Dort bot sich Marnetté am Donnerstag ein grausames Bild: „Die Kadaver lagen auf den Rasenflächen oder auf den Bürgersteigen, einige waren schon von Maden halb zerfressen“, berichtete sie. Außerdem hätten Kinder mit halbtoten Tieren gespielt, Hunde hätten die geschwächten Kaninchen gejagt.
Die Tiere leiden unter Myxomatose, einer bei Kaninchen nicht seltenen Viruserkrankung, die von Flöhen oder Mücken übertragen wird. Die Krankheit, die nur unter Wild- und Hauskaninchen übertragen werden kann, führt meist zum Tod der Tiere. Im Verlauf der sogenannten Kaninchenpest schwellen die Augen zu und die Tiere können nichts mehr riechen. „Die verhungern, weil sie das Fressen nicht mehr finden“, erklärte Marnetté. „Das ist ein ganz grausamer Tod“, sagte sie. Die Tiere würden sich regelrecht zu Tode quälen. Die Kaninchen sterben rund zehn bis 14 Tage nach der Ansteckung.
Am Donnerstag hatte die Tierinspektorin nach eigenen Angaben das Veterinäramt um Hilfe gebeten. Allerdings ohne Erfolg, wie sie berichtet. Dort habe man ihr gesagt, dass es sich um Wildtiere handele und das Veterinäramt dafür nicht zuständig sei. Bei der Stadt war am Donnerstagnachmittag keine Stellungnahme zu erhalten. Allein der Tierschutzverein könne das Problem nicht lösen, sagte Marnetté. „Die Stadt ist gefordert, die muss jetzt ganz schnell etwas unternehmen“, meinte sie.
Tierschützerin Marnetté hatte außerdem die Bothfelder Tierärztin Sabine Thomsen um Hilfe gebeten. Gemeinsam mit Helfern fingen die beiden Frauen am Donnerstag sieben oder acht Kaninchen ein, die die Ärztin anschließend einschläferte. „Diese Einfangaktion ist ja gut und schön“, sagte Tierärztin Thomsen anschließend. Aber das bringe nicht wirklich etwas. Sie rechnet damit, dass jetzt immer wieder Tierkadaver auf den Rasenflächen und auf den Bürgersteigen liegen werden. Unter anderem könnte auch die Kindertagesstätte Hägewiesen betroffen sein, die direkt an die Grünfläche grenzt. Betroffen seien neben der Freifläche zwischen Hägewiesen und Schwarzwaldstraße auch weitere Gebiete in Bothfeld wie zum Beispiel rund um den Teich an der Straße Holzwiesen oder auch Grünflächen an vielen Häusern. „Wenn die Tierkadaver da liegen, werden Parasiten und Ratten angelockt“, sagte Thomsen.
Die Epidemie müsse „im großen Stil“ eingedämmt werden, meinte die Tierärztin. „Ich schlage eine Vergasungsaktion vor“, sagte sie. Das sei die beste Möglichkeit. Wenn das Gas in die Bauten geleitet würde, schliefen die Tiere einfach ein und würden nicht so qualvoll sterben wie jetzt. Nach Angaben von Thomsen hatte es vor einigen Jahren in Bothfeld bereits eine ähnliche Aktion gegeben.
Bei den an den Hägewiesen lebenden Kaninchen handelt es sich offenbar zumeist um ausgesetzte Hauskaninchen, die sich im Laufe der Jahre mit Wildkaninchen gepaart haben. Das sei an den vielen schwarzen und weißen Kaninchen zu sehen, die dort rumlaufen, erläuterte Marnetté.
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Kommentare
anti-flodder-tierhalter hau-a-hau-a-ha! – 28.07.10
erstaunlich,wieviele reaktionen auf die nager-pest kommen!!!freunde,schaut euch mal die "artgerechte"tierhaltung(u.A.auch der pferde)in der varrelheide an!!!!!!da werden die zwergkanninchen nicht nur von der pest oder andren krankheiten darniedergestreckt!es gibt da noch die strasse,das geht aber wenigstens schnell.da leben die versuchstiere mit allem leid fröhlicher als dort(bedenkt bei der besichtigung,es ist nicht immer sommer)@ Hannoveraner Dr.med.vet.Schulze – 26.07.10
Dennoch lasse ich mir von solchen Laien wie von PETA keine Vorschriften machen, wie ich zu forschen habe. Die Alternativen, die einige Unwissende ständig behaupten, sind nämlich nicht immer welche, aber das übersteigt leider den Verstand dieser unwissenden Leute. Schade, dass ist kein Trost.Raven hmpf – 26.07.10
sie begehen rufmord hannoveraner. Oder haben sie nciht kapiert, dass hier zwei verschiedene Schulzes sind??? das der hier schreibende nix mit der Praxis in sprnge zu tun hat?? einmal hirn anschalten bitteVirus im Labor gezüchtet cornejo – 24.07.10
Das Myxomatose-Virus wurde gezüchtet, um den Kaninchenüberschuß in Australien zu bekämpfen. Die Kaninchen wiederum wurden in Australien von den Europäern eingeschleppt, gehören dort nicht hin. Die Kaninchen vermehrten sich zu sehr, also weg mit ihnen. Das Virus wurde in Europa gezüchtet und nun hat es sich auch in Europa ausgebreitet. Die Kaninchen werden immer wieder von diesem Virus befallen und erleiden einen qualvollen, langsamen Tod. Was der Mensch den Tieren und der Natur antut, ist einfach nur teuflisch. Er wird dafür büßen.Falsches Bild Karl S. – 24.07.10
Ist das Bild aus der Türkei?myxo,rhd und kaninchenpest bw – 23.07.10
rhd ist chinaseuche.kaninchnpest ist noch einmal etwas anderes.
