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Junger Trickbetrüger muss in Hannover ins Gefängnis

Gerichtsurteil Junger Trickbetrüger muss in Hannover ins Gefängnis

Ein 27-jähriger Mann hat Rentnern mit einem Trick Geld gestohlen. Vor Gericht zeigte der Trickbetrüger sich reumütig. Die Richterin schickt den Täter trotz eines Geständnisses in Haft.

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Der Trickbetrüger muss noch einen Monat ins Gefängnis.

Quelle: Tim Schaarschmidt (Archiv)

Die Richterin sieht den Angeklagten streng an. „Das ist ganz grässlich, was sie da gemacht haben.“ Gabriel B. guckt schuldbewusst. „Ich weiß“, sagt er. Der 27-Jährige hatte mindestens zwei Rentnern Geld durch eine simple, aber leider immer wieder erfolgreiche Masche aus ihren Portemonnaies geluchst. Er bat sie, ihm Kleingeld zu wechseln. Und während die Senioren in den Kleingeldfächern suchten, fingerte er die Scheine heraus. Offenbar tat er dies so geschickt, dass die Angesprochenen von dem Vorgang nichts bemerkten. Für die beiden Diebstähle verurteilte Amtsrichterin Monika Pinski den rumänischstämmigen Mann gestern zu vier Monaten Gefängnis.

Waltraud W. war dem „jungen, höflichen Mann“ vor ihrer Haustür in der Südstadt begegnet. Dort sagte er etwas von Krankenhaus und dass er dringend telefonieren müsse – dabei deutete er auf die Telefonzelle vor dem Haus. Auf die Nachfrage, ob sie ihm einen Euro wechseln könne, holte die 78-Jährige ohne zu Zögern ihre Brieftasche hervor. „Ich wollte helfen und habe ihm die 20 Cent geschenkt“, sagt sie. „Ich wäre im Leben nicht darauf gekommen, dass dies ein Trick ist.“ Der junge Mann habe ihr danach noch die Tür aufgehalten. Erst später bemerkte sie, dass ihr alle Geldscheine, insgesamt 65 Euro, fehlten. Bei Ehrenfried G. lief es ähnlich. Er sei auf dem Weg zu einem Supermarkt an der Hildesheimer Straße gewesen, als ihn ein Mann bat, Geld zu wechseln. „Ich habe erst an der Kasse bemerkt, dass mein 50-Euro-Schein nicht mehr da war“, sagt er. „Ich konnte gar nicht bezahlen.“

Allerdings war sich der 80-Jährige gestern sicher, dass der Angeklagte nicht der Mann gewesen sei, der ihn angesprochen habe. Gleichwohl hatte Gabriel B. zuvor beide Taten gestanden. Vermutlich hatte er den Trick häufiger angewendet, sodass er sich an seine Opfer nicht mehr genau erinnert. „Ich hatte kein Geld und war verzweifelt“, erklärte der Arbeitslose und entschuldigte sich bei den Opfern. „Ich mache so etwas bestimmt nie wieder.“

Der 27-Jährige hatte sich wohl durch sein Geständnis erhofft, auf freien Fuß zu kommen. Richterin Pinski betonte, er müsse wegen der anzurechnenden Untersuchungshaft lediglich noch einen Monat sitzen. Dies sei bereits ein sehr mildes Urteil, sagte sie hinsichtlich der Bewährung, unter der B. noch wegen eines vorangegangenen Diebstahls steht. „Sie sind zwar kein Schwerverbrecher“, räumte die Richterin ein, aber die Taten seien ausgesprochen sozialschädigend: „Sie führen dazu, dass niemand mehr irgendwem hilft.“ Zu den Rentnern gerichtet sagte sie: „Bitte ändern Sie sich nicht.“

Sonja Fröhlich

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