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Aus der Stadt Jupiter Jones begeistern im Capitol
Hannover Aus der Stadt Jupiter Jones begeistern im Capitol
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06:17 01.04.2012
Party im Capitol mit den Jungs von Jupiter Jones. Quelle: Steiner
Hannover

Auf der Bühne leuchtet nur das weiße Schlagzeug. Dann erklingt die Stimme des „Drei ???“-Erzählers und die Musiker schleichen sich zwischen der Comic-Skyline auf die Bühne. Tosender Applaus, schon jetzt.

Im Herbst 2002, irgendwo in der Eifel, erwuchsen Jupiter Jones aus einer Partylaune heraus, so der Gründungsmythos der Band. Inzwischen haben die Musiker um Bandleader Nicholas Müller die wichtigsten Meilensteine einer erfolgreichen Karriere abgehakt: Sie waren Vorband von Muff Potter, Mia und den Donots, hatten Auftritte beim Southside- und dem Hurricane-Festival sowie diverse Radio- und Fernsehauftritte. Kürzlich haben sie auch den Publikumspreis bei der Echo-Verleihung für ihre Single „Still“ bekommen.

Doch der Abend im Capitol sollte alles andere als still werden. Denn wenngleich sie mit ihrem melancholisch, sinnlichen Radiohit berühmt geworden sind: Jupiter Jones können auch anders. Für den typischen Rocksound stehen Sänger und Leadgitarrist Müller, Sascha Eigner an der zweiten Gitarre, Klaus Hoffmann am Bass, Tobias Schmitz am Keyboard und Marco Hontheim hinter den Trommeln auf der Bühne. Ihre Spielfreude überträgt sich auf das Publikum, der nahezu ausverkaufte Saal grölt und tobt.

Mit einem Mix aus Punkrock und Deutschpop begeisterten Jupiter Jones am Donnerstagabend im Capitol Hannover.

Die Stimmung unter den deutschen Songpoeten ist derzeit tiefgründiger denn je. Jupiter Jones nehmen sich da nicht aus. Die gefühlvollen Melodien mit den tiefgründigen Texten sind an diesem Abend jedoch die Ausnahme, bannen aber das Publikum auf besondere Art. Für das Konzert im Capitol hat die Band „alte Knochen ausgegraben“, so Müller. Er stimmt, solo und an der Halbakustikgitarre, das Lied vom Typen „Jup“ an, von dem man nicht weiß, woher er kam, doch wohin er geht und dass er seine Schatten mitnimmt. „Der Hut, der Stock, die Tür“ ist dann schon wieder was zum Springen. Denn Jupiter Jones denken global und rechnen mit der kalten, egozentrischen Gesellschaft ab. Den nötigen Nachdruck verleihen den rebellischen Zeilen die rockigen, punkig aufbegehrenden Gitarrenmelodien und Schlagzeugrhythmen.

Ebenso Müllers Stimme, von tief und kuschelig bis hin zu feinstem Schreigesang, stellt er seine Vielfalt unter Beweis. Zudem moderiert er die einzelnen Stücke  humorvoll und sympathisch an. Für den „Babada“-Chorus fordert er das Publikum heraus: „Singt diese Stelle und stellt euch dabei vor, Hannover 96 hätte ein Spiel gewonnen!“ Mehr Intensität ist kaum denkbar – und lockt die Band nach einem bereits 90-minütigen Set für zwei Zugaben heraus. Bester Rock in der deutschsprachigen Musikszene.

Jaqueline Moschkau

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