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Katholiken setzen auf Teamarbeit

Neuordnung in Hannover Katholiken setzen auf Teamarbeit

Die katholische Kirche in der Landeshauptstadt und im Umland steht vor einer kompletten Neuordnung. Künftig soll es für den Bereich des Dekanats acht sogenannte Pastoralteams geben, die jeweils für ein Gebiet mit mehreren Kirchengemeinden zuständig sein werden. Die unbeliebte Fusion von Kirchengemeinden will die katholische Kirche damit verhindern.

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„Wenn ich nur noch 30 Prozent der Priester habe, kann ich nicht mehr 100 Prozent der Kirchen bespielen“: Probst Martin Tenge (rechts), bei der Messe in der Basilika St. Clemens, befürchtet die Schließung weiterer Gotteshäuser.

Quelle: Jan Philipp Eberstein

Hannover. Der Bereich des Dekanats umfasst die Region Hannover sowie den Landkreis Nienburg. Grund für die Neuordnung ist ein dramatischer Personalmangel. Derzeit ist die Kirche noch relativ gut ausgestattet. Nach Berechnungen des Dekanats sinkt die Zahl der Priester innerhalb der nächsten zehn Jahre aber wegen fehlenden Nachwuchses von bisher 31 auf dann nur noch nur noch 20 Pfarrer im Jahr 2025. Zugleich wird ein massiver Rückgang der Zahl der Gemeindereferenten erwartet. „Wir haben jetzt die Chance, zu gestalten“, sagt Probst Martin Tenge.

Es gebe kaum noch Priesternachwuchs. Das liege keinesfalls nur am Zöllibat, meinte Tenge. Die Protestanten hätten schließlich ebenfalls ein Nachwuchsproblem bei den Pastoren. „Es ist offenbar kein attraktiver Job mehr, Pfarrer zu werden“, sagt der Probst.

Die acht Teams sollen jeweils aus einem leitenden Pfarrer und zwei bis drei Priestern bestehen. Jedes dieser Teams soll dann für zwei bis vier Pfarrgemeinden zuständig sein, je nach deren Größe. Mit der Bildung von Pastoralteams will die katholische Kirche auch Ungerechtigkeiten entgegenwirken. Wenn beispielsweise in den nächsten Jahren der Pfarrer einer Gemeinde in den Ruhestand gehe, stünde diese Gemeinde sonst ganz ohne Priester da, im Gegensatz vielleicht zur Nachbargemeinde. Denn die Chancen auf eine Wiederbesetzung sind minimal.

Tenge sagt der HAZ, die Pfarrgemeinden als eigenständige Systeme sollten erhalten bleiben. Es gelte der Leitspruch: „Pfarrgemeindemitglieder bewegen sich innerhalb ihrer Pfarrei, und das Priesterteam bewegt sich in den Pfarreien.“ Tenge ist klar, dass es angesichts der Neuorganisation viele Ängste gibt. „Vor Ort wird sich nichts verändern“, sagt Carola Steglitz, die als Ehrenamtliche im Dekanatspastoralrat sitzt, der die Neuordnung plant. Das, so räumte Steglitz ein, müsse die Kirche den besorgten Gemeindemitgliedern allerdings noch besser nahebringen.

Der Dekantaspastoralrat sammelt derzeit Fragen und mögliche Einwände der Pfarrgemeinden zur neuen Struktur. Nach dem Sommer wird das Gremium über einen konkreten Plan entscheiden, wie das Personal der Kirche künftig eingesetzt wird. „Das wird dann nicht von heute auf morgen umgesetzt“, betont Tenge. Geplant ist ein schleichender Prozess. „Wir machen das langsam, aber unaufhaltsam“, ergänzt der Probst. Gehe beispielsweise ein Pfarrer in den Ruhestand oder werde langfristig krank, greife die neue Regelung und ein Pastoralteam übernehme.

Tenge äußerte sich auch zu Kirchenschließungen. Am Wochenende ist die Kirche in Ronnenberg-Empelde profanisiert worden. Derzeit gebe es keinen weiteren Handlungsdruck, meinte er. Allerdings soll es im kommenden Jahr eine Überprüfung von Kirchenbauwerken geben. Eine ganze Reihe von Kirchen, die in den Fünfziger- und Sechzigerjahren schnell gebaut worden seien, befänden sich in einem sehr schlechten baulichen Zustand. In den kommenden Jahren werde das Thema der Schließung von Kirchenbauten eine ganz eigene Dynamik erhalten, machte Probst Tenge deutlich: „Wenn ich nur noch 30 Prozent der Priester habe, kann ich nicht mehr 100 Prozent der Kirchen bespielen“, sagt er. Immerhin: In Altwarmbüchen direkt an der Stadtgrenze zu Hannover wurde Mitte Januar die Grundsteinlegung beim Neubau einer katholischen Kirche gefeiert - dort ziehen junge Familien zu.

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