Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Eltern protestieren

Kein Platz in der Krippe

Von Mathias Klein

2550 Krippenplätze sind besetzt, die Wartelisten sind lang: Für vielen Kinder gibt es keinen Platz in den Kinderkrippen. Einige Eltern haben jetzt einen Verein gegründet, um den Druck zu erhöhen, damit Stadt und Land mehr Plätze für ein- bis dreijährige Kinder schaffen.
Eine Elterninitiative sammelt Unterschriften für mehr Krippenplätze.

Eine Elterninitiative sammelt Unterschriften für mehr Krippenplätze.

© Dillenberg

Zuerst hat die Stadt uns Hoffnung und Mut gemacht, die Absage kam dann wie ein Schlag ins Gesicht“, berichtet Sabine Engelking. Die 35-Jährige wollte im vergangenen Jahr mit einer Privatinitiative einen Kinderladen für ein- bis dreijährige Kinder gründen – auch um dort ihre Tochter Ella Mia unterzubringen. Denn trotz vieler Bewerbungen in der ganzen Stadt hatte Engelking für die Eineinhalbjährige keinen Krippenplatz gefunden.

Wie der Mutter von Ella Mia geht es auch vielen anderen Vätern und Müttern in Hannover. Die rund 2550 Krippenplätze sind besetzt, die Wartelisten sind lang. Einige Eltern haben jetzt einen Verein gegründet, um den Druck zu erhöhen, damit Stadt und Land mehr Plätze für ein- bis dreijährige Kinder schaffen. Am Freitag stellte der Verein Immerda seine Initiative in Hannover vor.

Ella Mia ist jetzt 30 Stunden in der Woche in einer Großpflegestelle, damit Mutter Sabine 24 Stunden arbeiten kann. Für die Unterbringung ihrer Tochter bezahlt sie fast 700 Euro monatlich, von ihrem Einkommen bleibt kaum etwas übrig. „Ich bin Personalbetreuerin“, berichtet die Mutter. „Wenn ich ein paar Monate nicht arbeite, bin ich wegen der ständigen neuen gesetzlichen Bestimmungen gleich wieder raus.“ Wenn sie die dreijährige Elternzeit genommen hätte, wäre eine zeitaufwendige Schulung nötig gewesen.

Immerda sammelt jetzt Unterschriften für mehr Krippenplätze in Hannover. Mehr als 200 Unterzeichner sind es schon im Internet (www.mehr-krippenplätze-in-hannover.de). In den kommenden Tagen sollen die Listen an Treffpunkten von Eltern ausgelegt werden, beispielsweise in Hebammenpraxen und Familienbildungsstätten. Der Verein fordert einen zügigeren Ausbau noch vor dem Beginn des Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz im Jahr 2013.

Die Stadt Hannover müsse endlich merken, dass viele Eltern ein großes Problem hätten. „Manche können wegen der fehlenden Kinderbetreuung nicht arbeiten, da haben einige auch ein finanzielles Problem“, berichtet die Sprecherin des Vereins, Ilka Sommer. Und wenn die Kommune nicht genügend Geld zur Verfügung habe, müsse das Land der Stadt unter die Arme greifen, sagte Sommer.

Im vergangenen Jahr hatten mehrere Initiativen versucht, in Hannover private Kinderläden für Krippenkinder zu gründen. „Die Stadt hat uns dann aber enttäuscht“, berichtet Sommer. Als zum Jahresbeginn schon vieles geregelt war, kam von der Stadt die überraschende Nachricht, dass das Geld für den Ausbau der Krippenplätze bis zum Jahr 2013 verplant sei und keine neue Initiative mehr unterstützt werde.

„Jetzt bekommen wir für unsere Kinder gar keine Plätze mehr, weil sie zu alt werden“, erläuterte Sommer. Viele Kinderläden sähen das Alter von eineinhalb Jahre als besten Zeitpunkt für den Eintritt in die Krippe an. Nils Burda versteht nicht, dass die Stadt die neuen Elterninitiativen ausgebremst hat, obwohl diese ihnen viel Arbeit abgenommen hätten. „Wir hätten die Immobilie gesucht, die Genehmigung beantragt und die Erzieher eingestellt“, erklärt der Student. So bleibt seine Tochter, die zweijährige Helene, weiterhin ohne Krippenplatz. Und Mutter Johanna muss zu Hause bleiben und kann nicht arbeiten.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel
  • Schickt alle Politiker in die Wüste!!! Mündiger Bürger – 15.03.10
    Politiker sind Eigenbereicher und Lobbyisten (siehe FDP, SPD, CDU,CSU und Co.. Mit angeblich demokratischen Mitteln lassen sie sich von uns Deppen wählen, damit sie eigene und die Taschen von Bekannten, Familie und Freunden voll kriegen! Wann hört endlich dieser Misst auf????

    Wir brauchen Kitas, Schulen, Strassen und Arbeit! keine Politiker, die eigene Taschen vollkriegen wie Westerwelle!



