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Aus der Stadt „Schnitzel mit dem verbotenen Namen“
Hannover Aus der Stadt „Schnitzel mit dem verbotenen Namen“
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00:15 17.10.2013
Von Mathias Klein
In der Kantine des niedersächsischen Sozialministeriums, das auch für Integration zuständig ist, gibt es an diesem Donnerstag laut Speiseplan „Schnitzel mit dem verbotenen Namen“. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Hannover

Eine Anspielung auf das Verbot der Bezeichnung „Zigeunerschnitzel“, das die Stadt für ihre Kantinen verfügt hatte. Medien aus der ganzen Republik hatten in der vergangenen Woche darüber berichtet. Und die Initiative des hannoverschen Forums für Sinti und Roma zeigte sich zufrieden darüber, dass es in Hannover gelungen war, den diskriminierenden Begriff „Zigeuner“ zumindest von Speisekarten zu tilgen.

Das alles hätte man in der Kantine des Sozialministeriums wohl bedenken sollen, denn am Montag nun liefen im Ministerium die Telefone heiß. Lag doch der Verdacht nahe, dass man sich hier über die Schnitzel-Entscheidung der Stadt lustig machen wollte. Der Betreiber der Kantine, Timo Holtmann, kann die ganze Aufregung nicht verstehen. Turnusgemäß habe das Schnitzel mit Paprikasauce für Donnerstag auf dem Plan gestanden, berichtet er. Der Mitarbeiter, der den Plan geschrieben habe, habe die ganze Debatte „locker aufgreifen“ wollen, berichtete er. „Einen rassistischen Hintergrund gibt es nicht“, sagte Holtmann. Der Kollege selbst habe einen Migrationshintergrund, fügte er vorsichtshalber noch hinzu.

Auch der Sprecher des Sozialministeriums, Uwe Hildebrandt, ging auf Distanz zum „Schnitzel mit dem verbotenen Namen“. „Wir halten die Wortwahl für unsensibel“, sagte er. Das Ministerium trägt dafür allerdings nicht die Verantwortung, da die Kantine von einer Fremdfirma betrieben wird. Und wie soll das Schnitzel nun künftig heißen? So wie diese Woche bestimmt nicht mehr, versichert Kantinenbetreiber Holtmann. Ein Blick in die Speisekarte der Rathauskantine hilft: Dort wird „Puzsta-Schnitzel“ oder „Schnitzel Ungarischer Art“ angeboten.

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