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Aus der Stadt Warum Kaninchen "Mopsi" ein Fall für's Gericht ist
Hannover Aus der Stadt Warum Kaninchen "Mopsi" ein Fall für's Gericht ist
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00:15 25.11.2016
Von Michael Zgoll
Arg gebeutelt: Mopsi brach sich ein Bein. Quelle: privat
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Hannover

War der acht Monate alte Kater Fritzi Schuld am Beinbruch von Mopsi? Oder jagte Zwillingsbruder Minu das Zwergkaninchen durch Nachbars Garten? Fest steht, dass Mopsi sich bei der Hatz den linken Hinterlauf brach. Das sieben Jahre alte Karnickel musste vergangenen Sommer mehrmals operiert werden, bei der dritten OP wurde ihm das Bein amputiert, und inzwischen ist es tot. Das Landgericht verhandelte Montag als Berufungsinstanz über die Klage des 55-jährigen Kaninchenhalters, der von der Katzenbesitzerin für zwei Attacken ihrer Tiere gut 3000 Euro eingefordert hat. Als „aufdringlich“ und „aggressiv“ beschrieb der Kläger die beiden schwarzen Kater - die 44-jährige Besitzerin findet sie „verspielt“ und „verschmust“. Schließlich unterbreitete Richter Carsten Prahm einen Vergleichsvorschlag: Fließen sollen 1030 Euro Tierarztkosten.

Die Nachbarn leben am Rand von Altwarmbüchen, beide haben Ehepartner und Kind. Der weiß-braun melierte Mopsi war mit seinen sieben Lenzen der Platzhirsch im heimischen Revier, bis die unternehmungslustigen Katzenbrüder auf den Plan traten. Ob nun im Juni 2015 Fritzi oder Minu dem frei im Garten herumlaufenden Zwergkarnickel nachstellte, ist offen. Schlussendlich klagte der Besitzer 1030 Euro für den Tierarzt ein.

Katzenhalterin muss für den Schaden haften

Das Amtsgericht Burgwedel hatte vor zwei Monaten geurteilt, dass dem 55-Jährigen kein Schadensersatz zusteht. In der Hatz von Nachbars Kater habe sich eine „naturgemäße Tiergefahr“ realisiert; wer sein Kaninchen im Freien laufen lasse, müsse damit rechnen, dass eine herumstromernde Katze ihren Instinkten folgt. Das aber sah das Landgericht anders. Er sehe keine Anhaltspunkte für ein Mitverschulden des Kaninchenhalters, so Zivilrichter Prahm. Dieser habe Mopsi schrankenlos hoppeln lassen dürfen und sei nicht verpflichtet gewesen, den Liebling der Familie ins Haus zu sperren. Insofern müsse die Katzenhalterin für den Schaden haften.

Ein voller Erfolg wurde die Klage für den Halter des verstorbenen Tierchens jedoch nicht. Denn in einem zweiten Punkt entschied das Landgericht - nun im Einklang mit der ersten Instanz - gegen ihn. Der 55-Jährige hatte 2000 Euro Schmerzensgeld gefordert, weil ihm im September 2015 einer der Zwillingskater im Gartenschuppen in die Hand gebissen hatte. Die Folge: Operation, Wundinfektion, neun Tage Krankenhaus, Armschiene, sechs Wochen Krankschreibung. Die Hand schmerzt bis heute, die Narben sind noch sichtbar. Doch schon das Amtsgericht urteilte, der 55-Jährige hätte niemals versuchen dürfen, das „verunsicherte, verängstigte oder aufgebrachte Tier“ mit der Hand zu verscheuchen - damit habe er auf eigene Gefahr gehandelt. Und auch Richter Prahm sah keine Chance, Fritzi oder Minu ein schuldhaftes Verhalten nachweisen zu können.

Der erste Teil des Vergleichs muss noch von der Tierhaftpflichtversicherung der Katzenhalterin gebilligt werden. Rechtsanwalt Hans Otto Joswig, der die 44-Jährige vertritt, gab sich optimistisch: „Vielleicht hilft der Vorschlag des Gerichts ja auch bei der Befriedung der nachbarschaftlichen Beziehungen.“

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