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Aus der Stadt Katholiken feiern Messe an der Marktkirche
Hannover Aus der Stadt Katholiken feiern Messe an der Marktkirche
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00:17 29.05.2016
Von Simon Benne
Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Weihrauch umweht das Luther-Denkmal. Blechbläser spielen, als sich die Prozession den Weg durch die Menschenmenge bahnt. Dutzende von Ministranten in ihren langen Gewändern sind gekommen, Kommunionkinder in weißen Kleidern und Ordensritter in ihren Kukullen. Mädchen der polnischen Trachtentruppe Lajkonik sind in prächtigem Aufzug erschienen, und Vertreter katholischer Verbände schwenken Fahnen: Fronleichnam ist traditionell auch ein Fest katholischer Farbenpracht und der Sinnenfreude.

Mehr als 2000 Gläubige haben sich im Schatten der Marktkirche versammelt, um einen Gottesdienst zum Fronleichnamstag zu zelebrieren.

Mehr als 2000 Gläubige aus verschiedenen hannoverschen Gemeinden haben sich unter freiem Himmel vor der Marktkirche versammelt, um das Fest mit einer zentralen Messe zu feiern und um dann in einer langen Prozession zur Basilika St. Clemens zu ziehen. "Wir wollen der Stadt zeigen, woran wir glauben", sagt der Messdiener Dirk Gerdes von der Lindener St.-Godehard-Gemeinde. Die Gläubigen tragen am Fronleichnamstag in einer Monstranz eine geweihte Hostie durch die Straßen, in der nach katholischem Verständnis Gott selbst gegenwärtig ist.

An der Marktkirche geht es dabei durchaus fröhlich zu: Die gut aufgelegte Band um Regionalkantor Nico Miller spielt jazzige Kirchenlieder, die Lesungen werden auf Spanisch und Polnisch gehalten. "Fronleichnam ist auch ein Aufruf zum Menschsein" sagt Pfarrer Johannes Lim von der St.-Heinrich-Gemeinde in der Südstadt in seiner Predigt: "Wir schauen Fronleichnam auf Jesus Christus, weil er uns hilft, Mensch zu sein."Nicht nur die Gottesdienstbesucher sorgten dafür, dass es in der City voll wurde: Zahlreiche Shoppingtouristen aus Nordrhein-Westfalen und Hessen hatten sich nach Hannover aufgemacht. Dort ist Fronleichnam gesetzlicher Feiertag. Ullrich Thiemann, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Hannover, rechnete für den "Westfalentag" mit einer "spürbaren Umsatzspitze".Fronleichnam wird in der Regel nur von Katholiken gefeiert - Luther stand dem Fest, das keinen unmittelbaren biblischen Ursprung hat, ablehnend gegenüber. "Nach der Reformation verband sich mit dem Fest konfessionelles Kampfgeschrei", sagt der evangelische Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann in einem Grußwort an der Marktkirche: "Gut, dass wir das hinter uns gelassen haben."Die Feier steht ganz im Zeichen der Ökumene: Bereits zum zweiten Mal findet der katholische Gottesdienst in diesem Jahr an der evangelischen Marktkirche statt. "Es ist auf dem besten Weg, zum Brauchtum zu werden", sagt Heinemann, der trotz der parallel tagenden Synode gekommen ist, um die Katholiken "zu diesem Christusfest" zu begrüßen.

Am Altar stehen zwei Osterkerzen symbolträchtig nebeneinander: Eine stammt aus der Markt-, eine aus der Clemenskirche. Und in den Fürbitten beten die Gläubigen um die Versöhnung der Konfessionen. "Hier im Schatten der Marktkirche Messe zu feiern ist wirklich etwas ganz Besonderes", sagt Propst Martin Tenge, der oberste Katholik der Region Hannover. "Wir freuen uns über die Ehre."

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