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Bomben-Verdacht: 53.200 Menschen betroffen

Blindgänger in Vahrenwald Bomben-Verdacht: 53.200 Menschen betroffen

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen hat auf dem Üstra-Gelände an der Wedelstraße (Vahrenwald) mehrere Bomben-Verdachtspunkte ausgemacht. Bis zu 53.200 Menschen sind betroffen. Geplante Evakuierung ist am 7. Mai, sie beginnt um 9 Uhr.

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Stadt, Feuerwehr, Kampfmittelbeseitigungsdienst und Polizei informieren über die geplante Evakuierungsaktion am 7. Mai.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Der Landeshauptstadt droht eine der größten Evakuierungsmaßnahmen seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst vermutet mehrere Bombenblindgänger in Vahrenwald. Die Experten haben 14 Verdachtspunkte ausgemacht. Sollten sie sich bestätigen, müssen am 7.  Mai bis zu 53.200 Menschen ihre Wohnungen verlassen. „Diese Größenordnung ist hier so noch nie dagewesen“, sagt Feuerwehrchef Claus Lange. Betroffen sind die Stadtteile Vahrenwald, List und Nordstadt.

Thomas Bleichel, Dezernatsleiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, spricht von „sehr konkreten Verdachtspunkten“ – auch im Vergleich zur letzten Bombensuche am Siloah-Krankenhaus, die sich am Ende als harmlos entpuppte. Jetzt werden neun mögliche Blindgänger in der Wedelstraße auf der Baustelle der Versorgungseinrichtung der Üstra vermutet. Auf dem Gelände sollen Wohnungen entstehen. Fünf weitere Verdachtspunkte verteilen sich auf umliegende Straßen. Werden tatsächlich Bomben gefunden, sollen alle an einem Tag entschärft werden, „um eine zweite Evakuierung in der Größenordnung zu vermeiden“, sagt Feuerwehrdezernent Harald Härke. Die verdächtigen Objekte liegen in etwa fünf Metern Tiefe, vermutlich seien es Fünf- bis Zehn-Zentner-Bomben.

Bombenräumung in Badenstedt

Immer wieder müssen in Hannover Fliegerbomben entschärft werden. Ein Überblick über die Bombenräumungen der vergangenen Jahre:

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Die Straßenliste zum Download:

Hier finden Sie eine Liste mit allen betroffenen Straßen.

Das Gebiet in einem Radius von einem Kilometer um die Fundorte soll bei einer Entschärfung evakuiert werden. Die Stadtteile sind nicht nur dicht besiedelt, es gibt auch zahlreiche soziale Einrichtungen und große Firmen. So müssen unter anderem sieben Alten- und Pflegeheime geräumt werden, hinzu kommen die Sophienklinik und das Lister Krankenhaus. Auch die Üstra ist mit ihrem Busbetriebshof direkt neben den Fundstellen betroffen, das Conti-Werk Vahrenwald liegt ebenfalls in der Zone. Eine ähnlich große Bomben-Sperrung gab es am 25. Dezember 2016 in Augsburg. Dort wurden 54 000 Menschen in Sicherheit gebracht.

Da so viele Hannoveraner wie noch nie ihre Wohnungen verlassen müssen, plant die Stadt neben Notunterkünften erstmals auch ein Unterhaltungsangebot. „Unter anderem öffnen die städtischen Museen und das Lister Bad kostenlos“, sagt Feuerwehrdezernent Härke. Auch die Stadtbibliothek sei geöffnet. Im Stadtteilzentrum Lister Turm soll ein kulturelles Programm stattfinden. 

Noch bis Gründonnerstag laufen die Vorbereitungen, danach werden sich die Kampfmittelexperten bis etwa einen Meter an die vermuteten Blindgänger herangraben. „Nach dem Mai-Feiertag wissen wir dann hoffentlich, wie viele Bomben es zu entschärfen gibt“, sagt Thomas Bleichel.

Eine für März geplante Bombenentschärfung nahe des Klinikums Siloah konnte abgesagt werden, weil sich die Blindgänger als Metallschrott erwiesen hatten. Zuletzt war Anfang März  eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe in Seelhorst entschärft worden.

pah/sbü

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