... Hannoveraner – 23.07.10
@Raven: Ich muss mich nicht zurück halten! Ich kann, wenn ich wollte, müssen tue ich aber gar nichts!Tierversuche sind schlicht und einfach unwissenschaftlich!
Kaninchenhaltung Christina – 23.07.10
@NefIch kann schon verstehen das man forschen muß nur sind die Bedingungen wie die Tier gehalen werden auch nicht so toll. Kann man nicht versuchen dann den Tieren eine etwas artgerechtere Haltung zu ermöglichen, wenn sie schon Leiden müssen. Ich gehe mal davon aus das die Kaninchen in Käfigen gehalten werden.Vieleicht sollte man da mal etwas überdenken.
??? bulli – 23.07.10
@RSNur weil Kaninchen nicht zu den zu schützenden Tierarten gehören, müssen die sich doch nicht über 14 Tage hinweg schlichtweg übern Jordan quälen, wenn ihnen mit anderen Massnahmen erträglich und tierschutzgerecht in den Himmel geholfen werden kann, oder sehe ich das falsch?
Myxomatose bulli – 23.07.10
Du, die Redaktion von der HAZ hat schon genau recherchiert. Laut Google ist die Myxomatose auch die sogenannte Kaninchenpest. Nur mal der Richtigkeithalber....http://www.tierklinik.de/medizin.00169
@Christina Nef – 23.07.10
Ja, dann testen wir jetzt erst an Zelllinien und dann an Menschen. Ist ja eins zu eins übertragbar und man muss auch keine Interaktionen zwischen anderen Zellsystemen und dem Wirkstoff in Betracht ziehen.Es gibt durchaus Möglichkeiten die Tierversuche zu umgehen. Daran wird sogar in Hannover geforscht, aber dafür braucht man aber z.B. Stammzellen... das ist dann auch wieder nicht richtig... Die Gesellschaft muss sich schon entscheiden, was sie will. Eine moralisch-ethische weiße Weste oder Gesundheit.
grummel Raven – 23.07.10
@hannoveraner, sie haben keine ahnung. die Praxis Dr. Schulze hat nciht mit dem hier genannten Schulze zu tun. Denn FRAU Dr. Schulze in Springe ist in Mutterschaftsurlaub.Die Praxis ist zwar klein, aber sher kompetent.Von daher sollten sie sich etwas zurückhalten.Myxomatose ist nciht Kaninchenpest, das ist RHD. hauskaninchen werden gegen myxo geimpft. Das Die Myxo so ausbricht ist für heimtiere durchaus gefährlich.
Etwas muss getan werden. denn sonst sind auch bald normale Zuchtbestände in Gefahr.
fakt ist, das Vetamt muss was tun oder die Landesforst
Forschung an Tieren Christina – 23.07.10
An Tieren zu forschen finde ich grausam.Als Tierarzt sollte man den Tieren helfen und ihnen kein Leid zu fügen a kann ich Organisationen wie Peta nur zu gut verstehen.Karniggels RS – 23.07.10
So bedauernswert das Massensterben von Kaninchen auch erscheinen mag, so unsinnig ist es irgendwelche Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Man hat es hier mit einem natürlichen, gen-biologischen Prozeß zu tun, der sich durch Eingriffe von Menschen kaum beeinflussen läßt. Tierarten mit massenhafter Vermehrungsweise erleiden solche Dezimierungen in zyklisch. Für andere Tierarten, wie zB die ebenfalls zu den Rodentia (Nagetiere) gehörenden Feldhasen ist das Virus unbedeutend. Wer sich für den Erhalt von Tierarten einsetzen möchte, sollte sich, auf welche Art auch immer, insbesondere um die durch menschliche Aktivitäten tatsächlich bedrohten Spezies kümmern: Meeressäuger, Nutz-und Beifangfischarten, Greifvögel etc. Auch wenn Diese keinen so hohen Niedlichkeitsfaktor besitzen. Die Liste der ernsthaft bedrohten Arten wird täglich länger und länger!Kaninchen gehören mit Sicherheit auch in Zukunft nicht dazu.
Ein Arzt der falsch Infomiert! Hannoveraner – 23.07.10
Herr Schulze, Sie sitzen in Springe und haben eine kleine Tierarztpraxis, Sie verwechseln da etwas!Tierrechtler, wie die Peta es sind, sind für Forschung, aber nicht auf Kosten von fühlenden Lebewesen, Sie versuchen hier echte Tierschützer anders darzustellen, als sie sind. Es gibt genügend Alternativen, mit denen man solche Medikamente entwickeln kann. Sie kann man nicht mehr ernst nehmen Herr Schulze!
Natürliches Regulativ XtraDry – 23.07.10
Die Myxomatose dürfte den meisten Spaziergängern in Hannover bekannt sein, denn sie tritt regelmäßig auf, meist so alle 4 Jahre. Auffällig ist, dass sie immer auftritt, nachdem die Kaninchenpopulationen stark zugenommen haben, sie ist also ein Regulativ der Natur. Ein Eingriff durch Impfung etc. würde die Probleme, die es eh schon durch Eingriffe des Menschen in die Natur gibt (Schwarz- und Rotwild etc.), weiter verschärfen. Insofern muss ich PETA u.a. beipflichten und kann nur für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und gegen die Berufsblindheit der Wissenschaftler apellieren......sog. Tierschützer Dr.med.vet. Schulze – 23.07.10
Wir forschen hier in den USA mit Tierversuchen an einem Impfstoff für Kaninchen, der mit angebotener Nahrung aufgenommen werden kann; leider werden wir von selbsternannten Tierschuetzern wie PETA und aehnlichen massiv behindert.Tierfreunde eben...
nettes Foto ;-) – 23.07.10
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