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Kandidatenkür in Kirchrode spaltet SPD

Unruhe Kandidatenkür in Kirchrode spaltet SPD

Die umstrittene SPD-Kandidatenwahl in Kirchrode-Bemerode-Wülferode erschüttert die Partei in ganz Hannover. Manche Genossen halten die Nominierung für eine „Katastrophe“. Der stellvertretende Fraktionschef im Rat, Michael Klie, sei regelrecht abserviert worden.

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„Er wusste, dass es Gegenkandidaten gibt“: Hülya Iri will Michael Klie nicht überrumpelt haben.

Quelle: privat (2)

Hannover. Tatsächlich hat Klie jetzt deutlich schlechtere Chancen, am 11. September wieder in den Rat gewählt zu werden. Ein führender Sozialdemokrat lässt ausrichten, dass ihn die Vorgänge in seinem Ortsverein „beunruhigen“. Die Parteispitze appelliert an das „Verantwortungsgefühl als SPD“. „Die Wahl ist legal, aber nicht fair abgelaufen“, sagt Hannover SPD-Chef Alptekin Kirci. Er weist darauf hin, dass die endgültige Entscheidung der Parteitag am 28. Mai trifft. Da könne es noch Veränderungen geben. Andere Genossen meinen, dass sich Klie seiner Wiederwahl zu sicher gewesen sei und die Kampfkandidatur verschlafen habe.

Am Freitag hatte sich der SPD-Ortsverein entschieden, nicht seinen langjährigen Vorsitzenden Michael Klie auf Platz 1 der Kandidatenliste zu setzen, sondern die 41-jährige Hülya Iri, Parteimitglied seit 2013. In dem für die SPD schwierigen Wahlbezirk dürfte bei dieser Wahl nur der Erstplatzierte die Chance auf ein sicheres Ticket in den Rat haben. Das Ergebnis fiel keineswegs knapp aus: 43 Genossen stimmten für Iri, 24 für Klie, einige wenige für den dritten Kandidaten, Sven Offer-Heckmann. Insgesamt versammelten sich 68 Mitglieder, mehr als doppelt so viele wie üblich. „Die wurden gezielt von Iri mobilisiert“, heißt es im Ortsverein. Etliche frisch rekrutierte Mitglieder mit türkischen Wurzeln hätten für „ihre“ Kandidatin, die türkischstämmige Iri votiert. Ihre Kandidatur habe Iri zudem sehr kurzfristig mitgeteilt. „Das war ein von langer Hand geplanter Coup“.

Iri räumt ein, dass das Werben von neuen Parteimitgliedern ein Schwerpunkt ihrer Arbeit sei. „Die SPD braucht neue Gesichter“, sagt die gelernte Sozialarbeiterin. In ihrer Kandidatenrede habe sie betont, dass sie gezielt auf Wähler mit Migrationshintergrund und Frauen zugehen wolle. Den Vorwurf, sie habe Klie überrumpelt, lässt sie nicht gelten. „Er wusste, dass es Gegenkandidaten gibt“, sagt die 41-Jährige. Zudem hätten nicht nur türkischstämmige Neu-Genossen für sie gestimmt, sondern auch altgediente Mitglieder. „Ich habe viel Zuspruch für meine Rede bekommen“, sagt Iri.

Dennoch sind Vorstandsmitglieder in Kirchrode-Bemerode-Wülferode konsterniert. Monatelang habe man über die Kandidaten diskutiert und dann eine Aufstellung beschlossen - mit Klie an der Spitze. Iri tauchte auf der Liste gar nicht auf. „Diese Aufstellung hat Iri sogar mitbeschlossen“, sagt ein Vorstandsmitglied. Die frisch gebackene Spitzenkandidatin hat eine andere Sicht. „Ich habe immer Interesse an der Kommunalwahl 2016 signalisiert“, sagt sie. Bezirksbürgermeister Bernd Rödel habe ihr dann eine Kandidatur angeboten.

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