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Jurist veruntreut 24.500 Euro vom Bafög von zwei Brüdern

Amtsgericht Hannover Jurist veruntreut 24.500 Euro vom Bafög von zwei Brüdern

Das Amtsgericht Hannover hat einen früheren Anwalt jetzt wegen Untreue zu sieben Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Jurist hat 24.500 Euro unterschlagen, die er für zwei Brüder ans Studentenwerk überweisen sollte.

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Quelle: dpa

Hannover.   Mit den 24.500 Euro wollten zwei Brüder ihre Bafög-Schulden beim Studentenwerk begleichen. Doch dort kam das Geld nie an. Ihr damaliger Anwalt leitete die Summe nicht weiter, weil er damals bereits hoch verschuldet war. Binnen weniger Tage war das Geld verschwunden, denn das Geschäftskonto des Juristen war mit mehreren Pfändungstiteln belastet. Das Amtsgericht Hannover hat den früheren Anwalt jetzt wegen Untreue zu sieben Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss der Jurist 70 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. 

Der ehemalige Anwalt räumte die Vorwürfe ein. Ein privater Leihgeber der beiden Brüder hatte die Summe im Juli 2013 auf sein Konto überwiesen. „Ich sollte es sofort nach Erhalt weiterleiten. Es war Geld, das mir nicht zustand.“ Seine Kanzlei sei sehr schlecht gelaufen, berichtete der 53-Jährige. Auch aktuell habe er noch 50.000 Euro Verbindlichkeiten aus der damaligen Zeit. 

Nach seiner Darstellung war ihm damals alles über den Kopf gewachsen. Ob er nicht früher hätte aussteigen können, wollte die Richterin wissen. Es sei ihm zu schwer gefallen, das eigene Scheitern einzugestehen, erklärte der Mann. Und dann war da noch die Frage, was er sonst hätte machen können. „Ich war am Rande meiner geistigen und körperlichen Kräfte und nicht mehr handlungsfähig.“ Ende August 2013 schloss der Anwalt seine Kanzlei, nachdem seine damalige Freundin ihn dazu gedrängt hatte.

Die beiden Brüder erfuhren davon. Doch der Jurist beruhigte sie auch später noch, dass ihr Geld beim Studentenwerk eingegangen sei. „Warum haben sie nicht reinen Tisch gemacht?“, bohrte der Staatsanwalt nach. „Ich war nicht so weit, dazu zu stehen, zu sagen, ich habe betrogen“, erklärte der Angeklagte. 

„Sie haben ihre Mandanten lange im Unklaren gelassen, was tatsächlich abgelaufen ist und sie hingehalten“, stellte die Richterin fest. Bei der Strafbemessung spielte jetzt auch eine Rolle, dass der Jurist bereits 2009 sowie 2013 wegen Untreue verurteilt worden ist. Aktuell ist der ehemalige Anwalt arbeitslos, seine Zulassung hat er verloren. Auch die Schulden an die beiden Brüder hat der 53-Jährige bisher nicht beglichen.

Von Bärbel Hilbig

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