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Aus der Stadt Jecken sind bereit für den Sturm aufs Rathaus
Hannover Aus der Stadt Jecken sind bereit für den Sturm aufs Rathaus
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00:15 13.11.2016
Karneval kann kommen: Ihre Lieblichkeit Nora I und Seine Tollität Rüdiger I. alias Nora Henjes und Rüdiger Schwertz. Quelle: Niehaus
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Hannover

Eigentlich startet die Karnevalssaison ja am 11.11. - also am Freitag. In Hannover allerdings lassen die Jecken den Rheinländern einen Tag Vorsprung und gehen erst am Sonnabend, 12. November, ausgeruht in die Vollen. Die Mitglieder des Komitees Hannoverscher Karneval küren dann um 9.11 Uhr die beiden Prirzenpaare, bevor es um 11.11 Uhr mit der traditionellen Erstürmung des Rathauses weitergeht.

Dann werden auch die Prinzenpaare, seine Tollität Prinz Rüdiger Schwertz (32) und Ihre Lieblichkeit Nora Henjes (26) sowie das Kinderprinzenpaar Keno-Noel (9) und Lara-Marie (7), vorgestellt. Am Abend geht es weiter mit der großen Proklamationssitzung mit Musik-, Gesangs- und Tanzeinlagen und zahlreichen Büttenreden. Beginn ist um 19.11 Uhr im Hangar No 5 an der Völgerstraße.

Das Kinderprinzenpaar wird in dieser Session vom Hannoverschen Carneval-Club gestellt. „Ich liebe Musik und Tanzen und stehe gern im Rampenlicht“, sagt Lara-Marie, die seit einem Jahr zusammen mit ihrem Bruder Keno-Noel im Hannoverschen Karneval-Club und auch in der Jugendshowtanzgruppe aktiv ist. „Das Größte für mich wäre, mit meiner Schwester einen Pokal zu gewinnen“, ergänzt Bruder Keno-Noel.

Doch erst mal haben die beiden jetzt kaum Zeit zum Üben: Ungefähr 60 Veranstaltungen besucht das Kinderprinzenpaar in dieser Session. Das erwachsene Prinzenpaar hat sogar rund 80 Termine. Unter anderem das Kaju-Hänsel-Turnier am 19. und 20. November in der Swiss-Life-Hall. Dabei messen sich rund 2000 Tanzmariechen, Garden und Schautänzer aus ganz Deutschland. „Das ist echter Hochleistungssport“, versichert Joachim Meyer, Präsident des Komitees Hannoverscher Karneval. Wer hier überzeugt, der qualifiziert sich für das Halbfinale der deutschen Meisterschaft, der norddeutschen Meisterschaft im karnevalistischen Tanzsport, die ebenfalls in Hannover ausgetragen wird. Die Gewinner der norddeutschen Meisterschaft am 18. und 19. März, ebenfalls in der Swiss-Life-Hall, dürfen sich bei den deutschen Meisterschaften mit Tänzern aus ganz Deutschland messen.

Der wohl schönste der vielen Termine ist der Karnevalsumzug am 25. Februar, der sich nach Einschätzung von Karnevals-Präsident Meyer zuletzt sehr positiv entwickelt hat. „Da kamen zum ersten Mal viele Bürger verkleidet zum Zugucken. Es ist toll, dass der Karneval hier mittlerweile so gut ankommt“, sagt er. Im Anschluss können alle Jecken dann im Brauhaus Ernst August weiterfeiern.

Von Lisa Malecha

Interview mit Ihre Lieblichkeit Nora I und Seine Tollität Rüdiger I.

„Bei einer anderen Prinzessin hätte ich abgelehnt“

 Frau Henjes, Sie sind schon seit Kindertagen im Karnevalsverein.

Henjes: Ja seit 20 Jahren bin ich bei der Funkenartillerie Blau-Weiß Döhren.

Haben Sie jemals als Kind davon geträumt, Prinzessin zu sein?

Henjes: Nein, wirklich nie. Unser Verein hat ja nie eine Prinzessin gestellt. Von daher habe ich mich nie damit auseinandergesetzt.

Aber vor zwei Jahren klang das noch etwas anders. Da wurden Sie ja unter der Hand schon einmal als Prinzessin gehandelt. Woran ist das gescheitert?

Henjes: Es fand sich kein Prinz.

Aber das ist ja jetzt anders. Herr Schwertz, wie hat Henjes Sie eigentlich überredet?

Schwertz: Sie hat gefragt, und ich habe einfach Ja gesagt.

Echt? Sie leben ja noch nicht lange in Hannover.

Schwertz: Nein, ich bin seit anderthalb Jahren hier. Ich komme aus Schwerin. Und das ist nicht gerade eine Karnevalshochburg. Wir haben beispielsweise nur einen ganz kleinen Umzug.

Und dann nehmen Sie gleich so ein 
Amt an?

Schwertz: Ja, warum nicht? Macht doch Spaß. Es war eine große Freude, dass Nora mich fragte. Bei einer anderen Prinzessin hätte ich abgelehnt!

Was hat Sie denn nach Hannover geführt?

Schwertz: Mein Geschäftspartner lebt mit seiner Familie hier. Daher bin ich nach Hannover gezogen.

Sie sind beide berufstätig. Herr Schwertz, Sie sind Geschäftsführer eines 
IT-Unternehmens, Frau Henjes, Sie 
sind Restaurantleiterin. Wie kann 
man eigentlich seinen Hauptberuf 
mit dem Job einer Karnevalsmajestät vereinigen?

Henjes: Ich habe einen tollen Chef. Zudem nehme ich Überstunden und Urlaub.


Schwertz: Bei mir geht das wahrscheinlich einfacher im Beruf. Die weitaus meisten Karnevalstermine sind ja am Wochenende. Da kann ich mir einfach freinehmen.

Wie viele Termine stehen bei Ihnen an?

Schwertz: So um die 80 Veranstaltungen werden es bis zum Aschermittwoch am 1. März sein.

Frau Henjes, Sie haben drei Kleider, 
zwei weiße und ein rotes. Herr Schwertz, Sie haben nur einen Anzug ...

Schwertz: Aber dafür habe ich drei Sätze Fasanenfedern für die Kappe. Für die Gala gibt es sogar extra lange. Die sind extrem teuer und sehr empfindlich. Nach einem Auftritt kommen sie auch immer in eine Pappröhre, damit sie etwas länger halten. Und ich habe vier Anzüge.

Worauf freuen Sie sich denn am meisten?

Henjes: Auf die Menschen, die wir treffen werden.


Schwertz: Ich hätte es nicht schöner sagen können.

Und wie wollen Sie Hannover für den Karneval begeistern?

Henjes: Lächeln und winken.


Schwertz: Einfach charmant sein.

Was war als Kind Ihre liebste Verkleidung?

Henjes: Vampir, eindeutig Vampir.


Schwertz: Also, meine war Pirat.

Frau Henjes, Sie waren 15 Jahre als Büttenrednerin „Die Göre“ unterwegs, und Sie haben Trompete im Zug gespielt. Das wird wohl in diesem Jahr nichts?

Henjes: Nein, in diesem Jahr gibt es keinen Tanz, keine Büttenrede, keine Trompete. Aber „Die Göre“ wird bleiben – auch wenn sie jetzt mal Prinzessin ist.

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