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Fast 100.000 Zuschauer beim Karnevalsumzug

Karneval in Hannover Fast 100.000 Zuschauer beim Karnevalsumzug

Bunt, fröhlich und ziemlich ausgelassen: Rund 3000 Karnevalisten sind am Sonnabend durch die Innenstadt von Hannover gezogen. Den Streckenrand des diesjährigen Karnevalsumzugs säumten nach Angaben der Polizei etwa 95.000 Menschen. 

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Karnevalsumzug in Hannover: Ausgelassene Stimmung in der City.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. Hannovers Straßenkarneval mit dem am Rhein zu vergleichen, ist immens unfair. Schließlich misst auch keiner die Schützenfestchen dort mit dem allergrößten der Welt. Eines aber muss doch erlaubt sein: Während mindestens 90 Prozent aller Rheinländer in den tollen Tagen ihre Identität im Kostümladen gegen die eines Clowns, Mönches, Bienchens oder wer weiß noch was eintauschen, gehen weit mehr als 90 Prozent der Hannoveraner zum Straßenkarneval schlichtweg als Hannoveraner. 

Bunt, fröhlich, ausgelassen: Rund 3000 Karnevalisten zogen am Sonnabend durch Hannovers Innenstadt. Den Streckenrand des diesjährigen Karnevalsumzugs säumen nach ersten Schätzungen rund 100.000 Menschen.

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Deshalb fallen beim Karnevalsumzug durch die Innenstadt am Sonnabend diejenigen sofort auf, die sich kostümiert haben. Claudia, Mario und Stella Fasulo zum Beispiel, die am Platz der Göttinger Sieben Position bezogen haben. Sie geht als Biotonne und sieht wirklich witzig aus. Ihr Mann hat vom Volumen her als Obelix noch mehr zu bieten, Tochter Stella mimt die freundliche Hexe. „Wenn Karneval, dann richtig“, sagt Claudia Fasulo.

Sogar noch mehr Aufsehen erregen Alex und Sandra, die sich für die für Eingeweihte sicherlich bekannte schwarz-rote Ganzkörpervermummung von Wade und Vanessa aus dem Film Deadpool entschieden haben . Zu dieser gehört im Fall Vanessa zwingend eine täuschend echt aussehende Spielzeugpistole sowie ein kreuzweise vor der Brust getragener Patronengurt. Das ist in diesen Tagen eine gewagte Sache. Alex und Sandra jedenfalls werden an der Marktkirche von einer Polizeistreife kontrolliert – nicht karnevalistisch-humoristisch, sondern höchst real. Sie dürfen dann aber ohne Auflagen ihrer Wege ziehen. Man könnte übrigens die erwähnte Verkleidungsquote schönen, wenn man Menschen wie Harald Härke einbezöge. Hannovers Kulturdezernent hat sich als Fan von Hannover 96 ausstaffiert, was pfiffig ist, weil er nach dem Umzug sowieso ins Stadion gehen will. Mögliches Motto nach dem Abpfiff: Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Die Frau, die auf dem Wagen der Lindener Narren als ehemalige First Lady fleißig Bonbons in die Menge wirft, hatte ohnehin ihren Spaß - zumal es sich auch hier um keine Verkleidete, sondern um die echte Bettina Wulff handelt.

Die Lindener werden am Platz der Weltausstellung von Rolf Ballreich, Präsident der Karnevalsgesellschaft Eugenesen Alaaf aus Mittelfeld und standesgemäß als Herold kostümiert, genauso begrüßt und vorgestellt wie viele andere im Zug. Der ist, angeführt von Oberbürgermeister Stefan Schostok und Präsident Rolf Meyer vom Komitee Hannoverscher Karneval, mit rund 3000 Aktiven kopfstärker als so mancher in den Vorjahren. Auch die von der Polizei mit 95.000 angegebene Zuschauerzahl an der Strecke von Culemannstraße durch die Altstadt zum Kröpcke und zurück zum Brauhaus Ernst August in der Schmiedestraße toppt Bisheriges. Geschuldet ist das sicherlich auch dem Wetter, das besser hätte nicht sein können, und einer wegen Fußball und Einkaufsbummlern ohnehin vollen Stadt. „Viele sind aber ganz gezielt wegen uns gekommen. An den Plätzen mit der besten Sicht war es lange vor Start des Zuges voll“, sagt Rainer Behrens vom.

Wäre noch Alexander zu erwähnen, der mit seiner Partnerin Jessica Karneval feiert und durch besonders eifriges Helau-Rufen auffällt. Seinen Nachnamen möchte er nicht in der Zeitung erwähnt wissen, weil er ein bisschen Bammel hat, dass sein Urteil über Hannovers Karnevalsumzug falsch interpretiert werden könnte. Dazu muss man wissen, dass Alexander zwar seit vielen Jahren in Hannover lebt, aber aus Düsseldorf stammt und damit aus einer der Karnevalshochburgen schlechthin. „Im Vergleich etwas mager, aber ganz okay und allemal besser als nichts“, lautet sein Fazit, als der letzte Wagen vorbei rollt und unmittelbar dahinter schon die Reinigungstrupps auftauchen, kostümiert als Müllmänner. Berücksichtigt man den Maßstab, kann man Alexanders Bewertung sogar als Kompliment werten.

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