  • Alles Quatsch! Oke Bandixen – 13.03.10
    Was wir brauchen ist ein neuer Landtag (!) - und eine leistungsgerechte Honorierung für unsere tüchtigen Landtagsabgeordneten! Man muss die richtigen Prioritäten setzen - und anerkennen, dass andere wichtige Anliegen, etwa solche der Bevölkerung (also des Souveräns), eben nachrangig sind!
    Das ist Demokratie!
  • Kita-Plätze für alle Kinder Georg Weil – 13.03.10
    Der Kindertagesstätten-Stadtelternrat Hannover ist das Vertretungsgremium der Kita-Eltern auf Stadtebene. Darin vertreten sind die jeweiligen Gesamtelternbeiratsvorsitzenden der einzelnen Kita-Träger wie z.B. Städt. Kitas, AWO-Kitas, Caritas-Kitas, Evang.-Kitas, Kila-Ini, DRK-Kitas etc. und die bei der jährlichen Kita-Eltern-Vollversammlung in das Gremium gewählten Delegierten.

    Der Kita-Stadtelternrat Hannover fordert seit Jahren den Ausbau von Krippe, Kindergarten und Hort und den kostenfreien Zugang für alle Kinder.

    Zur Zeit gibt es in Hannover einen kompletten Stillstand beim Ausbau von Hortplätzen (Der Hort ist das Nachmittagsangebot der Kitas für Grundschulkinder). Oberbürgermeister Stephan Weil begründet dies mit dem vorrangigen Bedarf beim Ausbau von Krippenplätzen.

    Viel zu lange hat sich die Stadtpolitik auf die von der Verwaltung vorgelegten Zahlen zur Bedarfsberechnung für Kita-Plätze verlassen. Trotzdem dieses Zahlenwerk vom Kita-Stadtelternrat stets angezweifelt wurde, weil darin eine deutlich zu niedrigere Nachfrage insbesondere nach Krippen- und Hortplätzen angenommen wird, haben insbesondere die einseitig am Sparen interessierten Haushaltspolitikerinnen und -politiker der Regierungs-Fraktionen nur all zu bereitwillig den jährlichen Kindertagesstättenberichten der Verwaltung Glauben geschenkt und zu wenig in den Kita-Ausbau investiert.

    Wie die bereits jetzt enorme Nachfrage nach Hortplätzen gedeckt werden soll (über 1000 Eltern auf den Wartelisten) und welchen Hort die Kinder eines nicht all zu fernen Tages besuchen werden, deren Eltern jetzt einen Krippenplatz für ihr Kind anstreben ist bislang völlig ungeklärt.

    Mit den von Oberbürgermeister Weil vorgelegten Vorschlägen zur Gründung so genannter "Offener Ganztagsschulen mit verlässlichem Angebot", hat es vor dem Hintergrund der akuten Unterversorgung im Kita-Bereich, so ist zu befürchten, vor allem eine Bewandtnis: Hier wird auf Kosten der Qualität Geld eingespart, um notdürftig die Löcher im Krippenbereich zu stopfen.

    Durch die Einrichtung der im Programm „5 x 300“ anvisierten 1500 neuen Krippenplätze bis 2013, wächst in Hannover in wenigen Jahren noch einmal die Nachfrage nach Kita-Plätzen: Denn die Eltern, deren Kinder jetzt eine Krippe besuchen, werden bei der Einschulung ihrer Kinder nach einem Hortplatz nachfragen. Und dann fehlen nicht wie jetzt „nur“ etwas mehr als tausend Hortplätze, sondern mehrere tausend Hortplätze!

    Deshalb ist es besonders wichtig, jetzt sehr genau auf Qualität zu achten. Andernfalls werden in der frühkindlichen Bildung und in der Grundschule bald nicht mehr pädagogische Fachkräfte unsere Kinder erziehen, sondern jede und jeder zugelassen, die/der von sich sagt, ich will jetzt mit Kindern arbeiten.

    Die Stadt Hannover ist schlecht beraten, wenn sie auf Kosten der Qualität Maßnahmen etabliert, die die bestehenden Qualitätsstandards unterlaufen. Vielmehr muss die Stadt Hannover den von den Eltern in aller Deutlichkeit angemeldeten Bedarf nach Kita-Plätzen entsprechen und die Landesregierung unmissverständlich auf ihre Verpflichtung gegenüber den Eltern erinnern. Dazu gehört nicht zuletzt auch der massive Ausbau der Erzieherinnen- und Erzieher-Ausbildung.

Meistgelesene Hannover-Artikel

Anzeige

Kennen Sie Hannover?

Hannover von oben: Das neue Rathaus.

Aus der Vogelperspektive sehen bekannte Orte ganz anders aus. Wie gut kennen Sie Hannover? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Bilderrätsel.

Tipp für Vereine: Homepage aktuell halten

myheimat - Das Mitmachportal der Heimatzeitungen in HAZ und Neuer Presse

Viele Vereine kennen das Problem: Die eigene Internetseite ist veraltet, weil die Zeit dafür fehlt. Mit dem Mitmachportal unserer Zeitung lassen sich Pressearbeit und Pflege der Vereinshomepage in einem Schritt erledigen.

HannoverHelm

Der HannoverHelm

Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr haben HAZ, die Polizeidirektion Hannover sowie Stadt und Region Hannover und die Firma Uvex einen Fahrradhelm entwickelt.

Anzeige

Welcher Stadtteil ist gemeint?

Stadtteilrätsel

Wie gut kennen Sie Hannover? Woche für Woche präsentieren wir Ihnen an dieser Stelle ein neues Rätsel. Beantworten Sie die Fragen und schicken Sie das Lösungswort an die Redaktion. Viel Spaß beim Rätseln!

Hannover in Zahlen

Hannover in Zahlen
  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 521.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
    30159 Hannover
    Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stephan Weil (SPD)


Top