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Kein Planungsstopp für die D-Linie

Ratspolitik gespalten Kein Planungsstopp für die D-Linie

Die drohende Kostenexplosion beim Ausbau der D-Linie hat in der Ratspolitik erneut eine Grundsatzdebatte über Sinn und Unsinn der Planungen ausgelöst. Klar wie selten bei einem Konflikt verläuft die Kampflinie exakt zwischen den rot-grünen Mehrheitsfraktionen und den Oppositionsparteien. 

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Quelle: Archiv

Hannover. Die CDU hat Mittwoch im Bauausschuss gefordert, die Planungen für den Ausbau der Stadtbahnlinien 10 und 17 einzustellen und sämtliche Kalkulationen den Ratsmitgliedern offenzulegen. Wie zu erwarten, ist die Forderung mit rot-grüner Mehrheit abgelehnt worden. SPD und Grüne halten die Kostenkalkulation des Ingenieurbüros Transtec zumindest in Teilen für unseriös. Selbst die für den Gleisbau zuständige Infra stellt die Analyse infrage. „In dem Papier gibt es jede Menge Mängel“, sagt Infra-Chef Stefan Harcke.

Transtec hatte berechnet, wie hoch die Kosten im schlechtesten Falle steigen: Von 47 Millionen auf 63 Millionen Euro. Kostentreiber sind nach Ansicht von Transtec die Wünsche der Stadt Hannover beim Umbau der Kurt-Schumacher-Straße und bei der Gestaltung der Hochbahnsteige. Zudem seien die Planungskosten von 17 Prozent der Baukosten zu niedrig angesetzt worden, „um den Gesamtkostendeckel von 50 Millionen Euro für alle Bauabschnitte nicht zu gefährden“, meint Transtec.

Dieser Satz lässt alle Kritiker des D-Linien-Ausbaus aufhorchen und scheint einen Verdacht zu bestätigen. „Die Kosten sind damals schöngerechnet worden“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Jetzt kämen die richtigen Zahlen auf den Tisch, die vermutlich noch immer zu niedrig seien. „Wir können jetzt nicht weitermachen wie bisher, sondern müssen neu nachdenken“, sagt CDU-Ratsfrau Georgia Jeschke. Dem schließen sich Linke, Piraten und „Hannoveraner“ an. Linken-Fraktionschef Oliver Förste bringt sogar wieder die alte Forderung nach einer Niederflurbahn auf den Tisch.

Simulationen der geplanten Stadtbahnhaltestellen Raschplatz, Steintor und Rosenstrasse auf der D-Linie.

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Rot-Grün denkt aber gar nicht daran, auf die Bremse zu treten, die Mehrheitsfraktionen ziehen vielmehr die Seriosität der Kostenanalyse in Zweifel. „Vom Anstieg der Planungskosten profitiert die Planungsfirma Transtec“, sagt Grünen-Baupolitiker Michael Dette. Sein Kollege von der SPD, Jürgen Mineur, glaubt, dass die Kostenanalyse gezielt gestreut wurde, um den Ausbau der D-Linie zu sabotieren.

Keine Bürgerbefragung zum Steintor: Die CDU wünscht sich eine Bürgerbefragung zur Bebauung des Steintorplatzes, findet dafür aber keine Mehrheit. Rot-Grün verweist darauf, dass es bereits eine Bürgerbeteiligung gegeben habe und meint damit den Stadtentwicklungsdialog City 2020. Für CDU, FDP, Linke und Piraten ist das kein Argument. SPD und Grüne fürchteten sich nur vor dem Ergebnis der Befragung, sagen sie.

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