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Kartenfälscher plündern Volksbank-Konten

Skimming Kartenfälscher plündern Volksbank-Konten

ec-Kartenfälscher haben die Konten zahlreicher Kunden der Volksbank Hannover geplündert. Von Mitte bis Ende Juli hatten die Betrüger die Geldautomaten der Filialen am Engelbosteler Damm in der Nordstadt und an der Ricklinger Pfarrstraße manipuliert.

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Die Täter fälschten Tobias Wittes Karte und hoben in Kanada umgerechnet 800 Euro ab.

Quelle: Surrey

Hannover. Durch ein gefälschtes Kartenlesegerät und eine zweite Tastatur, die über das Original geklebt wurde, gelangten die Täter an die Daten der Bankkunden. Dann fertigten sie Kopien der ec-Karten an und hoben im Ausland hohe Geldbeträge ab. Wie viele Kunden den sogenannten Skimming-Betrügern auf den Leim gegangen sind, wollte die Volksbank am Donnerstag nicht mitteilen. Ein Sprecher räumte lediglich ein, es seien mehr als zehn. Nach Angaben von Zeugen haben sich allerdings schon deutlich mehr Betrogene an die Volksbank gewandt. Andere Institute seien nicht betroffen, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Entdeckt wurde die Manipulation der Automaten am 27. Juli, erst zwei Wochen nachdem die Täter ihre Geräte angebracht hatten. Zwar würden die Geldautomaten täglich von Bankangestellten überprüft, doch die Technik der Fälscher werde immer besser und unauffälliger, sagte Volksbanksprecher Marko Volck am Donnerstag. Auch die um ihr Geld geprellten Kunden bemerkten offenbar erst später anhand der Kontoauszüge, dass etwas nicht stimmt. Weil die Täter das Geld im Ausland abgehoben hatten, tauchten die Buchungen erst mit einer Verzögerung von einer Woche auf den Bankbelegen auf.

So traute etwa der 24-jährige Tobias Witte aus der Nordstadt seinen Augen nicht, als sein Kontostand am vergangenen Freitag plötzlich deutlich geschrumpft war. Laut Kontoauszug hatte er einige Tage zuvor in der kanadischen Stadt Toronto 1000 Kanadische Dollar abgehoben, umgerechnet rund 800 Euro – dabei hatte er Hannover nicht verlassen. „Ich war schockiert und habe sofort meine Karte sperren lassen“, berichtet Witte. Als er die Filiale am Engelbosteler Damm über den vermeintlichen Buchungsfehler informierte, erklärten ihm die Bankangestellten, dass er Opfer des sogenannten Skimmings geworden sei. „Es hatte sich eine ganze Schlange von Leuten gebildet, die die Bank über falsche Abbuchungen informieren wollten“, berichtet Witte. Am Tag darauf habe er in der Filiale erneut etliche Kunden mit Beschwerden erlebt. „Es müssen mehrere Dutzend Geschädigte sein“, meint der 24-Jährige.

Mittlerweile hat die Volksbank Witte das gestohlene Geld erstattet. „Alle Kunden erhalten ihr Geld innerhalb weniger Tage zurück“, sagt Volksbanksprecher Volck. Voraussetzung ist, dass sie den Betrug bei der Polizei anzeigen. Wie hoch der Gesamtschaden für die Volksbank ist, wollte das Institut am Donnerstag nicht beziffern. Zunächst solle die Polizei ermitteln. In diesen Tagen werden alle 125 ec-Automaten der Volksbank in Stadt und Region überprüft. Alle ec-Karten, die zwischen dem 15. und 27. Juli an einem der betroffen Automaten benutzt wurden, sind automatisch für Abhebungen im Ausland gesperrt. Die Kunden sollen bald neue Karten erhalten.

Michael Soboll

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„Skimming“-Methode
Foto: An diesem Geldautomaten in der Pfarrstraße in Ricklingen wurden Daten der Kunden ausgespäht.

Der Datendiebstahl an Geldautomaten in Hannover hat ein viel größeres Ausmaß als zunächst angenommen. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, haben die Betrüger in mehr als 320 Fällen Kontodaten und Geheimnummern von Kunden der Volksbank ausgespäht und mit gefälschten Karten hohe Beträge abgehoben.

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