Eine Elterninitiative sammelt Unterschriften für mehr Krippenplätze.
Die Stadt Hannover reagiert mit Verständnis auf den Unmut der Eltern wegen fehlender Krippenplätze. „Wir verstehen, dass derjenige, der keinen Platz hat, sich in einer misslichen Situation befindet“, sagte Stadtsprecherin Konstanze Kalmus gestern. Andererseits sei das Programm für die Betreuung der ein- bis dreijährigen Kinder in der Stadt Hannover sehr ambitioniert. Bis zum Jahr 2013, wenn der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz in Kraft trete, sei allgemein eine 35-prozentige Versorgung vorgesehen, Hannover liege mit 40 Prozent deutlich darüber, erklärte sie.
Für die Stadt Hannover sei die Betreuung von Kindern und Jugendlichen ein „hochwichtiges“ Thema. Daher habe man den gesamten Kinder- und Jugendbereich auch von den Sparprogrammen ausgenommen. Trotzdem sei das für die Stadt nicht einfach. „Das muss man erst einmal schaffen, organisatorisch und finanziell“, sagte Kalmus.
Ende 2009 gab es 2527 Krippenplätze, und 1012 Kinder befanden sich in der Tagespflege, also bei Tagesmüttern oder in sogenannten Großpflegestellen. In Großpflegestellen werden fünf oder mehr Kinder betreut. Bis zum Jahr 2013 sollen 1143 neue Krippenplätze sowie 240 Tagespflegeplätze entstehen. Unter anderem sei der Neubau von acht Kindertagesstätten geplant. Im Jahr 2013 soll es dann in Hannover rund 3800 Krippenplätze geben. Zum 1. Januar dieses Jahres gab es in Hannover 4402 bis zu ein Jahr alte Kinder. 4838 waren zwischen ein und zwei Jahre alt, 4696 zwei bis drei Jahre alt. Die Mittel für den Krippenausbau waren Ende vorigen Jahres verplant, daher musste die Stadt insgesamt neun Elterninitiativen absagen.
Die Stadt setzt beim Ausbau der Plätze für die Ein- bis Dreijährigen weiterhin auf eine Mischung aus bereits etablierten und neuen Trägern. Viele Plätze sollen durch An- und Umbauten in bereits vorhanden Kindertagesstätten entstehen sowie durch Neubauten, Elterninitiativen und die Erweiterung und Neugründung von Betriebskitas.
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