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Vermieter für ausländische Studenten gesucht

Studentenwerk hilft bei Vermittlung Vermieter für ausländische Studenten gesucht

Die Plakate fallen ohne Frage ins Auge: Da stehen zwei Studenten buchstäblich im Regen, weil sie keine Wohnung finden. Mit der Aktion werben Stadt und hannoversche Hochschulen stadtweit um private Immobilienbesitzer, damit sie an internationale Studenten vermieten.

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Aya Ismail und Anas Elwakil haben bisher nur befristete Mietverträge bekommen.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. Das Studentenwerk Hannover bietet Vermietern dabei neuerdings einen kostenlosen Service. Eine extra dafür eingestellte Mitarbeiterin trifft unter den Bewerbern eine Vorauswahl, damit Vermieter sich nicht mit 40 und mehr Interessenten auseinandersetzen müssen. Nach ihren eigenen Vorgaben bekommen die Immobilienbesitzer dann maximal drei Vorschläge unterbreitet.

Mit der Aktion "Lasst uns nicht im Regen stehen" wollen internationale Studenten für mehr passenden Wohnraum werben.

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Die Wünsche fallen durchaus überraschend aus. „Einem Vermieter, der sich bei uns gemeldet hat, fehlt in seinem Hausmusikkreis noch ein spezielles Instrument“, erzählt Eberhard Hoffmann, Geschäftsführer des Studentenwerks.

Die beiden Studenten, die der Plakatkampagne ihr Gesicht geben, haben selbst einige Schwierigkeiten auf dem hannoverschen Wohnungsmarkt erlebt. Das männliche Model Anas Elwakil hat eine regelrechte Odyssee hinter sich. Der 25-jährige Mechatronikstudent kam vor einem Jahr mit seiner Frau Aya Ismail aus Ägypten nach Hannover. Beide hatten erst zwei Wochen zuvor geheiratet und fanden partout keine Wohnung. Aus der Not heraus wurden sie Untermieter für Menschen, die selbst befristet die Stadt verließen. Anfangs musste das Paar deshalb jeden Monat umziehen.

„Es waren merkwürdige Flitterwochen“, sagt Aya Ismail, die selbst Wasserbau im Master studiert. Fünfmal haben die beiden innerhalb eines Jahres die Wohnung gewechselt. Auch ihr neuer Mietvertrag ist befristet. Die Unsicherheit habe sie deprimiert und vom Studium abgelenkt, erzählt die 25-Jährige. Manchen Vermieter habe wohl auch ihr Kopftuch irritiert. Dabei seien sie verlässliche Mieter. „Wir können die Miete zahlen. Aber wir sind nicht Bill Gates.“ Das zweite Model, Musikstudentin Eszter Király, hatte mehr Glück, als es aus Ungarn herzog, weil ihm Freunde in Hannover halfen. „Aber die meisten ausländischen Studenten können sich nicht vorher um ein Zimmer kümmern.“  

Die besonderen Probleme ausländischer Studenten erforderten eine gezielte Aktion, betont Oberbürgermeister Stefan Schostok. Dahinter stehe auch der Wunsch, gut ausgebildete Menschen später in der Stadt zu halten. Die Bertelsmann-Stiftung finanziert die Werbekampagne. Haus & Grundeigentum Hannover, Gundlach und der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen sprechen ihre Mitglieder an und verweisen an das Studentenwerk.

Zum Wintersemester erwarten die Hochschulen mehr als 47.000 Studienanfänger. Mehr als 2200 werden neu aus dem Ausland nach Hannover ziehen. Aktuell studieren und forschen über 5500 ausländische Studenten in der Stadt. Das Studentenwerk bietet selbst rund 2300 Wohnheimplätze, von denen aber nur ein Teil zum Semesterwechsel frei wird. Bereits jetzt stehen dafür 1785   Interessenten auf der Warteliste. „Das schaffen wir nicht allein. Wir wenden uns an private Vermieter, weil sie den größten Wohnungsbestand anbieten“, erklärt Hoffmann. Auf die Privaten entfallen rund 80 Prozent der Wohnungen.

Beim Studentenwerk hilft Birte Wiedenroth Vermietern, einen passenden Studenten als Mieter zu finden. Sie ist per E-Mail erreichbar unter zimmer@­studentenwerk-hannover.de oder telefonisch unter (05 11) 7 68 80 69.

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