empfunden habe. Die Freundin alarmierte daraufhin die Polizei, der der angebliche Tathergang noch einmal geschildert wurde.

Video entlastet Angeklagten

Die Version von C. ist eine andere. Beim Reinigen der Fußböden im WC-Bereich sei die angetrunkene Angeklagte auf ihn zugekommen und habe ihm die Arme um die Schultern gelegt, anschließend sei sie wieder in den Restaurantbereich verschwunden. Zu einem Szenario Aussage gegen Aussage ist es dennoch nicht gekommen: Dank einer Videoaufnahme im Toilettenbereich wurde die Aussage von Quent C. bestätigt.

2000 Euro Geldstrafe

Dass Jennifer B. an dem Novemberabend angetrunken war, bestätigen alle Zeugen, auch die diensthabende Polizeibeamtin. Am späteren Abend wurden 1,9 Promille festgestellt. „Einen Filmriss nehme ich Ihnen allerdings nicht ab, Sie haben sich klar verständigen können, und auf dem Video gehen Sie normal“, betont Richter Kleinert. Das Warum der falschen Verdächtigung werde sich daher wohl nicht abschließend klären lassen, Kleinert geht von einer Mischung aus Alkoholmissbrauch und Geltungsbedürfnis aus. Und er betont das große Glück, das Mitarbeiter C. gehabt habe. „Ohne die Videokamera wäre er durch die üble Falschaussage sehr in Bedrängnis geraten.“ Kleinert verurteilt Jennifer B. zu einer Geldstrafe von 2000 Euro.

Arbeitgeber hält zu Angestelltem

Der Arbeitgeber von Quent C. zweifelte keinen Moment an dessen Version. „Er hat sich hier noch nichts zuschulden kommen lassen, und die junge Frau kam lächelnd aus der Toilette, das hat nicht gepasst“, sagt die Filialleiterin. Sie habe Jennifer B. mehrfach gefragt, ob wirklich die Polizei informiert werden solle. Sie sollte. Auch daran erinnert sich die 24-jährige Jennifer B. nicht mehr - der Filmriss.

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