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Aus der Stadt Kabelbrand führte zum Busunglück auf A2
Hannover Aus der Stadt Kabelbrand führte zum Busunglück auf A2
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22:13 19.06.2009
Ein Kabelbrand führte zu dem
 Busunglück im November 2008. Quelle: Rainer Dröse

Das jedenfalls berichtete der Onlinedienst „Bild.de“. Es sei aber nicht mehr feststellbar, ob der Brand durch Reibung zweier Kabel oder durch einen Kabelbruch entstand.

Andere Gutachter, die nach der Brandursache forschen, reagierten überrascht auf dieses Ergebnis. Dekra-Prüfer Thomas Lange, der im Auftrag des Bus-Herstellers Mercedes-Benz arbeitet, glaubt an einen Brand im Bereich der Bordtoilette. Dass ein solches Feuer durch einen Kabelbrand in der Bordküche entstanden sein könnte, sei schwer nachvollziehbar. Wolfgang Lang, der das Unglück im Auftrag der VGH-Versicherung untersucht hat, hatte bereits im März einen technischen Defekt für unwahrscheinlich erklärt. Er schloss nicht aus, dass eine glimmende Zigarettenkippe im Kunststoff-Müllschacht neben dem Waschbecken einen Schwelbrand ausgelöst haben könnte. Gespannt warten die Gutachterteams nun auf die Veröffentlichung der TÜV-Studie.

Die zuständige Staatsanwältin Kathrin Söfker bestätigte gestern lediglich, dass das Gutachten „vor ein paar Tagen“ in Form einer CD bei der Ermittlungsbehörde eingegangen sei. Es werde zurzeit geprüft und vervielfältigt. Zum Inhalt wollte sie nichts sagen. Matthias Waldraff, Anwalt des Busunternehmens Mommeyer, kritisierte, dass ihm die Studie noch nicht vorliegt. „Mit der Staatsanwaltschaft ist abgesprochen, dass uns das Gutachten umgehend weitergeleitet wird.“ Zu den Medienberichten über den Inhalt der Studie wollte er zunächst nicht Stellung nehmen: „Bei diesem Fall spielen massive Interessen und erhebliche Regressforderungen eine Rolle“, sagte Waldraff.

Unterdessen hat das Bundesverkehrsministerium auf das Unglück bei Garbsen reagiert und will den Sicherheitsstandard in Reisebussen erhöhen: Neufahrzeuge sollen künftig mit Brandmeldern im Motorbereich ausgerüstet werden. „Dort liegt die häufigste Ursache bei Busbränden“, sagte Sven Ulbrich, Sprecher des Ministeriums. Außerdem werde eine Initiative vorbereitet, die für die freiwillige Nachrüstung von Reisebussen eintritt. Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) hatte kurz nach dem Unglück bei Garbsen angekündigt, den Einbau von Rauchmeldern zur Pflicht machen zu wollen.

Die Opfer des verheerenden Brandes hätte ein solcher Brandmelder allerdings nicht gerettet: Im Motorraum war das Feuer nicht ausgebrochen, da sind sich die Gutachter einig.

von Rüdiger Meise und Tobias Morchner

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