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Aus der Stadt Am Kronsberg wird eine halbe Milliarde Euro verbaut
Hannover Aus der Stadt Am Kronsberg wird eine halbe Milliarde Euro verbaut
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01:10 10.03.2018
Am Kronsberg entsteht das größte Neubaugebiet Niedersachsens. Quelle: Astoc/West8
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Hannover

 Die Baugrundstücke für das größte Neubaugebiet Niedersachsens sind verkauft. Zwei Konsortien regionaler und überregionaler Wohnungsbauunternehmen haben der Stadt insgesamt 271.000 Quadratmeter Bauland abgekauft, auf denen in den nächsten Jahren gut 2500 der insgesamt 3500 geplanten Wohnungen entstehen sollen. Nach HAZ-Informationen investieren die Firmen zusammen etwa eine halbe Milliarde Euro für das Gesamtprojekt. 

Eine Gruppe von sechs hannoverschen Firmen (Meravis, Delta-Bau, Spar- und Bauverein, KSG, Hanova und Gundlach) hat den mittleren Teil des Areals erworben, die hessische Landesbanktochter GWH den nördlichen Teil. „Viele deutsche Städte würden Hannover darum beneiden, solche Flächen vorausschauend bereit zu haben und in einem derart schnellen Prozess baureif zu bekommen“, lobte Christian Wedler von der GWH. 

Teil der Planungen sind neben rund 2500 Wohnungen auch eine dreizügige Grundschule, Kitas und grüne Stadtteilplätze.

Am Kronsberg entstehe „ein Projekt, auf das sich die Hannoveraner freuen können“, sagte Dirk Streicher (Delta-Bau).  Matthias Herter (Meravis) unterstrich, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt exzellent funktioniert habe: „Das ganze ist eine vorbildlich kooperative Stadtentwicklung, von der sich andere Städte ein Scheibchen abschneiden könnten.“

Stadtbaurat Uwe Bodemann kündigte am Mittwoch an, dass die Stadt möglichst schon in diesem Jahr mit der Anlage der zentralen Baustraße beginnen wolle: „Wir machen richtig Tempo.“ Möglicherweise Ende nächsten Jahres könne der Hausbau starten, sagten die Firmenvertreter. Bis die Wohnungen bezugsfertig werden, dürfte es etwa zwei Jahre dauern. Die Firmen haben sich verpflichtet, zügig zu bauen. 

In dem Neubaugebiet, das an die Expo-Siedlung anschließt, soll es wie üblich bei 25 Prozent der Wohnungen geförderte Mietpreise geben. Auch den frei verfügbaren Wohnraum wolle man möglichst preiswert anbieten, sagte Herter: „Es wird mit Sicherheit kein überteuerter Wohnungsbau.“ Die Mieten könnten bei 11,50 bis 12 Euro pro Quadratmeter liegen – das gilt im Neubau als günstig. Die Wohnhäuser werden vierstöckig, nur ganz im Norden und im Süden sind auf je einem Grundstück bis zu siebengeschossige Häuser erlaubt.

Die Stadt plant eine dreizügige Grundschule, Kitas und grüne Stadtteilplätze, ein halbrunder Park schmiegt sich in das Baugebiet. Für jedes der etwa 25 geplanten Wohnquartiere soll es Architektenwettbewerbe geben. Man schaffe „mehr Stadt am neuen Ort“, sagt Herter. Im Bereich der Stadtbahnhaltestelle planen die Firmen Meravis und Delta gemeinsam einen großen Nahversorgermarkt und einen Discounter. 

Bodemann hob bei der Präsentation der Pläne hervor, dass es ungewöhnlich sei, dass sich außer regionalen Wohnungsunternehmen auch Firmen wie die GWH aus benachbarten Bundesländern derart stark engagierten. „Eigentlich ist die Wohnungswirtschaft eine regionale“, sagte Bodemann. GWH-Manager Wedler versprach: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ Hannover sei „ein Markt, der Perspektiven bietet“. Die GWH ist eine Tochter der hessischen Landesbank. Sie bewirtschaftet rund 50 000 Wohnungen. Im vergangenen Jahr hat sie rund 1000 Wohnungen in Hannover erworben, der Kontakt kam über den hannoverschen Immobilienentwickler Dirk Felsmann zustande. In dem von der GWH geführten Konsortium (offiziell heißen die Zusammenschlüsse Interessengemeinschaften) arbeiten auch Hochtief, aus Hannover Gerlach, die Klosterkammer und Wallbrecht, die Lehrter Helma und das Unternehmen Liemak mit.  

Wann auch der letzte Bauabschnitt von Kronsberg-Süd vermarktet wird, ist derzeit noch offen. Bodemann sagte, man wolle dort um etwa 3,5 Jahre zeitversetzt starten: „Wir warten jetzt erstmal ab, wie sich die ersten beiden Bauabschnitte entwickeln.“ So solle verhindert werden, dass auf einen Schlag zu viele Wohnungen auf den Markt kämen. 

Von Conrad von Meding

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