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Fußballgucken passt nicht

Kein Public Viewing beim Kleinen Fest in Hannover

Von Juliane Kaune

Fußballfans, die Karten für das Kleine Fest im Großen Garten in Hannover-Herrenhausen ergattert haben, müssen sich entscheiden: Entweder besuchen sie das beliebte Kleinkunstfestival – oder sie wechseln zum Public Viewing an der Parkbühne, der Stammestraße und anderen einschlägig bekannten Orten.
Public Viewing an der Parkbühne in Hannover.

Public Viewing an der Parkbühne in Hannover.

© Rainer Dröse

Bei der Premiere des Kleinen Festes am Mittwoch werden jedenfalls keine Riesenbildschirme aufgestellt, auf denen das zeitgleich laufende WM-Halbfinalspiel der deutschen Elf gegen die Spanier zu sehen ist.

Die besondere Atmosphäre des Kleinen Festes und ein öffentliches Fußballgucken passten nicht zueinander, sagt Festkoordinator Harald Böhlmann. „Wir werden aber eine zentrale Stelle einrichten, wo die Zwischenstände und das Spielergebnis abgefragt werden können“, verspricht er. Bei der Planung sei zwar klar gewesen, dass ein Halbfinalspiel, das Spiel um den dritten Platz und das WM-Finale mit Terminen des Kleinen Festes kollidieren.

Gleichwohl habe keiner ahnen können, dass die deutsche Mannschaft sich derart erfolgreich durchs Turnier kicken würde. Zudem habe es keine Möglichkeit gegeben, die 17 Festaufführungen weiter nach hinten zu verlegen, weil nach dem 26. Juli die Vorbereitungen für das Musical „Sommernachtstraum“ im Gartentheater beginnen würden. Laut Böhlmann haben nur vereinzelt Festbesucher angefragt, ob es im Großen Garten Möglichkeiten zum Public Viewing gebe. Er rechnet nicht damit, dass Gäste, die die heiß begehrten Karten bekommen haben, diese wegen der WM verfallen ließen.

Bei der Stadt, die für die Premiere 100 Karten für geladene Gäste erworben hat, war am Montag von „erst einer Absage“ die Rede. Konzertveranstalter Wolfgang Besemer, der das Public Viewing an der Parkbühne betreut, könne verständlicherweise nicht kommen, sagt Protokollchef Christian Held. Ob sich am Mittwoch weitere Ehrengäste dem Fußball zuwenden, darüber will Held nicht spekulieren. Er stellt klar, dass bei Absagen keine Tickets verfielen, von denen die übrigen Festbesucher hätten profitieren könne. Es handele sich um ein Sonderkontingent, das Oberbürgermeister Stephan Weil zusätzlich zu den 3300 regulär vorhandenen Karten erworben habe.

Ärger ums Feuerwerk: Viel mehr als über die Kollision mit dem Fußall ärgern sich die Festbesucher nach Böhlmanns Worten über die Einschränkungen beim Feuerwerk: „Wir haben bereits Beschwerden bekommen.“ Wie berichtet, sollen die Aufführungen am 18. und am 25. Juli mit lärmreduzierten Raketen über die Bühne gehen, weil einige Anwohner die Geräuschkulisse nicht dulden wollen. Hätten die Veranstalter diesem Kompromiss nicht zugestimmt, seien alle diesjährigen Feuerwerke in Gefahr gewesen, weil die Anlieger eine gerichtliche Verfügung hätten erwirken können, sagt Böhlmann. Die abgespeckten Feuerwerke seien mit den üblichen Höhenfeuerwerken nicht vergleichbar. Er hält es daher für nicht unwahrscheinlich, dass beim Kleinen Fest 2011 ganz auf ein Feuerwerk verzichtet wird.

So haben die Hannoveraner die bisherigen Spiele der deutschen Nationalmannschaft beim Public Viewing erlebt:

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