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Karnevalsumzug mit politischem Anspruch in Hannover

Vorurteile abbauen Karnevalsumzug mit politischem Anspruch in Hannover

Zwei Tage machten die schwul-lesbischen Vereine und Interessengruppen über Pfingsten in Hannover auf sich aufmerksam: mit einer bunten Parade am Sonnabend durch die City, einer Partymeile auf dem Steintorplatz und am Sonntag obendrein mit den Auftritten von Sänger Daniel Küblböck und Comedy-Diva Daphne de Luxe.

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Rafael ist mit seinem Kostüm „Friedenstaube“ extra aus Braunschweig angereist.

Quelle: Kris Finn

Hannover. Rafaels Flügel wippen im Takt der Technomusik, während er über den Steintorplatz tänzelt. Mehrere Stunden hat er damit zugebracht, sich in eine schrille „Friedenstaube“ zu verwandeln, um so ein Zeichen für Toleranz zu setzen. Zwei Tage machten die schwul-lesbischen Vereine und Interessengruppen über Pfingsten auf sich aufmerksam: mit einer bunten Parade am Sonnabend durch die City, einer Partymeile auf dem Steintorplatz und am Sonntag obendrein mit den Auftritten von Sänger Daniel Küblböck und Comedy-Diva Daphne de Luxe. „Zum ersten Mal haben wir den Christopher-Street-Day-Umzug und das Straßenfest Hannover Pride zusammengefasst“, sagt Veranstalter Lutz Rädecker. Schließlich gehe es bei beiden Aktionen um dieselben Ziele – Spaß haben und Vorurteile abbauen. Rund 10.000 Gäste waren dabei.

Das Festival für Schwule und Lesben „Hannover Pride“ ist am Sonnabend um 13 Uhr mit einem Festzug vom Steintorplatz aus gestartet. Erstmalig konnten Teilnehmer auf Lastwagen tanzen.

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„Gegen Homophobie im Sport“, so lautete das Motto der Veranstaltungen in diesem Jahr. In Vereinen und besonders unter Leistungssportlern sei es noch immer schwierig, sich zu gleichgeschlechtlichen sexuellen Neigungen zu bekennen, weiß Rädecker: „Auch der Bundesligist Hannover 96 hat viel Nachholbedarf.“ So bat Rädecker Klubchef Martin Kind anlässlich der Aktionen am Wochenende zu einem Gespräch, aber der habe abgesagt. „Ein Verein wie 96 müsste hier ein Zeichen setzen“, sagt Rädecker. Klubs wie Werder Bremen seien da viel weiter. Aber auch im Breitensport scheinen Vorurteile noch nicht abgebaut zu sein. „Wir wollten kürzlich ein großes Badmintonturnier mit anderen Vereinen ausrichten, aber kein einziger meldete sich“, erzählt Lars Carstens vom schwul-lesbischen Sportverein Leinebagger. Zwar würden homosexuelle Sportler nicht mehr aggressiv abgelehnt, das gebiete offenbar die politische Korrektheit, vermutet Carstens, aber viel zu tun haben wollen heterosexuelle Sportler „mit denen“ offenbar auch nicht.

Keine Berührungsängste gab es im Publikum, das das Bühnenprogramm am Steintorplatz genoss. Besonders dicht drängten sich die Männer und Frauen am Sonntagabend, um zu sehen und zu hören, was aus Daniel Küblböck geworden ist – dem ehemaligen Kandidaten von „Deutschland sucht den Superstar“. Der spendierte ein „Hallo, Hannover!“ und gab einen Querschnitt aus seiner neuen Karriere als Jazz- und Bluesmusiker. Dazu gehören offenbar auch Coverversionen von Amy Winehouse und Peter Maffay.

Andreas Schinkel und Juliane Kaune

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Festival
Foto: Schwule und Lesben feiern das Festival „Hannover Pride“.

Das Festival für Schwule und Lesben „Hannover Pride“ ist am Sonnabend um 13 Uhr mit einem Festzug vom Steintorplatz aus gestartet. Erstmalig konnten die Teilnehmer auf Lastwagen tanzen. Gegen 15 Uhr eröffnete Oberbürgermeister Stephan Weil das Warmfrontfestival dann auf dem Steintorplatz.

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