Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Kein Planungsstopp für die D-Linie
Hannover Aus der Stadt Kein Planungsstopp für die D-Linie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 20.02.2016
Von Andreas Schinkel
So sieht eine Vision der D-Linie aus Quelle: Archiv
Anzeige
Hannover

Die CDU hat Mittwoch im Bauausschuss gefordert, die Planungen für den Ausbau der Stadtbahnlinien 10 und 17 einzustellen und sämtliche Kalkulationen den Ratsmitgliedern offenzulegen. Wie zu erwarten, ist die Forderung mit rot-grüner Mehrheit abgelehnt worden. SPD und Grüne halten die Kostenkalkulation des Ingenieurbüros Transtec zumindest in Teilen für unseriös. Selbst die für den Gleisbau zuständige Infra stellt die Analyse infrage. „In dem Papier gibt es jede Menge Mängel“, sagt Infra-Chef Stefan Harcke.

Transtec hatte berechnet, wie hoch die Kosten im schlechtesten Falle steigen: Von 47 Millionen auf 63 Millionen Euro. Kostentreiber sind nach Ansicht von Transtec die Wünsche der Stadt Hannover beim Umbau der Kurt-Schumacher-Straße und bei der Gestaltung der Hochbahnsteige. Zudem seien die Planungskosten von 17 Prozent der Baukosten zu niedrig angesetzt worden, „um den Gesamtkostendeckel von 50 Millionen Euro für alle Bauabschnitte nicht zu gefährden“, meint Transtec.

Dieser Satz lässt alle Kritiker des D-Linien-Ausbaus aufhorchen und scheint einen Verdacht zu bestätigen. „Die Kosten sind damals schöngerechnet worden“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Jetzt kämen die richtigen Zahlen auf den Tisch, die vermutlich noch immer zu niedrig seien. „Wir können jetzt nicht weitermachen wie bisher, sondern müssen neu nachdenken“, sagt CDU-Ratsfrau Georgia Jeschke. Dem schließen sich Linke, Piraten und „Hannoveraner“ an. Linken-Fraktionschef Oliver Förste bringt sogar wieder die alte Forderung nach einer Niederflurbahn auf den Tisch.

Zur Galerie
Simulationen der geplanten Stadtbahnhaltestellen Raschplatz, Steintor und Rosenstrasse auf der D-Linie.

Rot-Grün denkt aber gar nicht daran, auf die Bremse zu treten, die Mehrheitsfraktionen ziehen vielmehr die Seriosität der Kostenanalyse in Zweifel. „Vom Anstieg der Planungskosten profitiert die Planungsfirma Transtec“, sagt Grünen-Baupolitiker Michael Dette. Sein Kollege von der SPD, Jürgen Mineur, glaubt, dass die Kostenanalyse gezielt gestreut wurde, um den Ausbau der D-Linie zu sabotieren.

Keine Bürgerbefragung zum Steintor: Die CDU wünscht sich eine Bürgerbefragung zur Bebauung des Steintorplatzes, findet dafür aber keine Mehrheit. Rot-Grün verweist darauf, dass es bereits eine Bürgerbeteiligung gegeben habe und meint damit den Stadtentwicklungsdialog City 2020. Für CDU, FDP, Linke und Piraten ist das kein Argument. SPD und Grüne fürchteten sich nur vor dem Ergebnis der Befragung, sagen sie.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Die neue Kostenprognose für den barrierefreien Ausbau der Stadtbahnstrecke für die Linien 10 und 17 durch die Innenstadt enthält brisante Zahlen. Die sogenannte D-Linie könnte demnach 63 Millionen Euro kosten und damit ein Drittel mehr als bisher geplant. Das wirft Fragen auf. Hier die wichtigsten Antworten.

Bernd Haase 19.02.2016
Aus der Stadt Kostensteigerung bei Stadtbahnbau - Tunnellösung kommt wieder ins Spiel

Nach Bekanntwerden der Kostenrisiken für den Bau der oberirdischen Stadtbahnstrecke von der Glocksee durch die City zum Raschplatz fordern Projektgegner einen Planungsstopp. Sowohl die CDU-Regionfraktion als auch die Initiative Pro-D-Tunnel rücken stattdessen die Tunnellösung wieder in den Fokus.

Bernd Haase 18.02.2016

Die Kosten für den umstrittenen Ausbau der D-Linie drohen zu explodieren - von ursprünglich kalkulierten 47 Millionen Euro auf 63 Millionen Euro. Zu diesem Ergebnis kommt das mit der Planung beauftragte Ingenieurbüro Transtec. Für den Anstieg um 34 Prozent sei unter anderem die teure Umgestaltung der Kurt-Schumacher-Straße verantwortlich.

Andreas Schinkel 17.02.2016
Aus der Stadt Statistik der Polizeidirektion Hannover - So hat sich die Kriminalität 2015 entwickelt

Weniger Einbrüche, mehr Autoaufbrüche – das ist die Bilanz der Polizeidirektion für das Jahr 2015. Eine positive Trendwende verzeichnete die Behörde auch im Bereich der Cyberkriminalität. Trotzdem ist die Zahl der Straftaten 2015 erneut gestiegen.

Tobias Morchner 20.02.2016

Die geplante Bebauung des Steintorplatzes bewegt die Hannoveraner weiter. Beim zweiten öffentlichen Forum zum Thema binnen drei Wochen war der Festsaal im Alten Rathaus am Mittwochabend mit 250 Zuhörern voll besetzt. Eingeladen hatte die Stadt.

Bernd Haase 20.02.2016
Aus der Stadt Tempolimit im Stadtgebiet - Hier könnte bald Tempo 30 gelten

Der Bund will die Einrichtung von Tempo-30-Zonen erleichtern. In Hannovers Stadtgebiet könnten die ersten sehr bald entstehen. Denn die rot-grüne Ratsmehrheit fordert schon seit knapp vier Jahren ein generelles Tempo 30 vor Schulen und Kindergärten. 

20.02.2016
Anzeige