Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Karnevalsumzug mit politischem Anspruch in Hannover
Hannover Aus der Stadt Karnevalsumzug mit politischem Anspruch in Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:29 13.06.2011
Rafael ist mit seinem Kostüm „Friedenstaube“ extra aus Braunschweig angereist. Quelle: Kris Finn
Anzeige
Hannover

Rafaels Flügel wippen im Takt der Technomusik, während er über den Steintorplatz tänzelt. Mehrere Stunden hat er damit zugebracht, sich in eine schrille „Friedenstaube“ zu verwandeln, um so ein Zeichen für Toleranz zu setzen. Zwei Tage machten die schwul-lesbischen Vereine und Interessengruppen über Pfingsten auf sich aufmerksam: mit einer bunten Parade am Sonnabend durch die City, einer Partymeile auf dem Steintorplatz und am Sonntag obendrein mit den Auftritten von Sänger Daniel Küblböck und Comedy-Diva Daphne de Luxe. „Zum ersten Mal haben wir den Christopher-Street-Day-Umzug und das Straßenfest Hannover Pride zusammengefasst“, sagt Veranstalter Lutz Rädecker. Schließlich gehe es bei beiden Aktionen um dieselben Ziele – Spaß haben und Vorurteile abbauen. Rund 10.000 Gäste waren dabei.

„Gegen Homophobie im Sport“, so lautete das Motto der Veranstaltungen in diesem Jahr. In Vereinen und besonders unter Leistungssportlern sei es noch immer schwierig, sich zu gleichgeschlechtlichen sexuellen Neigungen zu bekennen, weiß Rädecker: „Auch der Bundesligist Hannover 96 hat viel Nachholbedarf.“ So bat Rädecker Klubchef Martin Kind anlässlich der Aktionen am Wochenende zu einem Gespräch, aber der habe abgesagt. „Ein Verein wie 96 müsste hier ein Zeichen setzen“, sagt Rädecker. Klubs wie Werder Bremen seien da viel weiter. Aber auch im Breitensport scheinen Vorurteile noch nicht abgebaut zu sein. „Wir wollten kürzlich ein großes Badmintonturnier mit anderen Vereinen ausrichten, aber kein einziger meldete sich“, erzählt Lars Carstens vom schwul-lesbischen Sportverein Leinebagger. Zwar würden homosexuelle Sportler nicht mehr aggressiv abgelehnt, das gebiete offenbar die politische Korrektheit, vermutet Carstens, aber viel zu tun haben wollen heterosexuelle Sportler „mit denen“ offenbar auch nicht.

Keine Berührungsängste gab es im Publikum, das das Bühnenprogramm am Steintorplatz genoss. Besonders dicht drängten sich die Männer und Frauen am Sonntagabend, um zu sehen und zu hören, was aus Daniel Küblböck geworden ist – dem ehemaligen Kandidaten von „Deutschland sucht den Superstar“. Der spendierte ein „Hallo, Hannover!“ und gab einen Querschnitt aus seiner neuen Karriere als Jazz- und Bluesmusiker. Dazu gehören offenbar auch Coverversionen von Amy Winehouse und Peter Maffay.

Andreas Schinkel und Juliane Kaune

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sport, Spiel und Straßenfeste: Zum langen Feiertagswochenende hatten die Hannoveraner reichlich Auswahl an Veranstaltungen – und die nutzten sie auch: 
40.000 Besucher schauten beim „Fest der Kulturen“ am Neuen Rathaus vorbei.

Juliane Kaune 13.06.2011

Viele Autofahrer wird der Anblick freuen, doch in der Stadtkasse droht ein dickes Minus: Zahlreiche Parkscheinautomaten im Stadtgebiet von Hannover sind seit Wochen, teilweise sogar Monaten außer Betrieb. Mit roten Aufklebern bedeutet die Stadtverwaltung Autofahrern, dass sie auf die Parkgebühren verzichtet.

Conrad von Meding 13.06.2011

Volle Kraft voraus: Beim Drachenbootrennen auf dem Maschsee in Hannover zählt nicht nur der Einsatz der Armmuskeln, sondern auch eine lautstarke Trommel – und Stimme – zum Anfeuern des Teams. Bereits im 17. Jahr hatte der Hannoversche-Kanu-Club von 1921 am Wochenende zur Regatta der besonderen Art eingeladen.

Juliane Kaune 14.06.2011
Anzeige